Was ist ein Geist oder ein Gespenst?

Wenn erst der Abend kommt, und wenn es dunkel wird – dann nähern wir uns der Geisterstunde. Mit ihr rücken - für den Spiritisten - die Geister und Gespenster herbei.

Es sind binäre Wesen – halb Mensch, halb unwirklich Seiendes. Psychologen bezeichnen sie als Einbildung eines Kranken. Dennoch sprechen nahezu alle Kulturen von Geisterwesen.
Viele dieser Gestalten sind im Totenreich angesiedelt. Oft werden Gespenster dann auch als die Seelen der Toten betrachtet. Sie treten aus dem Jenseits hervor und erscheinen in der aktuell realen Welt. Manchmal sollen sie eine Botschaft bringen. In anderen Fällen bestrafen sie die Frevler, oder sie unterstützen die Rechtschaffenden.

Anhänger des Spiritismus versuchten zu allen Zeiten Geister in gemeinsamen Sitzungen, sogenannten Séancen, herbeizurufen, um sie für ihre Ziele einzusetzen.

Das Umfeld für eine Seance

Das Umfeld für eine Seance (Bild: Bonnybbx/ pixabay.com)

Zwei Königswitwen spuken in einem Schloss

Unsere Mythen sind voller sonderbarer Geister und Mischwesen. Diese halten sich bevorzugt in alten Gemäuern auf – zum Beispiel in Hampton Court Palace.
Dieses herrschaftliche Anwesen wurde um das Jahr 1500 erbaut. Es beherberge zahlreiche englische Könige – und den Geist von Katharina Howard. Sie wurde die fünfte Frau von König Heinrich VIII. Dieser nannte sie, der Legende nach, sein "Rose ohne Dornen".
Wegen einer angeblichen Untreue wurde sie zum Tode durch Erhängen und Vierteilung verurteilt. Durch die Fürsprache eines Edelmannes wurde die Strafe in eine Enthauptung verwandelt.
In der Todeszelle übte sie, so wird erzählt, den Akt der Hinrichtung, indem sie ihr Haupt mehrfach auf einen Holzklotz legte. Zusammen mit ihrer Vorgängerin, der dritten Frau des genannten Königs, soll sie nun regelmäßig die Hallen des Schlosses heimsuchen.

Hampton Court

Hampton Court (Bild: alexandria/ pixabay.com)

Real Ghostbusters

Ein englischer Psychologe und "Geisterskeptiker" unternahm dort vor Ort im Jahr 2000 mit bis zu 500 Testpersonen wissenschaftliche Untersuchungen.
Es wird, laut Wikipedia, von beklemmenden Gefühlen bei den Probanden, von Panikattacken bis zu erhöhten Werten im örtlichen Magnetfeld berichtet. Diese Wirkungen auf die Psyche der Teilnehmer wurde vom leitenden Forscher dann als Ursache der geschilderten Geistererscheinungen gewertet.

Draculas Schloss Bran

"Das Grauen schleicht durch die Nacht – nachts, wenn Dracula seine Eckzähne bleckt."
Ist alles Fake, oder ist die Story vom blutsaugenden Grafen doch wahr?

Nein, das Schloss, oder die Burg, gibt es wirklich. Sie liegt im rumänischen Brasov und wurde erst vor wenigen Jahren restauriert.

Burg Bran - das Dracula-Schloss

Burg Bran - das Dracula-Schloss (Bild: tpsdave/ pixanay.com)

Historiker gehen davon aus, dass der berühmte Fürst Vlad III. Dracula (genannt "der Pfähler") dort höchstens eine Nacht verbracht hatte. Der Fürst lebte um 1450. Seine besiegten Feinde ließ er bevorzugt auf spitzen Pfählen sterben.
Er hat den Beinamen "Dracula" seinem Vater zu verdanken, der Mitglied in einem Drachenorden gewesen sein soll. Dieser Drachenorden steht in Verbindung mit St. Georg, dem Drachentöter und benutzte als Symbol eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz beißt. Diese Schlange, im Griechischen Ouroboros genannt, war der Sage nach unsterblich. Sie ernährte sich aus der ihr innewohnenden Kraft.
Graf Dracula befand sich also in der langen Reihenfolge eines Rittertums, dass sowohl christliche Motive als auch alchemistische Quellen (die Nutzung der mystischen Schlangenkraft ) repräsentierte.

Blutsauger

Hat er, oder hat er nicht – gebissen? Eher nicht. Die Dracula Legende geht eher auf eine Feen-Königin Melusine zurück, die dort residiert haben soll.
Als überirdisches Wesen konnte sie sich der Sage nach in Drachen, Fische und eben in Fledermäuse verwandeln. Sie wird daher oft als Fledermauswesen mit Drachenschweif dargestellt.
In alten Zeiten verlieh das "Sternenfeuer" der Feen den irdischen Königen eine überirdische Schlangen-Kraft, die durch übernatürliche Kräfte, wie das Fliegen, dargestellt wurde.
Die geflügelte Schlangenfrau war also eher eine Heilerin, eine Äskulapin. Diese ursprüngliche Symbolik hat im Laufe der Kirchengschichte einige grauenhafte Änderungen erfahren.

Melusines Symbolgestalt als geflügelte Schlange und der entsprechende Drachenring des Vlad-Clans lassen sich in der einschlägigen Literatur bis auf die Göttergeschlechter der ägyptischen und sumerischen Gründerreiche zurückführen.
Dracula, ENKI und Ra – die Herren der Ringe. Der Kreis er-schließt sich. Wer hätte das gedacht.

Eine unheimliche Liste

  • Das Spukschloss im Spessart ist ein deutscher Unterhaltungsfilm aus dem Jahr 1960. Es wird als Grusical bezeichnet und stellt eine leichte Unterhaltung dar.
  • Schloß Deufringen bei Böblingen wartet mit einem deutschen Schlossgeist auf, das seit einem angeblichen Mord aus dem Jahr 1600 dort sein Unwesen treibt.
  • Der Film "Das Geisterschloss" aus dem Jahr 1999 (mit Catherine Zeta-Jones, der Ehefrau von Michael Douglas) überzeugt mit unheimlich beklemmenden Bildern von virtuellen Schlossgeistern. Gedreht wurde unter anderem im Herrenhaus Harlaxton Manor in der Grafschaft Lincolnshire in England. 

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Kann man Schloss Harlaxton besichtigen? Anscheinend ja.
Das Gebäude beherbergt heute eine Universität. Und es gibt eine website namens visitlincolnshire.com, die Hinweise auf Besuchsprogramme enthält. Ein Besuch lohnt sich … wenn man noch nicht von allen guten Gespenstern verlassen ist.

Enjoy the trip.

 

Textquellen: wikipedia.de
Bilderquelle: pixabay.com

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