(Bild: vampy24)

Alles Fake

Es gibt keine schwarze Rose. Leider.
Ein Suchbefehl unter Google klärt die Situation im Nu. Alle schwarz anzuschauenden Rosen sind gefärbt.
Aber der Blumenfreund kann eine Rose mit der Bezeichnung "Black Magic" beim Versandhändler kaufen. Und so sieht sie dann aus.

Der Artikel zum Thema Rosen auf Wikipedia ist lang und bringt eine Reihe von biologischen Daten.
Ein Blick in die Themenliste auf dem Autorenportal von Pagewizz zeigt dann auch erwartungsgemäß eine gut bestückte Liste von Texten zum Thema Rose. Da will man sich nicht noch anhängen - und dann noch als Blumen rookie, der sich in dem Thema überhaupt nicht auskennt.

Aber im zweiten Satz des Artikels macht ein Wort stutzig. Hagebutten. Dies sind die Früchte bestimmter essbarer Rosenarten.
Hagebuttentee kennt man aus der Kindheit. Diese werden also aus Rosen-"früchten" hergestellt. Da schau einer an. Der Mann aus der Großstadt hat wieder etwas dazugelernt.

Kultur und Mythos

Man will also das Wissen der Blumenfreunde nicht wiederkäuen. Aber als Freund von Mystik und Fantasy interessiert in dem Rosen-Artikel auf Wikipedia die Rubrik Kulturgeschichte und Mythologie. Mal schauen, was an spannenden Geschichten dabei herauskommt.

Die Perser werden als Jahrtausende alte Rosenfreunde genannt. Das erstaunt. Griechen, Römer und Chinesen – alle möglichen Kulturen werden aufgezählt. Die Details will man mit Fokus auf die Idee der "schwarzen Rose" im Moment nicht unbedingt wissen.

Die Rose als Symbol der Liebe ist wohlbekannt. Aber die Begriffe von Freude und Jugendfrische sind nicht so gegenwärtige Gedankenverbindungen.
Von Rosenöl wird gesprochen und von einer Geschichte, in der das rote Blut einer Nachtigall eine weiße Rose rot färbt. Ein prächtiges Bild, bei dem sich die thematische Umsetzung lohnt.

 

 

Bildquelle: Alexas_Fotos/ pixabay.com

http://pixabay.com/de/rose-valentin-liebe-gru%C3%9Fkarte-701720/

James Bond und die Jungfrau Maria

Im Religionsunterricht haben die Lehrer uns anscheinend nicht so schöne Geschichten erzählt wie Wikipedia dies heute tut. Die Rose wird mit Verschwiegenheit in Verbindung gebracht.
Deshalb hat der Beichtvater früher mit dem Beichtenden sub rosa gesprochen. Das heißt, in aller Verschwiegenheit, streng vertraulich: top secret.

Um die heilige Jungfrau Maria gab es eine Rosenmystik. Das liest sich schön für einen Freund der schönen Künste.
Es ist ein Ros entsprungen und von Jesse war die Art – diese Textzeilen nehmen darauf Bezug. Den Sinn von Jesse war die Art hat im Religionsunterricht oder in der Kirche beim Singen wohl kein jugendlicher Mensch verstanden.
So kommt man als urbaner Supermarktkäufer zu einem späten religiösen Verständnis um die Mutter Gottes.

Gebetsmühlen und das autogene Training

Dann fällt noch das Wort Rosenkranz. Rosenkränze haben in verklärter Erinnerung oft die alten Frauen in der Kirche gebetet. Was hat es mit diesem Ritualgegenstand auf sich?
Es handelt sich um eine Gebetskette, aber auch das Gebet selbst wird so genannt. Wahrscheinlich stammt die Bezeichnung ursprünglich von einem Faden, auf den Rosenblätter oder Blüten aufgereiht waren.
Bei den Vertretern der gegenwärtigen Generation sieht man diese Devotionalie nicht sehr häufig im Einsatz.

In TV-Berichten über Tibet werden oft Gebetsmühlen dargestellt. Auch hier zeigt sich der Prozess der Wiederholung von Gebetssprüchen - wie beim Rosenkranzbeten.

Der Wikipedia Artikel stellt dann einige Gebete des Rosenkranzes im Text vor.
Es fällt dem Leser wieder auf, dass die Textfolgen mitunter mehrfach wiederholt werden. Dies erinnert an die hinduistischen Mantras, von denen man liest. Auch bei Techniken wie dem autogenen Training kommen solche "formelhaften Vorsatzbildungen" zum Einsatz.
Eine Entspannungspraxis dieser Art soll die Gehirnleistung verbessern, den Blutdruck senken und hat offenbar ein Dutzend weitere positive Effekte. Neurowissenschaftler unterstützen seit Jahren diese Thesen mit ihren Untersuchungen.
Die Rose als Sinnbild innerer Ruhe und Klarheit – öfter einmal etwas Neues.

Der Rosenkranz und die Innenschau. In alter Zeit gab es offenbar zahlreiche geistige, oder spirituelle, Verbindungen zwischen dem Abendland, dem Morgenland und dem fernen Asien. Vielleicht sollte man hier einen Wissensaustausch crossover revitalisieren.

Vermischtes

Man liest dann noch, dass die Stadt Rosenheim ihren Namen von dieser Blume herleitet.
Das Bundesland Nordrhein-Westfalen führt eine "Lippische Rose" im Landeswappen.
Das Heideröslein von Goethe fällt dem Autor wieder ein.
Ebenso erinnert man sich, zumindest vom Titel her, an die Märchen von Dornröschen und Schneewittchen.

Urbanes Leben.

Der moderne Großstadtmensch hat schon ein Problem mit Themen wie "die Rose – eine Blume". Ganz einfach, weil die Gartenpflege und die Blumenzucht im städtischen Bereich nicht unbedingt beheimatet sind, außer in Kleingärten. Hinzu kommt, dass kulturelle Einflüsse die Interessen moderner Menschen in vielfältige Richtungen, außerhalb der Gartenpflege, ziehen können.

Das Wissensdefizit aus eigener Anschauung zwingt zu lateralem Denken, zum Querdenken, von der Jungfrau Maria zum Yogakurs und von der Blumenzwiebel zum Hagebuttentee.

Damit lässt der neugierige Hobbyautor es jetzt bewenden mit dem Thema der "schwarzen Rose".
Auf dem Rückweg vom Supermarkt kann er vielleicht noch ein schönes Exemplar in einer der Standardfarben erstehen. Darauf trinkt man dann in der zentral gelegen, lichtdurchfluteten Stadtwohnung zwei Tassen Hagebuttentee.

Den Tee sollte man nach dem Aufbrühen etwas abkühlen lassen. Keine Rose ohne Dornen.

Textquellen: wikipedia.de, Bilderquelle: pixabay.com

Laden ...
Fehler!