Wissenswertes über die Schultüte oder Zuckertüte

Vorab eine kleine Geschichte der Schultüte

Ein bisschen etwas über die Schultüte oder Zuckertüte, wie sie auch genannt wird, zu erfahren, kann Hilfreich sein, um vielleicht selber noch auf weitere Ideen zu kommen war in sie rein soll. Es scheint nämlich durchaus schon ein relativ alter Brauch zu sein, den Kindern an ihrem ersten Schultag eine ein Zuckertüte zu geben, zumindest gibt es einige Hinweise, vom beginnenden 19. Jahrhundert.

Mitte des 19. Jahrhunderts, im Jahre 1852, erschien in Dresden dann ein Bilderbuch mit dem Titel »Zuckertütenbuch für alle Kinder, die zum ersten Mal in die Schule gehen«. In etwas späteren Büchern erscheint dann der Zuckertütenbaum, an dem im Schulkeller die Zuckertüten reifen, um dann vom Lehrer gepflückt zu werden, der sie den braven Kindern am ersten Schultag gibt. Noch heute wird dieses Ritual spielerisch in zahlreichen Kindergärten vollzogen, und die Kinder können sich zum Zeichen, dass auch sie Jetzt reif für die Schule sind, eine reife Zuckertüte oder Schultüte vom Zuckertütenbaum pflücken. Wohl um 1910 wurde die Schultüte zum ersten Mal industriell gefertigt und zwar im Erzgebirge. Bald gehörte sie fest zu einer Art Initiationsritual und war somit fester Bestandteil der Einschulung.

Was kommt in die Schultüte?

Die schwierigste Frage ist ohne Zweifel die, was in die Schultüte kommt. Schließlich ist der erste Schultag ein ganz besonderer Tag und da möchte man dem ABC-Schützen auch eine besondere Freude machen. Bis zu etwa 85 Zentimeter hoch sind die meisten Schultüten, da müsste doch so einiges reingehen. Andererseits, sollte aber alles auch noch in einem sinnvollen Verhältnis stehen – Preis, Gewicht, Nutzen, Symbolkraft usw. Als die Erwartungshaltung der Kinder noch nicht so groß war, konnte man guten Gewissens die Spitze ein ordentliches Stück mit Zeitungspapier, Holzwolle oder anderem Füllmaterial füllen, so dass nur im oberen Bereich einige Naschereien oder Gebäck gelegt werden brauchte. 

Doch wie das Schenkverhalten insgesamt, hat sich auch die Befüllung der Schultüte in den letzten 20 bis 30 Jahren stark verändert. Angefangen hat wohl alles, wie der Begriff Zuckertüte ja bereits nahe legt, mit Naschwerk und vielleicht etwas Obst und Dergleichen. Doch so wie sich die Bezeichnung im Laufe der Zeit von Zuckertüte hin zur Schultüte entwickelte, entwickelte sich der Inhalt auch mehr und mehr dahingehen, dass er immer mehr »Non-Food«-Artikel aufwies. Empfehlenswert ist es ganz sicher, wenn der Inhalt der Schultüte tatsächlich auch einen Bezug zur Schule herstellt und nicht irgendwelcher Krimskrams ist, der später beim restlich Schnickschnack in der Ecke liegt.

So kann eine neue Trinkflasche für die Pause oder Buntstifte ebenso dazugehören, wie etwas für den Schulweg, beispielsweise ein Regenschirm oder Reflektoren für die Arme und Beine. Aber auch an das nun pünktliche Aufstehen kann gedacht werden, so gibt es viele Wecker mit lustigen Motiven, denn das selbständige Aufstehen macht einen auch zum »Großen«, der man schließlich sein möchte. Natürlich dürfen ein paar Schleckereien auch nicht fehlen, denn eine Schultüte ohne etwas Süßes wäre eindeutig eine Mogelpackung. Generell sollte man natürlich berücksichtigen, dass das Kind die Schultüte auch noch tragen können muss, das heißt weder schwere noch zerbrechliche Geschenke gehören rein. Und dann gibt es natürlich noch die Eltern, vor denen man sich die gesamte Schulzeit hinweg schützen muss und jeden Wettstreit mit ihnen vermeiden muss (und das kann ganz schön schwer sein!). Diese Eltern stellen nämlich jeglichen Sinn von Aufmerksamkeiten, kleinen Freuden und symbolischen Geschenken in Frage, indem, sie sicherheitshalber die Schultüte mit völlig überzogenen Geschenken füllen und dazu gehören erschreckenderweise bereits Handys und Konsolenspiel. Bleiben Sie standhaft auch wenn der Nachwuchs im ersten Moment neidisch schielt!

  • Spielzeugautos
  • Puppe
  • Plüschtier
  • Kinderarmbanduhr
  • Zeichenschablonen und Lineale
  • Hüpfseil
  • Murmel
  • Kinderschmuck
  • Buntstifte, Glitzerstifte, Wachskreiden
  • CD
  • Schreibzubehör (Stifte, Radiergummi, Anspitzer)
  • Freundschaftsbuch
  • Unterwäsche mit Lieblingsmotiv
  • Kleine Geldbörse
  • Regenschirm
  • Reflektoren
  • Wecker 

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl dessen, was man in eine Schultüte packen kann, doch eignen sich diese Dinge um beispielhaft zu zeigen in welche Richtung es sinnvollerweise gehen sollte. Von überteuerten Elektronik-Geschenken und ähnlichem sollte hingegen eher abgesehen werden. Denn liebevoll übergebene Kleinigkeiten lassen Kinderaugen mindestens genauso strahlen, wie Produkte die dem unsinnigen Geschenkewettrüsten entstammen.

 

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