Öfter mal was Neues

Den Ausdruck "Gamification" muss den Normalbürger wirklich nachschlagen (*).
Ein Computer Game hat Regeln, ein Ziel, Werkzeuge, um dorthin zu kommen – und Belohnungselemente.

Motivation – darum geht es. Mit dem Einsatz typischer Spielelemente soll der Mensch bei seiner Tätigkeit wie im Spiel belohnt werden. Der Sieger kommt auf das Treppchen.

Spielerische Elemente - Was zählt dazu?

Fortschrittsbalken (*). Das kennt man aus den Simulationen. Grün zeigt, dass das Püppchen noch gut in Schuss ist. Rot heißt, es geht dem Ende zu. Der Spieler muss sich sputen, um neue "Nahrung" zu erwerben.

Ranglisten. Wo stehe ich im Spiel? Erste Stelle oder 10. Rang? Ranglisten spornen an. Entweder will der Gamer seinen ersten Platz verteidigen. Oder er strengt sich ordentlich an, damit er im Ranking weiter nach oben kommt.

Erfahrungspunkte. Im Laufe des Spieles bekommt man bessere Waffen oder Werkzeuge (sofern man überlebt). Mit einem dicken Schwert kann man sich gegen die digitalen Feinde besser verteidigen als mit einem Holzstock. Der Spieler nimmt diese Erfahrung mit in das tägliche Leben, nämlich: Erfahrung tut gut.

Auszeichnungen. Lob ist ein leichter Ton. Erst einmal kann ein virtuelles Lob ziemlich stolz machen. Und dazu gibt es im gleichen Zuge bessere Waffen, mehr Geld, Güter, Ländereien und so weiter. Auszeichnungen motivieren ungemein.

Wie im richtigen Leben

Wie setzen Firmen und Produktanbieter dieses Wissen im Alltag um? Eine Auswahl.

Fortschrittsbalken. Der beste Teilnehmer werden in der Kategorie aufgeführt..Wer es dorthin schafft, der bekommt besonders hohe Punkte, cents pro Wort usw.

Ranglisten. Wer hat die meisten User, Posts oder Follower? Ob Politiker, Stars oder Sportler – sie alle wissen gern, wie viele Fans ihnen folgen.

Auszeichnungen. Sind Sie schon ein Klasse A User? Wenn ja, dann bekommen Sie das nächste Angebot exklusiv vor den Standard Usern zugestellt. Oder noch besser: diesen speziellen Beitrag können nur ausgewählte User der Extraklasse lesen.

Mehr als ein Spiel?

Der Leser kann seine eigenen Erfahrungen aus diversen Spielen auf beliebige Situationen im Internet übertragen. Aber Gamification geht noch einen Schritt weiter. Es bringt den Anwender gezielt in Aktionen ein. Dazu gehören:

Gruppenarbeit. Gewisse Aktivitäten lassen sich nur in der Zusammenarbeit mit anderen lösen. Diese Erfahrung aus den Gaming Communities lassen sich leicht auf die Arbeitswelt übertragen.

Tieferer Sinn. Wer weiß, was er tut und warum er es tut, der strengt sich doppelt an. Allein die Zusammenarbeit innerhalb einer Community kann schon diesen tieferen Sinn erschaffen.

Häppchenweise Information. Cascading information (*). Ein neuer Begriff. Der Anwender soll eine Aufgabe lösen. Er sieht aber nur die Informationen, die zur Lösung des aktuellen Bearbeitungsschrittes notwendig sind. Kein überflüssiges Detail lenkt ihn ab.

Transparenz. Alle wissen, wo der Einzelne steht und auf welchem Level sich die anderen Mitglieder der Gruppe befinden.

Gamification – Knackpunkte

Worum geht es bei der Verwendung der Elemente aus der Gamification? Es geht um die Ansprache der Gefühle. Stolz auf die erbrachte Leistung. Freude über die Mitarbeit in der Gruppe. Neugier auf den nächsten Arbeitsschritt (Level). Erfolgsgefühle. Spaß.

Wo liegen die Grenzen?

Gamification kann Leistung stimulieren, zum Beispiel durch ein Gruppenerlebnis.

Gamification eröffnet Manipulationsmöglichkeiten, zum Beispiel durch offene oder verdeckte Belohnungen.

 

(Bild: geralt)

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Fazit. Was bleibt? Anreize zum Nachdenken. Wo habe ich so etwas wie Gamification schon erlebt, auch außerhalb des Bildschirmes? Was kann ich damit sonst noch Positives anfangen? Gamification - da ist noch mehr drin. Das Thema lässt sich fortsetzen.

 

(*) Textquellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Gamification

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