Was ist ein guter Vorsatz?

Ein Vorsatz ist eine Absicht (*). Das hört sich gut an.Also nach vorne schauen und etwas unternehmen. Was will man unternehmen? Formulierungen wie "Irgendwie muss ich da etwas ändern" helfen nichts, das weiß man selbst.

Zu einem Vorsatz gehören zwei Dinge (*):

1. eine Zielabsicht (Im nächsten Jahr will ich am städtischen Marthonlauf teilnehmen).
2. Eine ausformulierte Umsetzung. Diese beinhaltet:

  • Ort
  • Zeit
  • Art und Weise der Handlung.

Vor den Erfolg haben die Götter ...

Das hört sich anfangs etwas kompliziert an. Der gute Vorsatz allein reicht also nicht aus, so sagen die Fachleute. Zu einer erfolgreichen Strategie gehört noch eine beabsichtigte Zielerreichung mit action points. Sonst wird das schon im Ansatz nichts mit den guten Vorsätzen.

Im Prinzip und im Detail muss der Mensch sich also Zeit nehmen, sich in eine stille Ecke setzen und sagen "Im nächsten Jahr will ich <das und das> erreichen. Aufschreiben ist noch besser.
Stimmt das auch? Die Experten sagen Ja. Forscher haben Experimente zum Thema Gesundheitsverhalten unternommen und diese Aussagen wurden bestätigt (*).

Also: einen Vorsatz für das neue Jahr mit einem konkreten Ziel und Durchführungsplan zu versehen verspricht gute Chancen, dass der Vorsatz in der Durchführung erfolgreich wird.

Jubel (Bild: geralt)

Motivation bewegt

In der ersten Folge der Fernsehserie "Shogun" fragt der Kardinal den Missionar: "Wofür brennst Du?". Das ist eine gute Frage. Sie führt uns zum Thema der Motivation.

Was treibt dich an? (Bild: Skeeze)

Warum macht der Mensch so etwas - sich Vorsätze für das neue Jahr vorzunehmen?

"Bedürfnisse" sind die magischen Triebkräfte hinter unserer Motivation. Der Ausdruck ist ein paar Überlegungen wert, denn Bedürfnisse bestimmen unser Leben in ganz wesentlicher Art und Weise.
Aus der Schule oder von der Uni erinnert man sich an die Bedürfnispyramide von Maslow. Dabei geht es eingangs um die wirtschaftlichen Grundbedürfnisse, die ein jeder Mensch hat:
Essen, Wohnen, Kleiden.

Aber die Story von der Motivation fängt schon sehr viel früher in unserem Leben an – als Baby. Neugeborene zeigen immer die gleichen frühkindlichen Reflexe - saugen und greifen (*).
Diese "Triebe" sind uns angeboren, sie sind genetisch verankerte – Instinkte.
6000 Reflexe hat die Wissenschaft bisher katalogisiert (*), eine erstaunliche Zahl.

Im Gleichgewicht bleiben

6000 Baby Reflexe erklären immer noch nicht die Ursache für die entsprechenden Handlungen des erwachsenen Menschen bzw. die Motivation dazu. Man muss also eine Schicht tiefer im menschlichen Verhalten suchen.
Es folgte eine Theorie des physiologischen Gleichgewichtes (*). Physiologie ist, vereinfacht gesagt, die Lehre von den Vorgängen im Körper. Wenn es kalt wird, dann hat der Körper die Tendenz, den Wärmehaushalt auszugleichen usw. .

Im Zusammenhang mit dem Thema "Motivation" kommt man zu einer ganzen Reihe von Gründen zum Ausgleich des physiologischen Gleichgewichtes (*). Dazu gehören:

  • Hunger
  • Durst
  • Fortpflanzung.

Allerdings bestehen Motivationen auch dann in uns weiter, wenn bestimmte physiologische Grundbedürfnisse bereits befriedigt sind (*).

Jetzt kommen die Gefühle ins Spiel.

(Bild: Alexas_Fotos)

Die Gefühle bestimmen unser verhalten in massiver Weise. Wir wollen etwas erleben jenseits der grundlegenden Sättigungsgefühle. Daher wird auf der Liste für das kommende Jahr in unseren Breitengraden eher nicht der Wunsch nach einer warmen Mahlzeit stehen, sondern der Erlebnis-Urlaub, ein beruflicher Aufstieg oder ähnliches.

Durch Vorsatzbildung und entsprechende Handlungen im Gleichgewicht zu bleiben bedeutet dann mehr als die Auslotung körperlicher Mangelerscheinungen wie Hunger und Durst. Action ist gefragt, Gefühle ausleben. YOLO-ähnliche Ziele, aber in konkret definierten Vorsätzen, bestimmen den nächsten Level der Vorsatzbildung.

Die Innenwelt und die Außenwelt

Das hört sich gut an mit dem Ausleben. Fast möchte man schon zur Tastatur greifen und die Vorsätze für das neue Jahr konkretisieren. Einen Gedanken gibt es noch, der ein paar Minuten Bedenkzeit wert ist.

Tue ich es für mich oder für die anderen? Wenn ich einige Vorsätze ganz für mich allein fasse, dann will ich Spaß haben. Dies nennen die Psychologen die intrinsische Motivation.
Intrinsisch kommt aus dem Lateinischen und heißt inwendig. Mein Hobby ausleben, einen Berg besteigen, den Stadtmarathon laufen.

(Bild: Skeeze)

Extrinsische Motivation kommt von außen. Man will sich einen Vorteil verschaffen oder einen Nachteil vermeiden. Also lautet der Vorsatz zum Beispiel: im Beruf weiterzukommen, indem man im Mai den Vertrag mit dem Großkunden abschließt.

Es ist eine faire Warnung der Wissenschaftler, dass man mit seinen Vorsätzen vorsichtig umgehen soll. Wer nämlich zu sehr nach äußeren Anreizen giert, der verliert den Spaß an der Freud', sprich die intrinsische Motivation. Dies nennt sich "Korrumpierungseffekt" (*).

Zusammenfassung: Vorsätze für das neue Jahr

Was gehört also zu einer ernsthaften Vorsatzbildung?

  1. Eine Zielabsicht (der städtische Marathonlauf).
  2. Die vorgenommene Handlung in Form einer ausformulierten Zielbeschreibung (Ort, Zeit, notwendige Tätigkeiten. Der Trainingsplan).

Eine gute Planung ist die halbe Miete (Bild: Unsplash)

Das Thema "Gute Vorsätze – Müll oder Motivation" kann zum Nachdenken anregen.
Die Umsetzung in der geschilderten Form erfordert zwar etwas Aufwand, aber die Ergebnisse könnten dafür mehr als entschädigen.

Und das Thema mit dem Korrumpierungseffekt ist eventuell auch ein paar Gedanken wert. Wenn die Abdeckung der Grundbedürfnisse einigermaßen "in trockenen Tüchern" ist, dann sollte der Spaß am Leben ausreichend Platz bekommen – YOLO.
Im folgenden Jahr um diese Zeit kann man dann sehen, ob die Methode etwas gebracht hat.

Ein gutes Jahr 2017!

(Bild: Gellinger)

Laden ...
Fehler!