Für wen ist das Sachbuch "Glücksmomente in Gelee & Konfitüre"?

Ein Sachbuch, das sich mit Gelee, Marmelade und Konfitüre befasst, macht natürlich neugierig.

  • Ist es wie ein Kochbuch aufgemacht, das man in der Küche stehen hat und oftmals verwendet?
  • Liefert es ein Mehr an Informationen zum Thema Einkochen?
  • Oder ist es ein Sachbuch, das auch als Unterhaltungslektüre einen Mehrwert hat?

 

Glücksmomente in Gelee & Konfitüre

Eine Besprechung zum Buch: Glücksmomente in Gelee und Konfitüre
Ruth Weitz und Gaby Wengerter; Weitz und Weitz Verlag 2015; ISBN-13: 978-3981766301

 

Wie ist das Sachbuch gestaltet?

Rein optisch verspricht das Titelbild ein Eintauchen in (vielleicht) längst vergangene sommerliche Nachmittage mit Kaffee und Kuchen auf der Terrasse oder im ländlichen Garten. Ein Sich Zurückerinnern an fast vergessene Tätigkeiten: Obst ernten, Marmelade einkochen, Gläser verschließen und etikettieren. Sonntags beim Frühstück die selbst gemachte Konfitüre auf frisches Brot streichen und genießen. Oder am Nachmittag bei Tee in feinen Porzellantassen und Brötchen mit selbst gemachter Marmelade - herlich!

Die Doppelseiten sind grafisch ansprechend gestaltet: linkerhand das Objekt der Begierde, das fertige Gelee/die Konfitüre, appetitlich angerichtet, rechts das einfach gehaltene Rezept mit zusätzlich einem Kästchen mit einem Spezialtipp.

Das Layout mit der Schattenschrift und dem an Büttenpapier erinnernden feinen Strich sind wirklich auffallend schön gestaltet. Wie überhaupt Druck und Buchbinderei handwerklich erstklassige Arbeit geleistet haben.

Anmerkung: Da ich selbst Autorin bin, kann ich das fachlich sachlich beurteilen.

 

 

Glücksmomente in Gelee

Glücksmomente in Gelee (Bild: Copyright Ruth Weitz)

In folgende Themen ist das Buch gegliedert

  1. Jetzt kommen die Wilden - hier sind Wildfrüchte, Blüten oder Beeren im Mittelpunkt
  2. Rosenträume - ungewohnte Geleekompositionen mit Rosenblättern
  3. Beschwipste Gelees - Prösterchen kann man nur trocken bemerken; Ein Schuss Alkohol ist immer dabei.
  4. Wein, Wein - auch hier wird begeistert Wein mit Frucht verrührt
  5. Prickelndes im Marmeladenglas - jetzt kommt der Sekt ins Spiel
  6. Kinder an die Marmeladentöpfe - besonders Kinder ansprechende Rezepte stehen hier im Fokus
  7. Beeriges und Obstiges - hier finden sich die fruchtigsten Rezepte
  8. Der besondere Clou - ob Lakritz oder Schokolade - an diese Kombinationen haben Sie sicher noch nie gedacht (Ich jedenfalls nicht)
  9. Süßes und Salziges - mit Chutneys schließt der Rezeptreigen der etwas anderen Art
  10. Süßes im Menü - wurde extra für dieses Buch von einem Haubenkoch kreiert. Nachkochen erlaubt/erwünscht/gewollt.

Jedes Thema wird von einer Geschichte von Ruth Weitz eingeleitet. Zum Abschluss gibt es noch ein Kurzportät beider Autorinnen.

Rosenkonfitüre - schon optisch ein Genuss

(Bild: Copyright Ruth Weitz)

Kleine Anmerkung: Im Zutatenverzeichnis ist den Autorinnen ein kleiner botanischer Fauxpas passiert ist: Die botanisch/lateinischen Namen der betreffenden Pflanzen schreibt man, am Beispiel vom Schwarzen Hollunder, so:

"Sambucca nigra" und nicht "sambucca nigra". Der Gattungsname, "Sambucca" wird großgeschrieben, die Artbezeichnung (das Artepitheton) "nigra", wird kleingeschrieben; beides wird kursiv gesetzt. Fällt aber nur botanisch-affinen Wesen, wie ich es bin, auf; der Laie liest darüber hinweg. ;-)

Blick in das Buch - Rezept "Orangen mal anders"

Zutaten:

  • Saftorangen Glücksmomente in Gelee Johannisbeere
  • Johannisbeeren
  • Gelfix
  • Gelierzucker
  • frische Minze

Die Kombination aus Orangensaft, roten Johannisbeeren ist auf jeden Fall schon einmal schön erfrischend und fruchtig. Die Tüpfelchen in diesem Rezept sind aber die fein geschnittenen Minzeblättchen, die man ganz zuletzt zugibt. Auch wenn ich die Handvoll etwas reduziert habe; schön fruchtig frisch ergibt sich eine richtige Sommermarmelade für meinen Geschmack. Anmerkung: Jede Marmeladenköchin hat so ihre Schwerpunkte. So mische ich in Orangenmarmelade auf jeden Fall immer einige dünn geschnittene Orangenschalen dazu; auch dazu dient das Buch - die eigenen Kreationen ruhig mit einfließen lassen. Sich inspirieren lassen.

 

 

Mein persönliches Lieblingsrezept aus "Glücksmomente in Gelee & Konfitüre"

Rezept: Apfel trifft Kürbis

Halbe-Halbe Apfel und Hokkaidokürbis das Gewürz "Kürbiskönig" von Herbaria oder Sonnentor allerdings nicht püriert sondern mit kleinen feinen Stückchen. Ein Genuss.

Die Rezepte im Sachbuch und ihre Autorin Gaby Wengerter

Gaby Wengerter ist eine begeisterte Gärtnerin und Köchin und, wie der Haubenkoch Helbig es beschreibt, eine Kräuterhexe. Dass sie aus ihrer Passion für die Natur und ihre Produkte echte Marmeladenträume "Creation Gaby" gemacht hat, spürt man durch ihre Rezepte durch.

Die Fotos und Geschichten im Sachbuch - Ruth Weitz

Seit 1987 arbeitet Ruth Weitz als freie Journalistin, Autorin und Texterin Verlags-Homepage. 

Mit einer breiten Themenpalette von Politik, Sozialem und Kultur. Vorwiegend schreibe sie für die lokale Tageszeitung, aber auch für einige Magazine, für Unternehmen und Agenturen. Neben dem eigenen Blog schreibt sie auch für das Portal Pagewizz zu den unterschiedlichsten Themen.

Dass sie auch als Fotografin nicht zu unterschätzen ist, beweisen ihre stimmungsvollen und detailverliebten Fotos in diesem Buch. Wer sich für die Entstehungsgeschichte dieses Buches interessiert, der findet hier die Geschichte dazu.

Was ist das Besondere an diesem Rezeptbuch?

  • Marmeladen-/Konfitüren- oder Gelee-Rezepte mit unerwarteten Kombinationen und auch mit ungewöhnlichen Zutaten, die mit einigen Ausnahmen allerdings leicht erhältlich sind.
  • Damit nicht genug gibt es Menüvorschläge von Ludger Helbig, dem Sternekoch das Sterne-Restaurants "Auberge de Temple" in Johannesberg bei Aschaffenburg. Er kreierte extra aus diesem Anlass ein Menü mit Gabys Marmeladen.
  • Pro Kapitel gibt es eine passende Kurzgeschichte aus der Feder von Ruth Weitz, also bietet es auch einen unterhaltsamen Mehrwert.
  • Die Kreationen sind insgesamt verführend, sie doch zumindest einmal auszuprobieren. Zum Nachkochen, aber auch als Anregung eigene ungewöhnliche Zutaten auszuprobieren.

Für diese Personen ist das Buch bestens geeignet

  • Sie stehen jeden Sommer, selbst bei Hitze, in der Küche und rühren verliebt in einem Riesentopf die geernteten Früchte ihrer Gartenarbeit zu Marmelade, Gelee oder Konfitüre? Und produzieren Marmeladegläser in dreistelliger Stückzahl? Dann ist dieses Buch für Sie wunderbar geeignet.
  • Sie kaufen den Fruchtaufstrich für die Frühstücksbrötchen billigst bei Aldi und Co? Dann wird es höchste Zeit, dass Sie einmal austesten, was handgemachte Konfitüre von Fabrikmassenware unterscheidet.
  • Sie suchen für Ihre liebste Freundin, für Mama, Schwiegermutter oder Lieblingstante, die selig im Garten rumpuzzelt ein passendes Geschenk? Auch dann sind Sie die passende Kundin dafür.
  • Passend ist dieses doch etwas aus dem Rahmen fallende Sachbuch auf jeden Fall für Menschen, für die Langsamkeit und Achtsamkeit keine Horrorversionen sind und Selbermachen nicht Arbeit sondern auch ein gut Stück Kreativität bedeuten.
  • Spätestens zu Weihnachten, wenn Sie jedem Lieblingskind ein paar Gläser neuer Gelee- oder Konfitüre Kreationen schenken, wissen sie, dass das Buch zurecht als "Glücksmomente" bezeichnet wurde.

 

Nachsatz: Ich warte bereits auf die Sommersaison, denn die "Verführung in Birne" hält schon Ausschau nach mir. Nur sind die erforderlichen Pfirsiche einfach noch nicht reif.

 

Adele_Sansone, am 16.02.2016
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Bildquelle:
https://pagewizz.com/users/Adele_Sansone (Pflaume, Zwetschke - flotte Einmachtipps für das blaue Wunder)
Ruth Weitz (Gelee und Konfitüre mal anders)

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