Der Rückschnitt und die Stecklinge

Sobald die Rosenblüten ihre Blütenblätter verlieren, sollte man mit der Rosen- oder Gartenschere handeln. Je näher man oberhalb eines neuen Triebes abschneidet, desto schneller wird eine neue Blüte gebildet. Dabei kann man die Stecklinge gleich gewinnen. Es reicht ein Stück mit Blattachse, wo zu erkennen ist, dass dort auch ein neuer Trieb entwickelt wird. Danach wird das untere Ende gleich in einen Blumentopf mit Erde gesteckt.

Ich selbst habe dazu nur normale Gartenerde gewählt und die Stecklinge bekamen einen Platz, wo sie nur am späten Nachmittag und am Abend Sonne bekamen. Dazu hielt ich die Erde in den Töpfen mäßig feucht. Es gibt aber auch die Variante, dass man lange Stecklinge mit bis zu acht Blattachsen schneidet. Bei den unteren Blattachsen entfernt man die Blätter und steckt diese zukünftigen Rosen gleich dort in die Erde, wo die Pflanze später mit ihrer Blütenpracht erfreuen soll. Dort muss man allerdings öfter gießen, so dass die Erde nie austrocknen kann. Bei den aktuellen hohen Sommertemperaturen können die Stecklinge mehrere Wassergaben vertragen.

Rose durch Steckling direkt im Beet vermehrt

Geduld ist gefragt

Die ersten Wochen, nachdem man die Stecklinge gesetzt hat, passiert nichts. Einzig die Blätter fangen teilweise an zu welken. Solange aber der obere Teil des Stecklings nicht schwarz wird, muss man sich keine Sorgen machen. Passiert das, ist es das Zeichen, dass die Vermehrung nicht klappen wird und man kann den Steckling entfernen. Die ersten Anzeichen für ein Gelingen zeigen sich in den Blattachsen, da die neuen Triebe sich langsam entwickeln. Die Stecklinge sollte man dabei nie aus der Erde ziehen, auch wenn die Neugier groß ist, ob sich denn schon kleine Wurzeln gebildet haben.

Sollte man die Stecklinge in Blumentöpfe gesetzt haben, so ist darauf zu achten, dass sich keine Stausnässe bildet. Das würde die eigene Rosenzucht gleich zum Scheitern verurteilen. Denn Fäulnis bildet sich dann schnell am unteren Teil, der in der Erde steckt. Direkt ins Blumenbeet gesteckt, besteht die Gefahr kaum. Dennoch kann es auch hier durch feuchtes Wetter passieren, dass der Steckling von unten her verfault.

Der erste Winter und das neue Gartenjahr

Meine Rosenstecklinge habe ich vor den ersten Frösten mit nach Hause genommen. Hier bekamen die Blumentöpfe einen hellen, aber kühlen Platz. Die Wassergaben habe ich recht gering gehalten, um den Winter mit gelegentlichen Tauwetter zu simulieren. Die Stecklinge im Blumenbeet schützt man vor Frösten genauso, wie andere Rosenstöcke. Die Erde um die Pflanze wird ein wenig angehäufelt und man kann die kleinen Rosen auch mit Tannenreisig abdecken. Ein Rückschnitt ist vor dem ersten Winter noch nicht nötig.

Ende April, wenn nur noch mit geringen Nachtfrösten zu rechnen sind, können die Gartenstecklinge schon von ihrem Winterschutz befreit werden. Dabei wird man auch sehen, ob in den Blattachsen neue Triebe kommen werden. Je sonniger der Standort ist, desto besser wird sich die kleine Rose entwickeln.
Meine Topfstecklinge habe ich Mitte Mai in den Garten gepflanzt. Schnell entwickelten sich die ersten Triebe und es dauerte nicht lange, bis bei beiden Vermehrungsvarianten die ersten Blüten zu sehen waren. Im Vergleich zu den älteren Rosenstöcken dauerte es aber wesentlich länger bis die ersten Blüten sich öffneten und man sehen konnte, welche Farbe sie haben. Denn nicht alle Stecklinge hatten es geschafft zur Pflanze zu werden. Dennoch klappt es mit viel Geduld Rosen selbst zu vermehren und das ohne die Erfahrung eines Züchters, der die Pflanzen veredelt.

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