Welche Influenzaviren werden eine Grippewelle auslösen? Wird der ausgewählte Impfstoff zuverlässig sein?

Jedes Jahr arbeiten Wissenschaftler intensiv daran, um ein Impfpräparat herzustellen, dass eine möglichst optimale Wirkung erzielen wird. Die Forschungsarbeiten der Experten werden in der Regel von zeitlichem Hochdruck begleitet, denn sie müssen sich schon sehr früh für ein Präparat entscheiden. Von ihnen wird erwartet, dass sie sich mit einer äußerst genauen Treffsicherheit lange vor dem Beginn der nächsten Grippewelle entscheiden, welcher Virus/welche Viren für die kommende Erkrankung wahrscheinlich verantwortlich sein werden.

Eine ausreichende Vorlaufzeit für die erforderliche Planung, spätere Produktion, Verteilung und die rechtzeitige Impfung von Patienten muss daher berücksichtigt werden. Dies alles bedeutet, dass sich die forschenden Biologen schon sehr frühzeitig einig sein müssen, mit welchen Krankheitserregern zu rechnen ist. Wahrlich keine leichte Aufgabe, dies genau zu treffen und bereits ein Faktor, warum das so eine Sache mit der Zuverlässigkeit des ausgewählten Impfstoffes ist.

Veränderte Viren mindern die Wirkung der Grippeschutzimpfung

Wenn die Entscheidung für die Zusammensetzung des Impfstoffes von den Verantwortlichen getroffen wurde, kann sie später nicht mehr geändert werden. Die Influenzaviren dagegen haben bis zur nächsten Grippesaison noch lange genug Zeit, sich zu verändern. Dies erschwert die zuverlässige Wirksamkeit der dann eingesetzten Impfstoffe, denn eine flexible Antwort auf diese Änderungen ist durch die lange Vorbereitung unmöglich.

Leider ist es so, dass die Wirksamkeit schon bei geringen Veränderungen der Influenzaviren oder bei veränderten Anteilen der unterschiedlichen Virustypen, zu einer erheblichen Reduzierung der erhofften Schutzwirkung führen kann. Die Unsicherheit ist immer da, denn der von den Wissenschaftlern entwickelte und bei den Patienten eingesetzte Impfstoff ist nur hilfreich bei einem bestimmten Virustyp oder eben nur bei mehreren, ganz bestimmten Typen von Influenzaviren.

Grippe: die Schutzimpfung und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission

Um den Preis der in jedem Jahr angebotenen Grippeschutzimpfungen und die ärztlichen Honorare dafür, brauchen sich Patienten keine Sorgen zu machen, denn die Kosten werden auch von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Impfempfehlungen für die Influenza werden genauso wie für andere Krankheiten, zum Beispiel Masern oder Keuchhusten, von der Ständigen Impfkommission gegeben. Die auch als STIKO bezeichnete Kommission gehört zum bekannten Robert Koch-Institut (RKI), einer Behörde, die über die Gesundheit von Millionen Deutschen wacht.

Weil es bei Menschen, die das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben, im Verlauf einer Grippe auch zu Komplikationen kommen kann, wird von der STIKO ausdrücklich für diese Altersgruppe eine Impfung empfohlen. Wegen eines in der Regel schwächeren Immunsystems, ist ein längerer Verlauf der Erkrankung mit zusätzlichen Zweitinfektionen wie eine Lungenentzündung oder eine Entzündung des Herzmuskels, durchaus möglich. 

Im umgekehrten Fall heißt dies jedoch auch, dass nach den bisherigen Erfahrungen wahrscheinlich (nahezu) alle Menschen die jünger sind, eine Influenza wesentlich besser überstehen können. Es bestehen bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Impfempfehlungen für die Altersgruppe unter 60, mit Ausnahme von Patienten, die zu den Risikogruppen wegen einer Erkrankung zählen.

Senioren: Das Immunsystem "spricht schlechter an" auf das Impfen

Gerade älteren Menschen wird, wie bereits oben erwähnt, eine Influenzaimpfung von der Ständigen Impfkommission ausdrücklich empfohlen. Experten haben jedoch im Laufe der Jahre festgestellt, dass gerade diese Altersgruppe anders auf die Impfungen anspricht: die Gruppe, die meistens wegen einer abgeschwächten Immunabwehr einen sehr guten Schutz brauchen würde, spricht nach den bisherigen Erfahrungen, deutlich schlechter auf eine Impfung an. Wieder ein Grund, warum besonders Senioren trotz einer Grippeschutzimpfung, krank werden können.

Ohne Impfung die Abwehrkräfte stärken gegen Grippe und Erkältungen
Erkältung - Grippe: Wie kann ich schnell, einfach und eff...

Übrigens: der im Kampf gegen die Influenza entwickelte Impfstoff hilft nicht, wie manche Menschen vielleicht glauben, gegen die häufig vorkommenden Erkrankungen der oberen Atemwege. Gegen eine Erkältung, die meistens von Adeno-, Corona- und auch Rhinoviren ausgelöst werden, bietet die Impfung keinen Schutz.

Immunsuppressiva und die Wirksamkeit der Grippeschutzimpfung

Wer unter einer Autoimmunerkrankung leidet, bekommt oft Medikamente von seinem Hausarzt verschrieben, die die Arbeit der körpereigenen Immunabwehr unterdrücken und damit einschränken soll. Zu den häufig vorkommenden Krankheiten, die sich gegen den menschlichen Organismus richten, gehören zum Beispiel Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis, Rheuma, Gicht, Morbus Crohn oder auch Hashimoto, und viele mehr.

Bei Patienten von Autoimmunerkrankungen, die beim Auftreten von starken Beschwerden die sogenannten Immunsuppressiva einnehmen, ist auch davon auszugehen, dass sich die Wirkung durch die Grippeimpfung verringert, es zu einer Nicht- oder Teilwirkung kommt.

Autor seit 5 Jahren
14 Seiten
Laden ...
Fehler!