Hermann Buhl

Hermann Buhl war ein österreichischer Alpinist, der 1953 den Nanga Parbat als erster Mensch überhaupt, im Alleingang und ohne Sauerstoff bestieg und damit eine bis dahin einmalige Leistung in der Bergsteigergeschichte erbrachte. Die Besteigung gelang ihm am 3. Juli 1953 im Rahmen der Willy-Merkl-Gedächtnis-Expedition, die durch den Münchener Arzt Dr. Karl Herrligkoffer geleitet wurde. Hermann Buhl war am Nanga Parbat volle 41 Stunden allein unterwegs. Als Beleg seiner Besteigung ließ Hermann Buhl seinen Eispickel und die pakistanische Flagge am Gipfel zurück. Am Nanga Parbat verlor Buhl zwei Zehen aufgrund von Erfrierungen. 1999 wurde der Pickel von einer japanischen Expedition gefunden und der Witwe Hermann Buhls zurückgegeben.

Vier Jahre später, am 9. Juni 1957 bestieg er zusammen mit Fritz Wintersteller, Kurt Diemberger und Marcus Schmuck als Erster den Broad Peak (8051 m) im Karakorum. Hermann Buhl ist damit neben Kurt Diemberger der einzige Bergsteiger, der zwei Achttausender erstbestieg.
Wenig später -  im Juni 1957 - stürzte Hermann Buhl bei einem Besteigungsversuch der nahe dem Broad Peak befindlichen Chogolisa (7654 m) mit einer Wechte ab und ist seitdem verschollen. Kurt Diemberger, der mit Buhl in einer Seilschaft zusammen die Chogolisa zu besteigen versucht hatte, ging Buhl nur wenige Meter voraus. Anhand eines von Diemberger gemachten Fotos der Absturzstelle ist an der Gehspur im Schnee zu erkennen, dass Buhl im Schneegestöber wohl kurzzeitig die Orientierung verloren und zu nah an den Wechtenrand gelangt sein dürfte, woraufhin die Wechte unter seinem Gewicht nachgab.

Reinhold Messner

Reinhold Messner ist ein Extrembergsteiger aus Villnöss in Südtirol, Italien. Er ist der erste Mensch, der auf den Gipfeln aller 14 Achttausender stand und zudem der zweite Mensch, der die Seven Summits erreichte. Für diese Erfolge benötigte er insgesamt 16 Jahre, wobei die Besteigung des Nanga Parbat im Jahre 1970 sein erster Achttausender und die Besteigung des Lhotse im Jahre 1986 sein letzter Achttausender war. Außerdem stand er zum Beispiel zweimal auf dem Gipfel des Mount Everest, wobei die erste Besteigung ohne zusätzlichen Sauerstoff stattfand.

Vor 1970 machte Reinhold Messner vorwiegend durch seine Leistungen in den Alpen auf sich aufmerksam. Zwischen 1950 und 1964 führte er über 500 Klettertouren, meist in den Dolomiten, durch. 1965 beging er die direkte Ortler-Nordwand als erster. Ein Jahr später bestieg er den Walkerpfeiler der Grandes Jorasses und die Rocchetta Alta di Bosconero. 1967 unternahm er die erste Begehung der Agnér-Nordostwand und die ersten Winterbegehungen der Agnér-Nordkante und der Furchetta-Nordwand. 1968 folgten die nächsten Erstbegehungen, die des Heiligkreuzkofel-Mittelpfeiler sowie der direkten Marmolata-Südwand. Im folgenden Jahr nahm Messner an einer Anden-Expedition teil. Zudem machte er die erste Alleinbegehung der Droites-Nordwand, der Philipp-Verschneidung an der Civetta sowie der Südwand der Marmolata di Rocca. Auf Grund seiner Leistungen errang Messner den Ruf, einer der besten Bergsteiger in Europa zu sein. Daher wurde er 1970 zu einer großen Himalaya-Expedition eingeladen. Im Lichte der späteren Erfolge kann das Jahr 1970 als einer der Wendepunkte in Messners Leben angesehen werden.

 

Gerlinde Kaltenbrunner

Gerlinde Kaltenbrunner ist eine österreichische Höhenbergsteigerin aus Kirchdorf an der Krems. Am 20. Mai 2009 gelang ihr die erfolgreiche Besteigung des Lhotse. Damit hat sie nun zwölf der vierzehn Achttausender erklommen und gehört somit neben Edurne Pasaban, Nives Meroi und Oh Eun-Sun zu den erfolgreichsten Höhenbergsteigerinnen aller Zeiten. Um alle 8000er bestiegen zu haben, fehlen Gerlinde Kaltenbrunner noch der Mount Everest und der K2.

Lynn Hill

Lynn Hill ist eine amerikanische Sportkletterin und kletterte 1993 als erste die Route Nose am El Capitan im Yosemite-Nationalpark an einem Tag frei durch. Dieser Rekord blieb über 10 Jahre unangetastet, bis es den beiden Kletterern Tommy Caldwell und Beth Rodden im Jahre 2005 gelang, die Route ebenfalls frei zu klettern. Wow, erinnert igendwie an die Pionier-Leistung von Wolfgang Güllich bei Action Direct.

Die Hauptschwierigkeit der Nose liegt vor allem darin, dass die Route unglaublich überhängend und damit sehr kräftezehrend ist. Ein Tropfen Wasser, der vom Ausstieg der Tour ins Tal fallen würde, würde (falls er nicht beim Fallen verdunstet) in 60 Meter Entfernung vom Wandfuß landen.

Eine weitere Schwierigkeit sind die Risse in der Nose, die nicht viel breiter sind als ein Faden. Man(n) sagt, der Rekord von Lynn Hill sei deswegen so lange ungegbrochen geblieben, da die männlichen Kletterspezialisten mit ihren dicken Fingern nicht in die Risse greifen konnten :-) Auf der UIAA-Skala ist die Route mit X+ bewertet.

Lynn Hill klettert die Nose und erklärt Klettertechniken

Wolfgang Güllich

Wolfgang Güllich war ein deutscher Kletterer und setzte in den 80er Jahren weltweit neue Maßstäbe im Sportklettern. So gelangen ihm über Jahre hinweg Erstbegehungen der zur jeweiligen Zeit schwierigsten Route der Welt: 1984 in Kanal im Rücken (X nach UIAA), 1985 in Punks in the Gym (X+) und 1987 in Wallstreet (XI-).

Doch mit Action Directe lieferte Wolfgang Güllich im Frankenjura sein Meisterstück ab: die Route war die erste Route im 11. Schwierigkeitsgrad (XI) und gilt mittlerweile als "Benchmark" für diesen Grad. Die Route ist etwa 15 Meter lang und besteht aus 11 bzw. 12 schweren Zügen, die mit einem charakteristischen Sprung aus einem Einfingerloch in ein scharfes Zweifingerloch beginnen. Immerhin brauchte auch Adam Ondra - einer der besten Kletterer der heutigen Zeit - 15 Versuche, um die Route zu meistern.

Weitere Berühmtheit erlangte Wolfgang Güllich durch seine spektakuläre Free-Solo-Begehung (d.h. ungesichert) der Route Seperate Reality (VIII+/IX-) im Yosemite-Park 1986, die einem Handriss durch ein sechs Meter langes, horizontales Dach zweihundert Meter über dem Erdboden folgt.

Dokus über Wolfgang Güllich (Ganz im Stil der 80er)

Adam Ondra

Adamn Ondra ist ein tschechischer Sportkletterer, der im Alter von 6 Jahren mit dem Klettern begann und bereits mit 13 Jahren zur Weltspitze zählte. Damals durchstieg er die Route Martin Kripan im slowenischen Osp - Schwierigkeitsgrad XI.

Adam Ondra zeichnet sich vor allem durch seine wenigen Versuche aus, die er für die Durchsteigung der schwersten Routen der Welt benötigt. So schaffte er La Rambla bereits im 5. Versuch, für die Route Toptour Strelovod (XI-) benötigte er lediglich 2 Versuche und die Route Cerko (XI-) durchstieg er on sight!

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen, doch die folgenden Videos zeigen genauso eindrucksvoll sein Können. Die Route Open Air am Schleier Wasserfall ist mit XI+ bewertet und zählt damit zu den schwersten Routen der Welt.

Adam Ondra in zwei der schwersten Kletterrouten der Welt

Dan Osman

Dan Osman war ein US-amerikanischer Extremsportler japanischer Herkunft. Er wurde mit Free Solo, also dem Klettern ohne Seil und sonstige Sicherheitsausrüstung, und dem "kontrollierten Freifall", dem bis zu mehreren hundert Metern tiefen Sprung von einem Felsen, der nur von einem Kletterseil aufgefangen wird, bekannt. Mit einem "Speed Free Solo" - wie auf dem folgenden Video zu sehen ist - markierte er 1997 den Höhepunkt seiner Laufbahn. Er bestieg in Kalifornien den fast senkrecht aufsteigenden 400 Fuß (ca. 122m) hohen Bears Reach in Lover's Leap in 4:25 Minuten.

Am 23. November 1998 starb Dan Osman im Alter von 35 Jahren im Yosemite-National-park, als bei einem Sprung aus 335 Metern Höhe vom "Leaning Tower" sein Seil riss. Unglücksursache war eine Reibungsschmelze an einem Knoten wodurch das Seil riss.

Alain Robert

Alain Robert ist ein französischer Freeclimber, der wegen der Besteigung zahlreicher Gebäude im Free Solo Stil außerhalb der Kletterszene auch als Spiderman bekannt ist. 1982 verunglückte Alain Robert schwer, als er 15 Meter in die Tiefe stürzte. Obwohl man ihm eine 66-prozentige Behinderung attestierte und prognostizierte, er werde nie wieder klettern können, kletterte er bereits sechs Monate später wieder.

Alain Robert hat bereits mehr als 70 Wolkenkratzer und Monumente in aller Welt erklommen, unter anderem den Eiffelturm, 1994 das Empire State Building in New York und am 25. Dezember 2004 in vier Stunden den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101. Sehenswert ist auch seine Besteigung der Golden Gate Bridge an einem der langen Stahlseite. 
Hans, am 16.10.2009
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Bildquelle:
Droemer-Verlag ("Wunder muss man selber machen" von Sina Trinkwalder - mehr als ein...)

Autor seit 7 Jahren
59 Seiten
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