"Madeleine" während der technischen Ausbildung

Charaktere

Pokerface

 

Fast zu gut, um wahr zu sein. Es scheint, dass den aufstrebenden jungen Mann kaum wer wahrnimmt – oder doch? Einerseits wurde er von Sir William Stevenson (David Niven) als Ausbildner angeworben, was gewisse Fähigkeiten voraussetzt, andererseits scheint er, selbst noch recht "frisch" zu sein, und wenig Auftrags- oder Einsatzerfahrung zu haben. Zu seinen größten Taten zählt, die Eroberung der Inderin "Madeleine", die mit Hilfe eines Tricks geschah, bei dem er scheinbar erschossen wurde. Andererseits fällt er seinen Vorgesetzten auf und sie schicken ihn daraufhin in den Einsatz nach Deutschland, wo er mit der Agentin "Sinclair" (Gayle Hunnicutt) zusammenarbeitet, die er zunächst ablehnt. Dennoch ist die Zusammenarbeit fruchtbar. Sein letzter Coup jener, der die Fähre versenkt, auf dem die Atombomben-Teile verladen wurden.

 

Madeleine

 

Sie ist sehr zurückhaltend und überaus sanft. Ihre Ausbildung scheint ihr Spaß gemacht zu haben. Es ist auch deutlich, dass ihr die Beziehung zu McKalean durchaus guttat, ihren Erfahrungsschatz erweiterte und auch sonst für "später" vorbereitete. Leider ist ihr Einsatz von schrecklichen Qualen begleitet, denn die NS-Offiziere, die für Verhör und Folter von Agenten zuständig sind, sind keine sehr nachsichtigen Herren. Es ist traurig, dass sie letztendlich den Einsatz nicht überlebte. Sie wird, obwohl man sie als tapfer beschreibt und als Agentin der Briten festhält und "benutzt", hingerichtet. 

 

Pokerface und Sinclair fotografieren die Unterlagen ...

Handlung

Im September 1939 wurde ein Ultimatum gestellt, das den Rückzug der deutschen Truppen aus Polen betraft. Da keine Antwort von den Deutschen kam, trat Großbritannien in den Krieg ein.

 

McKalean (auch Michaelian lt. IMDB) lernt die junge Inderin "Madeleine" kennen, die dort die Ausbildung absolviert. Er ist Ausbildner, der "Verrat und Täuschung" unterrichtet. Er verliebt sich in Madeleine, die ihm zunächst nicht mal ihren Namen nennen wollte. Sie wird in Codes, Sabotage und Funk ausgebildet. Sie wird daraufhin in den Einsatz geschickt. Sie soll dort Informationen über die Bewegungen der Truppen mitteilen.

 

Sie wirkt etwas verloren, als sie mutterseelenallein durch die Wälder streift. (Sie sollte doch "Leute" finden ...) Sie schlüpft in einen alten verlassenen Bauernhof und beginnt zu funken, wird jedoch bereits nach wenigen Minuten von einem Funkwagen bemerkt. Tags darauf versucht sie, auf der Eisenbahnroute nach Kohlen zu sammeln, die von den Zügen gefallen sind. Sie tischt dem deutschen Wachposten eine gekonnte Lüge auf, es kommt zum ersten Kontakt mit dem deutschen Posten. Auch dort hat sie das Notizbuch mit. Sie entkommt ihm.

 

Doch schon kurze Zeit später wird ihre Frequenz intensiv abgehört und der Bauernhof wird von deutschen Truppen gestürmt. In Großbritannien ist man offenbar nicht der Situation der Agenten im Feindesland bewusst, deshalb fragt man dauernd, warum sie nicht zur vereinbarten Zeit funkt? Möglicherweise ist das aber Strategie, denn wie es aussieht wissen die Deutschen, wo zu suchen ist. Der Trupp verfolgt sie und nimmt ihr die Kapsel aus dem Mund, die sie gerade zerbissen hat ...

Rezeption

Ein schöner Film mit schönen Bildern und einer schlüssigen Geschichte, die auch die Schwächen in diesem Spy-Business offenbart. Man wird ohne Rücksicht eingesetzt, so war das zumindest während des Krieges. Natürlich waren auch welche dabei, die sich bewährten und wieder zurückkehrten. Doch generell scheint das Agenten-Dasein eher davon geprägt zu sein, dass der schnelle Tod teil des Berufsrisikos ist, das beliebig erhöht werden kann, je nach politischer oder persönlicher Situation.

 

Andererseits kommen die anderen Beteiligten der Britischen Streitkräfte und der Regierung sehr gut weg. Es ist offenbar, dass etwa Agenten wie McKalean mit V-Frauen ausgestattet werden, um ihr Reüssieren in einem Auftrag zu erhöhen. Madeleine dagegen wurde ganz alleine losgeschickt. Die Verbindung zu ihrer Ausbildnerin, die sich sehr bemüht, ist zwar gegeben, wirkt aber scheinheilig, überhaupt in Verbindung mit Mr. Stevensons und Governs Entscheidungen. Es ist eine höfliche, aber deutliche Auslese. Und doch zeugen die Filme, die so entstehen von ein wenig Wehmut, etwas Erinnerungswert hatten die Agent*innen also doch!

 

Autor seit 9 Monaten
58 Seiten
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