Was ist Google Glass?

Google Glass ist ein superkleiner Computer, der in ein Brillengestell integriert ist. Am rechten hinteren Rand, also hinter dem Ohr, sitzt der Akku. Er soll bei normaler Nutzung ca. 8 Stunden halten. Hier ist auch ein Knochenschalllautsprecher installiert, so dass keine Kopfhörer erforderlich sind. Im rechten Brillenbügel befindet sich der Computer und auf der Oberseite des Bügels ein Touchpad, da nicht alle Funktionen durch Stimmbefehle aktiviert werden können. Am vorderen Rand befinden sich die Sensoren und ein Micro-USB-Anschluss. Das Auffälligste an Google Glass, sozusagen sein Erkennungszeichen, ist ein schwenkbarer Ausleger am vorderen rechten Rand der Brille. In ihm ist eine Weitwinkel-Kamera mit etwas der Qualität einer Smartphone-Kamera installiert. Außerdem ist hier ein Display mit einer Auflösung von 640 x 360 Pixeln untergebracht. Der Inhalt dieses Bildschirms wird über ein halb-durchlässiges Prisma in den Randbereich des Blickfeldes gespiegelt. Bei aktiver Brille sieht man von vorne die Anzeige aufleuchten. Blickt der Google Glass Träger nach oben sieht er die eingeblendeten Informationen. Angeschaltet wird die Brille durch kurzes Antippen des Touchpads oder eine Kopfbewegung nach hinten. Ausgeschaltet wird sie durch Wischen nach unten mit zwei Fingern auf dem Touchpad. Einzelne Befehle werden durch "Ok, Glass" eingeleitet. Dann folgt der einzelne Befehl z. B. "Take a picture". Die Befehlssprache ist zur Zeit Englisch.

Was bietet Google Glass?

In der Grundversion kann Google Glass Fotos oder Videos aufnehmen und diese auf Google+ oder ähnlichen Diensten teilen. Man kann über die Brille Informationen abrufen, z. B. über ein Bauwerk, vor dem man gerade steht, über bekannte Persönlichkeiten oder den Wetterbericht. Google Glass kann auch als Übersetzer dienen. Durch einen Sprachbefehl wie "What is good morning in Spanish?" wird die Übersetzung in den Knochenschalllautsprecher ausgegeben. Die meisten Anwendungsfunktionen werden bei Google Glass, wie bei einem Smartphone, über Apps zugeladen. Allerdings ist die Menge der nutzbaren Apps noch recht überschaubar. Die bekanntesten sind

  • Name Tag: Mit Hilfe einer Gesichtserkennungssoftware und der Verbindung zu verschiedenen Datenbanken, gibt Name Tag Informationen zu einer Person aus, von der man mit der Kamera ein Foto gemacht hat.
  • Moment Camera: Diese App nimmt alle paar Sekunden ein Bild auf, sobald sich ein Gesicht im Bildfeld befindet. Diese Fotos werden dann direkt auf einen Server geladen.
  • Captioning on Glass: 'Auf dem Smartphone gesprochene Worte werden in Text umgesetzt und im Display von Google Glass angezeigt. Gedacht ist diese App für Hörgeschädigte.
  • Word Lens: Übersetzt den Text fremdsprachiger Schilder, auch ohne Internetverbindung.

Manche Funktionen und Apps für Google Glass sind zwar ganz nützlich, die wirkliche Killer-Applikation gibt es aber noch nicht. Daher ist es zweifelhaft, ob genügend Käufer bereit sind ca. 300 € für diese neue Spielzeug auszugeben.

Zukunftsträume

Bedenken gegen Google Glass

Google Glass hat schon jetzt, vor seiner Markteinführung, zahlreiche Gegner. Hierbei geht es hauptsächlich um Datenschutz.

- Nicht jeder möchte immer und überall Gefahr laufen unbemerkt fotografiert zu werden. Mit Google Glass ist dies aber möglich. Bei der momentanen Explorer-Version, die schon einigen tausend Testern zu Verfügung steht, muss entweder der Befehl: "Ok, Glass. Take a picture" gesprochen oder ein Knopf am Bügel der Brille gedrückt werden. Für die Verkaufsversion hat Google aber die Möglichkeit geschaffen, das Foto mittels Augenzwinkern zu schießen. Der Fotografierte würde das gar nicht bemerken.

- Auch die App "Name Tag" greift in die 'Persönlichkeitsrechte Dritter ein. Schließlich möchte nicht jeder überall von jedem identifiziert werden können. Man muss keine kriminelle Vergangenheit haben, um dies abzulehnen. Geplant ist, dass sich jeder, der nicht durch "Name Tag" erkannt werden will, in eine spezielle Datenbank eintragen muss.

- Jede Gesichtserkennungssoftware verletzt das Persönlichkeitsrecht Dritter. Google hat zwar die Verwendung dieser Software für Google Glass verboten und will auch eine Hardwaresperre einbauen, aber wie lange wird es dabei bleiben, wenn Konkurrenten Brillen auf den Markt bringen, die nicht dieser Beschränkung unterliegen?

- Von dem Träger einer Google Glass wird automatisch ein vollständiges Bewegungsprofil erstellt und alle seine Anfragen, Fotos und sonstigen Aktionen gespeichert.

- Google Glass ist wahrscheinlich der heimliche Traum aller Polizisten und Geheimdienstler. Wenn man dann noch die Firmen zur Kooperation verpflichten könnte...

- Auch beim Autofahren stellt Google Glass eine echte Gefahr dar. Die Ablenkung dürfte noch wesentlich größer sein als beim Telefonieren während der Fahrt.

Fazit:

Die Technik an sich wird sich kaum noch verhindern lassen. Es käme jetzt also auf entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen an. Allerdings dürften diese schwer durchsetzbar sein. Softwareentwickler haben jetzt schon mitgeteilt, dass Goggles Hardwaresperre gegen die Gesichtserkennungssoftware leicht zu knacken ist.

Bilder:

Brille: Gisela Peter/pixelio.de

 

 

Autor seit 2 Jahren
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