In einem österreichischen Magazin

Helen Mirren lacht uns aus einem Magazin entgegen: Sie trägt von Kopf bis Fuß RED und wagt einen dramatischen Schnitt ihrer Couture, wohl wissend, dass ihre Figur darin betont wird - aber nicht zu sehr ... Minuten vergehen in denen der Betrachter zu ergründen versucht, welche Botschaft in diesem Bild steckt. Sie ist von einem Blumenmeer umgeben, der im Farbton mit dem Rotton des Kleides harmoniert. Ihr weißes Haar zu einem Dutt hochgesteckt, strahlt sie in die Kamera und behält dennoch ein Geheimnis, fast als würde sie sagen: "Wissen Sie, was ich über Sie gelesen hab?!"

Und damit kehrt sie insgeheim ihre Präsenz um und ertappt den Leser dabei, etwas über sie herauszufinden. Derart beschämt wirdmen wir uns dennoch in den nächsten Zeilen ihrer Karriere, ihren Filmen und lassen uns von ihr von ihrer Wandlungsfähigkeit beeindrucken.

Helen Mirren trägt oft und gern Rot. Ein frisches Kirschrot ... (Bild: bing/suche)

Eine wahre Dame eben

Helen trug an ihrer Geburt, am 26. Juli 1945 noch den Namen Mirnoff, der auf die Herkunft ihres Vaters hindeutet. Sie ist die Tochter von Kathleen "Kitty" (geborene Rogers) und Vasily Petrovic Mirnoff, das sich in Großbritannien niedergelassen hatte und fand bald die Liebe zum Theater. Nach der Ausbildung am National Youth Theatre debütierte sie 1965 in "Antony and Cleopatra" und wurde prompt in die Royal Shakespeare Company eingeladen. Es folgten Jahre der Arbeit für Fernsehen und Film. Der internationale Durchbruch gelang ihr schon 1980 mit einer Rolle in "The Long Good Friday". Im selben Jahr verstarb ihr Vater Vasily, der als Mitglied des russischen Adels in England exiliert gewesen war. Der einstige Violinist des London Philharmonic Orchestra, hatte ein abwechslungsreiches Leben geführt, und war ua. als Civil Servant im Transportministerium eingesetzt gewesen. Er hatte den Namen der Familie in "Mirren" geändert.

Ob es er war, der Helen auch früh dazu ermunterte, am Schulschauspiel mitzuwirken, ist nicht bekannt. Jedenfalls fiel es ihr aufgrund ihres Elternhauses sicher leicht, für Rollen vorzusprechen und so wurde sie schon zu Schulzeiten bei Produktionen bejubelt. Eine Cousine väterlicherseits ist das Model und Bondgirl Tanja Mallet.

Hätten Sie sie erkannt? Helen in jungen Jahren. (Bild: bing/suche)

Helens Präsenz verstärkt sich

Es folgte "Cal", "2010" (1984) und 1985 war sie an der Seite von Tom Skerrit im Spionage Thriller "Red King, White Knight" zu sehen, in dem sie eine in Russland beheimatete Professorin gibt, die gebeten wird, in die USA zu übersiedeln, dies aber ausschlägt, da ihr die Studenten in ihrer Heimatstadt zu sehr am Herzen liegen. Betrachtet man die Filme heute, kann man kaum glauben, dass es sich um Helen Mirren handelt, denn aus den späteren Werken kennt man sie in eleganten Abendkleidern. In diesem Film aber gibt sie sich leger und hilft, ein Attentat auf damaligen Präsident Gorbatschow zu verhindern. Am Beginn der Neunziger Jahre beginnt Helen ihre Arbeit in der Serie "Prime Suspect", die bis 2006 andauerten. Mit ihrer Performance darin erntet sie drei British Academy Television Awards alls beste Schauspielerin sowie weitere Awards.

Das Arbeitspensum, das bereits in den Achziger Jahren bedeutsam war, verstärkt sich in den Neunzigern noch. Es entstehen eine Reihe von Produktionen, in der Helen längst zum gefeierten Star avancierte, der nicht mehr, wie in ihren Beginn-Jahren von ihr kritisiert "wie ein Stück Fleisch" behandelt wurde. Später entschuldigte sich der angesprochene Director und schwärmte von ihr als "Great Actress" und "Lovely Person".

 

In den Neunzigern, wird Helen, kurz nach ihrer Eheschließung mit Tayler Hackford, für "Teaching Mrs. Tingle" gecastet, der Film entsteht 1999. Danach entsteht eine kürzere Pause in der Filmbiografie, die erst in den Jahren nach der Jahrtausendwende wieder Filme aufweist. Das Portfolio ist kontinuierlich und von bemerkenswerter Fülle, was auf ein sehr gut organisiertes Management hinweist. Und in dieser Zeit trudeln auch schon regelmäßig die Schauspiel-Ehrungen ein: BAFTA, Golden Globe und Academy Awards erntet sie für ihre Darstellungen, die ihr 2006 auch die Rolle der Queen im gleichnamigen Film einbringt.

Film- und Theaterbiografie (Auswahl)

 

 

Theater

1966 The Revenger's Tragedy

1967 All's Well That Ends Well

1968 Troilus und Cressida, As You Like It

 

Film

1967 Herostratus

1968 Midsummer Night's Dream

1969 Age of Consent

 

 

 

1973 O Lucy Man!

1979 Caligula

 

 

1981 Excalibur

1984 2010

 

 

1994 The Madness of King George

1996 Some Mother's Sonntag

1997 Painted Lady

1998 The Prince of Egypt

 

 

 

Mirren in "The Queen", 20006

 

 

 

 

 

2001 Gosford Park

2003 Calendar Girls

2004 The Clearing, Pride, Raising Helen,

2005 Shadowboxer, Elisabeth I. (Serie)

2006 The Queen (Bild)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2010 Red (Im Bild links: Mirren im Abendkleid an der Waffe in der umkämpften Tiefgarage, hinter ihr ein Kollege - John Malkovich - im Smoking.)

2012 Hitchcock

2013 Red 2

2014 The Hundred-Foot Journey

2015 Woman in Gold, Trumbo

2017 Fast and Fourisous: The Fate of the Furious, The Leisure Seeker

2019 Hobbs and Shaw

 

 

 

 

2021 F9

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