Das Tückische an Gedanken mit tiefer Überzeugung ist, dass sie in unserem Kopf sattelfest Meinungen, Einstellungen und unsere Beziehungen dominieren. Sie verleiten uns zu Vorurteilen, richten über Mitmenschen, sorgen für unnötige Ablehnungen und haben Einfluss auf die Freundesauswahl.

Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Welt in unserem Kopf näher anzuschauen. Wer weiß, ob es da noch Hindernisse für ein sorgenfreies Leben zu entdecken gibt, vor allem jetzt, wo Sie schon bis hier gelesen haben.

Was unsere Vorfahren und Eltern dachten, haben sie oft selber ungefiltert übernommen und an die nächste Generation weiter vermittelt. Sicher, lebenswichtige Erfahrungen beherzigen wir gerne generationenübergreifend, gewisse Höflichkeitsformen und Rücksichtsnahme, Vorsichtsmaßnahmen z.B. Das bezeichne ich nicht mit Gedankenmüll.

Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Vorurteilen, die einmal im Gehirn eingebrannt, sei es gegenüber Ausländern, Blondinen, Geschiedenen, Männern, Frauen, usw., nicht so einfach auszurotten sind. Das Gehirn macht es sich leicht, ist geradezu träge. Und unsere Gedanken machen vorurteilsmächtig weiter.

Wie lange leben eigentlich Müllgedanken? Darüber habe ich keine Statistik gefunden. Sie leben wohl so lange, bis sich die Bereitschaft zu ihrer Überprüfung auf Richtigkeit einstellt und die Intelligenz zur Korrektur siegt.

 

Was geht denn da im Kopf vor? (Bild: cocoparisienne / Pixabay)

Ein paar Beispiele

Vertraue keinem Fremden. Dieser Gedanke hat mich schon als Kind irritiert. Wie oft habe ich mich im gesamten Leben mit Fremden unterhalten und gelacht, das möchte ich nicht missen.

 

Beamte sind langweilig. In Außendienst habe ich vor vielen Jahren schon genau das Gegenteil erlebt, meine Ansprechpartner waren regelrecht witzig. Tja, wenn Sie jetzt einen Schrei ausstoßen, dann setze ich noch einen drauf. Das war in Bayern.

 

Eine Dame lässt sich nicht von einem Mann auf der Straße ansprechen. Als Jugendliche habe ich erfahren, dass es Menschen gibt, die sich nur nach dem Weg erkundigen wollten. Ich kam mir immer komisch vor, weil ich ja nach der Beantwortung keine Dame mehr war.

 

Papa kann alles. Bei uns zu Hause war das nicht so. Unter welchem Druck stehen Väter, wenn ihre Familie diesen Glaubenssatz versprüht? Weg mit diesem Gedankenmüll!

 

Männer weinen nicht. Täten sie es doch! Ob sie dann mal ihren alten Kummer aus ihrer Seele rausrutschen lassen könnten?

 

Gedankenmüll macht das Leben schwer

Das ist also Müll, den wir uns selber aufhalsen, eben meist unbewusst. Die Folge kann ein ernstes Leben sein.

Es sind auch die Menschen, die denken, ihren Eltern noch immer ihre Fähigkeiten beweisen wollen, gut zu sein, auch wenn diese längst gestorben sind, workaholics, unglücklich, gesundheitsgefährdet und beziehungsgestört. Es sind verwöhnte Prinzessinnen, die immer noch denken, dass ihnen jeder zu Füßen liegen muss und einsam sind, weil dieser kindliche Zustand nicht mehr aktuell ist. Sicher fällt Ihnen noch mehr dazu ein. Die Gedanken sind frei...

Noch eine lustige Begebenheit zum Schluss: Vier Freundinnen hatten die Idee, einmal in einem ihnen noch fremden Restaurant Essen zu gehen. Als sie es betraten, gefiel keinem das Ambiente, aber niemand traute sich, etwas zu sagen. Ein Kellner führte sie an einen Tisch. Sie nahmen wiederwillig Platz. Während des Essens machten sie sich gegenseitig Vorwürfe. Wer hatte überhaupt das Restaurant vorgeschlagen? Warum hatten die anderen denn eingewilligt, wo sie doch sonst immer zum Stamm-Italiener gingen? Wieso war nicht eine erst mal reingegangen, um die Lage einzuschätzen? Erraten Sie welcher Gedankenmüll Schuld an diesem verpatzten Abend war? "Es gehört sich nicht, aus einem Restaurant wieder hinaus zu gehen, wenn es einem nicht gefällt, erst recht nicht, wenn man schon am Tisch sitzt."

 

Das sind einige Gedanken zu dem Thema, sie entwickelten sich beim Gestalten dieses Objekts.

Gedankenmüll als Collagenkunst

AliciaVaness, am 03.10.2014
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