Mit Dank beginnen

Es ist immer am besten den Tag mit deinem Dank zu beginnen. Wir mögen uns in schweren Zeiten befinden, aber wir dürfen trotzdem nicht vergessen: Wir sind einzigartig. Wir sind geliebt. Wir haben als Ebenbilder Gottes einen unendlich tiefen Wert verliehen bekommen. Und selbst wenn wir meinen für nicht Vieles dankbar sein zu können, weil wir uns mit Krankheiten plagen, in einer schlechten Partnerschaft befinden oder ganz einsam sind: Es gibt nichts Heilsameres als seinen Blick auf die Dinge zu lenken, für die wir trotzdem dankbar sein können. Dann rücken unsere Probleme in eine neue Perspektive. Dann erkennen wir, dass es noch mehr im Leben zu entdecken gibt und vielleicht sogar wir so etwas Verwegenes wie Hoffnung auf das Gute schöpfen dürfen.

Überlegen Sie sich doch einmal fünf Dinge, für die Sie heute oder generell dankbar sein können. Das können auch ganz kleine Dinge sein wie die Zimmerpflanze, die seit kurzem wieder Blüten trägt. Sie müssen diese kleinen Dankbarkeiten nicht sofort aus dem Stehgreif nennen können. Gehen Sie mit diesem Gedanken durch Ihren Alltag und blicken Sie aufmerksam um sich. Vielleicht fällt Ihnen etwas auf, dann notieren Sie es. Üben Sie sich in Achtsamkeit. Suchen Sie gezielt nach kleinen Dankbarkeiten, denen Sie ein kleines Gebet widmen können. Sie werden erkennen, dass bereits das bloße Suchen, bereits das bloße achten auf Dankbarkeiten Ihr Leben so stark bereichern wird, dass Sie am Ende die Qual der Wahl haben werden, wenn Sie es auf nur fünf kleine Dinge begrenzen wollen. Das Leben ist allen Problemen zum Trotz nämlich gespickt mit kleinen Wundern und wundervollen Momenten. Wir sind nur oft viel zu beschäftigt und in unserem Alltag gefangen, um diese bewusst zu bemerken oder uns gar für sie zu bedanken. Und dann sprechen Sie Ihr Gebet, Ganz frei Schnauze, so wie er ihnen gewachsen ist. Sie dürfen den himmlischen Vater auch gerne Papa nennen, das Wort Abba, das Jesus verwendet, kommt dem unformellen Papa näher als der förmlichen Anrede Vater.

 

Papa,
ich danke dir so sehr für die vielen lieben Menschen, denen ich auf der Arbeit begegnen darf. Sie haben mich Freitag auf ein Eis eingeladen und wir konnten einen wunderschön spaßigen Tag miteinander verbringen. Sie sind liebe Seelen, mit denen es Freude macht zusammenzuarbeiten.

Und wie sehr geht mir das Herz auf, wenn ich an die wunderschönen Blätter denke, die jetzt wieder von den Baumkronen fallen und den Wald zum Farbenparadies umgestalten. In erfrischenden Waldspaziergängen kann ich meinen Kopf ausschalten und endlich zur Ruhe kommen. Ich danke dir dafür, wie wunderbar du die Natur gestaltet hast.

Ich danke für meine Freundin, die so zärtlich ist und mit mir mein Leben verbringen möchte. Mein Herz springt jedes Mal, wenn ich sie sehe. Ihr Lächeln bringt mich zum Lachen, ihre Tränen mich zum Weinen. Sie ist das beste, das mir je passiert ist. Dafür danke ich.

Ich danke für meine Familie, die trotz der vielen Streitigkeiten im Kern immer bei mir ist und mich unterstützt. Wie hätte ich je zu dem werden können, der ich bin, wenn ich sie nicht hätte. Wie hätte ich ohne ihre Hilfe die ganz dunklen Stunden ertragen können? Zu wem sonst könnte ich gehen und aufgenommen werden, auch wenn es mir dreckig geht?

Ich danke dir für die Menschen, die mich privat begleiten und mit denen ich offen über alles reden kann. Sie sind das I-Tüpfelchen im Leben. Sie geben mir neue Ideen und neuen Mut. Mit ihnen kann ich mich austoben.

Amen

Gott sein Leid klagen

Sie dürfen im Gebet auch etwas tun, das so gar nicht fromm scheint und sich doch gar nicht für einen Christen gebührt. So denken Sie vielleicht. Aber dieses Denken ist falsch. Denn Gott kennt unser wahres Inneres. Wir dürfen es ihm genau so sagen, wie wir es denken.

Wir dürfen und sollen Gott ALLES anvertrauen, das uns auf dem Herzen liegt. Im Guten wie im Schlechten. Wir können ihm unser ganzes Leid klagen, er ist ein geduldiger Zuhörer und ein mächtiger Gott. Er kann sich unseres Leids annehmen. Aber noch mehr. Wir dürfen Gott sogar anklagen, ihn hinterfragen, auf ihn wütend sein.

Liest man die Psalme und nicht nur den berühmten Psalm 23, dann sehen wir wie sehr David Gott immer wieder sein Leid klagt und dabei auch Gott anklagt, zum Handeln auffordert oder einfach nicht verstehen kann, wieso es ihm so schlecht und den Bösen so gut geht. Seien sie im Gebet einfach nur ehrlich. Mehr braucht es nicht. Reden Sie mit Gott, ganz wie es zu Ihnen passt. Das kann ganz informell und formlos sein. Vielleicht erzählen Sie ihm auch einfach, was Ihnen Schlechtes am Tag passiert ist, wie sie es einem Freund erzählen würden. Gerne können Sie auch schreien oder weinen, es gibt keine Grenzen. Gott will bei Ihnen sein, bei Ihnen als Leib und Seele. Sie als ganzer Mensch, mit allen Hochs und Tiefs können alles, das da ist unverblümt zu Gott bringen.

Es gibt kaum etwas Befreienderes als im Gebet einfach mal zu schreien und zu trampeln und all das rauszulassen, das tief in ihnen vergraben ist. Zeigen Sie Gott alles, was Sie sonst runterschlucken müssen. Geben Sie all den Schmerz IHM. Dort ist er besser aufgehoben als wenn Sie ihn in sich vergraben.

 

Herr,

ich verstehe nicht warum ich so leiden muss,
niemand versteht mich und jeder behandelt mich als sei ich ein Stück Dreck,
immer lächele ich freundlich, aber in Wahrheit hasse ich es wie meine Kollegen mich behandeln,
ich könnte vor Wut platzen, wenn ich sehe wie die Schleimer einen Karrieresprung nach dem anderen machen,
und ich Tag ein Tag aus deren Fehler ausbügeln muss und dafür nicht einmal ein Dankeschön bekomme,

und dann diese Rückenschmerzen, sie bringen mich um den Verstand,
manche Nächte kann ich keine Minute schlafen.

Siehst du das nicht? Tu doch was!
Ich zerbreche innerlich! Helf mir!
Wo ist deine Gerechtigkeit, von der du immer sprichst?
Ich brauche dich! Rette mich.

Amen

Bitte und Segen - wie Gebet die Welt verändert

Vergessen Sie im Gebet am Ende aber nicht, mit wem Sie es zu tun haben:
Dem Schöpfer von Himmel und Erde.

Sie haben einen direkten Draht zu Gott. Und Jesus verspricht, wer bittet wird erhört werden. Darum bitten Sie! Bitten Sie um die Dinge, die Ihnen wichtig sind. Und halten Sie Fürbitte für andere Menschen.

Aber vor allem anderen bitten sie um zwei Dinge:
1. Bitten Sie um Vergebung für alle ihre Fehler
2. Bitten Sie um Führung durch den Heiligen Geist

Keiner von uns ist fehlerfrei. Es liegt in unserer Natur Fehler zu machen. Genauso liegt es allerdings in der Natur der Schuld sich weiter fortzupflanzen, wenn wir sie nicht aktiv angehen und Vergebung suchen. Denken Sie nur daran wie als Kind ein gestohlener Kaugummi weiter Unheil hervorrufen konnte, weil Sie versuchten es den Eltern zu verheimlichen und sich immer weiter in Lügengeschchten verhedderten. Wie viel Unheil hätte auf dieser Welt vermieden werden können, wenn die Menschen zu ihren Fehlern gestanden hätten und um Vergebung bitten würden, anstatt zu versuchen sie zu vertuschen, zu rechtfertigen oder gar alle Zeugen aus dem Weg zu räumen. Stellen Sie sich Ihrer dunklen Seite! Jeder hat sie. Gott kennt sie. In Jesus können wir von ihr befreit werden.

Das zweite ist die Führung durch den Heiligen Geist. Durch sie können wir positiv in die Welt hinauswirken und gute Werke verbringen, anstatt uns immer weiter in Schuld zu verstricken. Wenn wir auf den Heiligen Geist hören kommt es vielleicht gar nicht erst zu den Fehlern, weil wir vorher gewarnt werden und von einer inneren Stimme vom Bösen ferngehalten werden. Durch den Heiligen Geist werden wir von Gott befähigt liebevoll mit anderen Menschen umzugehen und Ihnen durch unsere Taten ein Segen zu sein.

 

Aber nun kommen wir zu Ihren persönlichen Anliegen. Nehmen Sie wieder Ihren Notizblock an sich und überlegen sich einen Tag lang zwei eigene Anliegen, für die Sie bitten wollen, und drei Anliegen für andere Menschen, um die Sie bitten möchten. Beenden Sie das Gebet mit einem Segen. Sie werden erkennen, dass bereits das aufmerksame Beobachten Sie den Problemen Ihrer Umgebung öffnet und Sie empfänglicher für die Sorgen und Nöte ihrer Freunde und Kollegen macht. Und Sie werden erfahren, dass Gott Gebete erhört. Ich konnte zahlreiche dieser Erfahrungen machen. Nicht zuletzt Dank meiner Verlobten, die eine unerhört und statistisch unwahrscheinliche Menge an Gebetserhörungen aufzuweisen hat.

 

Vater,

ich bitte dich, mir Geduld für die alltägliche Arbeit zu schenken. Dass ich jedem mit der Aufmerksamkeit und Freundlichkeit begegnen kann, die er verdient.

Ich bitte dich, die kommende Wohnungsrenovierung unter deine Fittiche zu nehmen, dass wir in eine wunderschöne neue Wohnung einziehen können und keine unerwarteten Probleme auftreten, alles in einem bezahlbaren Rahmen abläuft.

Ich bete für meine Mutter, dass sie trotz zeitweiser Niedergeschlagenheit Liebe empfängt und sich getröstet fühlt, dass du ihre Wege segnend begleitest.

Ich bitte für kranke Mitarbeiter unserer Firma, die sich nur noch Richtung Vorruhestand retten wollen, deren Körper einfach nicht mehr mitmachen möchte. Sei bei Ihnen. Du bist Heiler der Kranken.

Ich bitte für alle, die unter Depressionen leiden und keine Zukunft mehr vor sich sehen. Ihr dunkles Loch scheint unendlich, sie fallen und fallen, können morgens kaum aufstehen, wie ein Virus breitet sich die Dunkelheit immer weiter aus. Schenke ihnen Hoffnung. Erscheine ihnen und sei ihnen ein Licht.

Segne und behüte alle, die dies lesen und begleite sie in die kommende Woche!

Amen

Autor seit 4 Jahren
13 Seiten
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