Geschichte - Go im Wandel der Zeit

Die Ursprünge des Go-Spiels liegen mehr als 4000 Jahre in der Vergangenheit. Einer Vermutung zufolge sollten die Spielbretter anfangs für astronomische Zwecke genutzt werden. Bald entwickelte sich daraus jedoch eines der ältesten Strategiespiele der Welt.  Nach und nach näherte sich Go seiner heutigen Form an: Zwei Spieler, einer erhält schwarze, der andere weiße Steine, treten auf einem quadratischen, von Gitternetzlinien überzogenen Brett gegeneinander an. 361 (19x19) Kreuzungspunkte der Linien dienen als "Felder", also mögliche Positionen für Steine.

Bis ins 19. Jahrhundert war Go ausschließlich den höheren Bevölkerungsschichten zugänglich. So durften sich beispielsweise in den alten chinesischen Dynastien nur der Kaiser und seine hochrangigen Beamten dem Go-Spiel widmen. Erst in den letzten 200 Jahren verbreitete sich Go auf der ganzen Welt. Zu besonderer Popularität gelangte es in Japan, China und Korea, wo regelmäßig hoch dotierte Turniere und Spiele in Profi-Ligen stattfinden. 

Spielregeln - Leicht zu lernen, schwer zu meistern

Ziel beim Go ist es, mehr Punkte als der Gegenspieler zu erzielen oder diesen in eine solch aussichtslose Lage zu bringen, dass er aufgibt. Punkte erhalten Spieler für Gebiet (von eigenen Steinen umschlossene Schnittpunkte) und für geschlagene, bzw. "gefangene" Steine. 

Schwarz beginnt, im Gegenzug erhält Weiß von vornherein einige Punkte, um diesen Nachteil auszugleichen. Das sogenannte "Komi". Die Höhe des Komi liegt je nach Land und Turnier etwa zwischen 4,5 und 7,5 Punkten. Meistens wird es so festgelegt, das Unentschieden ausgeschlossen sind. Weitere grundsätzliche Regeln: 

  •  Gezogen wird abwechselnd. Ein Spielzug beinhaltet, entweder einen Stein auf einen freien  Schnittpunkt zu setzen oder zu passen (Das tut ein Spieler nur dann, wenn er meint, kein sinnvoller Zug sei mehr möglich).
  • Passen beide Spieler direkt nacheinander, endet das Spiel und die Punkte werden ausgezählt.
  • Einmal gesetzte Steine verbleiben unbeweglich an ihrer Position, außer sie werden gefangen.

Zwar sind die Grundregeln sehr einfach, doch die weiteren Feinheiten (Leben und Tod, Seki, Ko etc.) würden den Rahmen des Artikels sprengen. Du willst gerne Go lernen oder einfach mal ausprobieren? Die oben gezeigten Bücher erklären die Grundlagen des Spiels sehr ausführlich. Daher sind sie allen Interessierten zu empfehlen, die einen spannenden Einstieg ins Thema Go suchen. Anfangs, um die Regeln zu erlernen und erste Erfahrung zu sammeln, eignen sich auch kleinere Go-Bretter (9x9, 13x13). Spielmaterial gibt es hier:

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Die 10 goldenen Regeln des Go - Philosophische Ansätze eines Spiels

Die Philosophie, die sich hinter Go verbirgt, geht weit über ein Spiel hinaus. Messen der geistigen Kräft in einem fairen Miteinander, das von Respekt geprägt ist. Das will, das verkörpert Go. Es lehrt den Spieler Konzentration auf Wesentliches, Geduld, Kampfgeist, Toleranz und nicht zuletzt Weisheit. Vor 1300 Jahren wurden in China folgende elementare Grundsätze für Go aufgestellt:

  1. Der Gierige hat keinen Erfolg.
  2. Sei ohne Eile, wenn du dich in das Gebiet deines Gegners begibst.
  3. Pass auf Dich auf, wenn Du andere angreifst.
  4. Gib einen Stein auf, um die Vorhand zu bekommen.
  5. Gib das Kleine auf, um das Große zu sichern.
  6. Opfere, wenn Du Dich in Gefahr befindest.
  7. Baue feste Strukturen auf und vermeide überhastete Züge.
  8. Ein Zug muss die Züge des Gegners beantworten.
  9. Gegen starke Positionen muss man auf Sicherheit spielen.
  10. Suche den Frieden. Vermeide den Kampf in isolierten oder schwachen Positionen.

Erstaunliche Fakten

Astronomische Werte

Die Zahl aller möglichen Spielvarianten auf einem 19x19 großen Feld übersteigt die Anzahl der Atome in unserem Universum. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn das Universum eine Milliarde mal größer wäre, als heute vermutet. Egal wie oft ein Mensch spielt, wie viele tausend Mal er sich mit einem Gegner misst, niemals wird er ein und dieselbe Partie erleben. Vielleicht wird Go deshalb so oft als "Spiel der Götter" bezeichnet. Emmanuel Lasker (1868-1941), der 27 Jahre lang den Titel des Schachweltmeisters verteidigte, formulierte seine Gedanken zum Go folgendermaßen:

"Schach ist wohl auf die Bewohner dieser Welt beschränkt, Go geht aber irgendwie darüber hinaus. Wenn es auf anderen Planeten denkende Wesen gibt, dann kennen sie Go."

Fair und variantenreich

Treffen zwei Spieler unterschiedlicher Fähigkeiten aufeinander, ist es im Go ohne Weiteres möglich, das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Möglich wird dies durch "Vorgabesteine". Der schwächere Spieler bekommt Schwarz und erhält schon vor dem ersten Zug eine bestimmte Anzahl von Steinen auf dem Brett. Für jede Stufe einen Vorgabestein. Ähnlich wie bei asiatischen Kampfsportarten existiert im Go nämlich ein Rangsystem. Die Schülergrade reichen vom 30. Kyu (Anfänger) bis zum 1. Kyu (Höchster Schülergrad). Dann folgen die Meistergrade aufsteigend vom 1.-9. Dan.

Tradition im Internet

Obwohl Go eine lange Geschichte voll alter Traditionen besitzt, öffnen sich die Spieler der Moderne. Seit vielen Jahren wird Go im Internet gespielt. Besonders beliebt und bekannt ist KGS, ein Go-Server, der sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene begeistert. Neue Spieler sind stets willkommen.

Der Unbesiegbare

Früher, als noch kein Komi existierte, gelang es nur herausragenden Spielern mit Weiß zu bestehen. Honinbo Shusaku (1829-1862), ein begnadeter Go-Spieler, dessen Partien noch heute tausendfach studiert und nachgespielt werden, galt mit Schwarz als unbezwingbar. Er hatte eigens eine Eröffnung entwickelt, um die Vorteile des ersten Zuges perfekt auszunutzen. Auf die Frage hin, ob er denn gewonnen hätte, antwortete er häufig nur mit: "Ich hatte Schwarz." Damit war alles gesagt, denn niemand vermochte ihm als weißer Spieler das Wasser zu reichen.

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