Der Wunsch nach einem Haustier

 Als Erwachsener ist der Wunsch des Kindes, ein eigenes Haustier zu haben, durchaus nachvollziehbar. Dennoch ist ein Haustier nicht irgendein Geschenk, oder einfach so ein Wunsch, den Sie mal eben erfüllen. Ein Tier ist ein Lebewesen und kein Gegenstand, den das Kind einfach beiseite legen oder unter das Bett schieben kann, wenn es keine Lust mehr darauf hat. Ist das Haustier erst einmal da, dann hat es Bedürfnisse, und das Recht, dass diese auch befriedigt werden.

Aus der Sicht des Kindes betrachtet sieht das Ganze aber etwas anders aus. Vielleicht hat der Freund oder die Freundin ein Haustier bekommen. Dann steht vielleicht ein Käfig im Kinderzimmer, in dem ein niedlicher Hase lebt, ein Kätzchen schläft im Kinderzimmer, oder es tobt vielleicht sogar ein kleiner Hundewelpe durch das Haus. Ihr Kind möchte mit dem Tier kuscheln und schmusen, findet es niedlich, mag das weiche Fell streicheln – und findet Tiere einfach nur ganz toll.

 

©Alexandra Muders

 

Haustiere kosten Geld – ein Leben lang

 

Leider werden die Kosten sehr oft unterschätzt. Ihr Kind wünscht sich einen Hamster als Haustier? OK, denken Sie, denn ein Hamster kostet oft nicht mehr als 5 Euro. Das ist richtig, aber bei diesen geringen Ausgaben bleibt es nicht, denn das Tier hat Bedürfnisse, die Sie täglich erfüllen müssen. Und eben diese Bedürfnisse kosten Geld. Je nachdem, welches Tier sich Ihr Kind wünscht, können die Kosten sehr unterschiedlich sein. Zudem sollten Sie beachten, dass Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die täglichen und die außergewöhnlichen Kosten tragen müssen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©Alexandra Muders

Ein Bauernhofkätzchen bekommen Sie unter Umständen geschenkt. Wenn Sie eine Katze kaufen, dann gehen Sie von einem niedrigen Preis aus, der bei ca. 100 Euro liegt, bis zu einem hohen Preis der mehrere Hundert Euro betragen kann, wenn es eine Rassenkatze sein soll. Dazu kommen Kosten der Impfung von ca. 40 bis 120 in jedem Jahr, sowie Kosten für Wurmkuren und Ähnliches. Soll die Katze kastriert werden, dann können hierfür bis zu 200 Euro anfallen. Bei einem Hund liegen die Kosten noch höher, wobei hier noch keine laufenden Kosten mitgerechnet sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

©Alexandra Muders

Sie benötigen für jedes Tier eine Grundausstattung. Ein Hund benötigt Fressnäpfe, Wassernäpfe, einen Hundekorb, Halsband und Leine, einige Spielzeuge usw. Die Katze benötigt eine Katzentoilette, Näpfe, ein Körbchen zum Schlafen, einen Kratzbaum usw. Das Tier braucht jeden Tag ein ausgewogenes und artgerechtes Futter. Bei einer Katze rechnen Sie dafür einen monatlichen Preis von 50 bis 100 Euro ein. Haben Sie einen Hund, der eventuell ein spezielles Futter benötigt, können Sie dafür schnell bis zu 200 Euro im Monat hinlegen. Sind Sie bereit diese Ausgaben über viele Jahre jeden Monat zu investieren? Bei einem Hund oder einer Katze gehen Sie diese Verpflichtung für ca. 10 bis 15 Jahre, manchmal auch länger, ein.

 

 

 

Zeit und Zuwendung - Haustiere haben individuelle Bedürfnisse

 

 

Es ist aber nicht damit getan, den Hasen in einen schönen Käfig zu setzen, der Katze einen tollen Kratzbaum aufzustellen, und dem Hund das neueste Hundespielzeug zu kaufen. Tiere sind Lebewesen, die ganz individuelle Bedürfnisse haben. Tiere die im Käfig leben, wie zum Beispiel Hasen und Meerschweinchen, sollten täglichen Freilauf im Zimmer bekommen. Dazu brauchen Sie Zeit, müssen danach eventuell den Boden säubern usw. Katzen möchten beschäftigt werden. Die Tiere lieben es, mit ihrem Menschen zu spielen und zu toben. Sie möchten gestreichelt werden, haben aber auch Phasen, in denen sie ihre Ruhe haben, und nicht angefasst werden möchten.

 

Ein Hund braucht nicht nur Bewegung, sondern muss mindestens dreimal am Tag nach draußen. Dort kann er Artgenossen treffen, er kann ausreichend schnuppern, laufen, toben und spielen. Natürlich bekommt er mit jedem Spaziergang auch die Möglichkeit sich zu entleeren. Hat der Hund Durchfall, oder kaufen Sie einen Welpen als Haustier, dann machen Sie diese Hunderunden auch in der Nacht. Sind Sie bereit, mehrmals am Tag, ganz egal, ob es regnet, schneit, stürmt oder gewittert, mit dem Hund nach draußen zu gehen?

 

Sind Sie bereit, einen großen Teil Ihrer Freizeit für die Erziehung des Hundes zu opfern. Falls Sie dies nicht alleine schaffen, dann kann Ihnen ein professioneller Hundetrainer helfen, der ebenfalls Geld und Zeit kostet. Auch der Besuch einer Welpenschule erfordert all dies von Ihnen. Da aber auch der Hund ein soziales Wesen und ein Rudeltier ist, möchte er Ihre Aufmerksamkeit, und eng zusammen mit Ihnen in einem Rudel leben.

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Und was ist mit Urlaub?

 

Genau – da war doch was...

Wohin mit dem Haustier, wenn Sie in Urlaub fahren? Den Hamster oder auch den Vogel im Käfig können Sie sicherlich bei Freunden oder Familienmitgliedern unterbringen. Etwas schwerer wird es bei einer Katze. Wer versorgt die Katze während Ihrer Abwesenheit? Wenn Sie niemanden finden, der das Tier in Ihrer Wohnung versorgen kann, dann bleibt Ihnen nur einer Tierpension. Das gilt auch für Ihren Hund, wenn Sie ihn nicht mit in den Urlaub nehmen können oder möchten. Bedenken Sie aber, dass auch das Tier unter der Trennung leidet, und Sie unter Umständen schrecklich vermissen wird.

Verantwortung tragen – so klappt es bei Haustieren für Kinder

 Sind Ihre Kinder noch nicht eingeschult, dann sehen Sie generell von einem eigenen Haustier ab. Es sei denn, bei Ihnen leben bereits Tiere, und das Kind ist mit diesen aufgewachsen. Ein Hamster, auch wenn er klein und preiswert ist, eignet sich generell nicht als Haustier für Kleinkinder. Hamster sind schreckhafte Tiere, die auch nicht gerne in die Hand genommen werden. Möchte Ihr Kind einen Hamster als Haustier, sollte es mindestens 10 Jahre alt sein, und sich vorher schon mit den Bedürfnissen dieser Tiere befassen. Nutzen Sie dazu Bücher und anderes Infomaterial, und schauen Sie sich dieses zusammen mit dem Kind an.

 

 

Eine Katze kann sich zwar gut anpassen, ist aber auch kein Schmusetier und keine nette Plüschfigur. Gerade Katzen haben ein sehr eigenes Wesen. Sie haben Phasen, in denen sie nicht angefasst, und am liebsten ganz in Ruhe gelassen werden möchten. Erst dann, wenn Ihr Kind dies akzeptieren und verstehen kann, wenn es alt genug ist, um dem Tier sein Futter hinzustellen, um beim Reinigen der Katzentoilette zu helfen und wenn es die Bedürfnisse von Katzen kennt, sollten Sie über die Anschaffung nachdenken. Machen Sie am besten einen Besuch im nächsten Tierheim, und schauen Sie sich dort Katzen an, die dringend ein liebevolles neues zu Hause suchen. So sehen Sie auch, wie sich Ihr Kind den Tieren gegenüber verhält.

 

Foto:©Alexandra Muders

 

 

 

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