Nicht nur, dass überfahrene Igel selbst zu Tode kommen, oft hinterlassen sie im Spätsommer ein Nest voller unselbstständiger Igeljungen, die noch gesäugt werden müssten. Kehrt die Mutter nach der Nahrungssuche nicht zum Nest zurück, müssen sich die kleinen Igel unerfahren und selbstständig auf die Suche nach Futter machen. Ohne Erfahrung und mit dem abnehmenden Nahrungsangebot in Richtung Winter haben es die Jungigel schwer, sich ein entsprechendes Gewicht anzufuttern. Oft werden solche unterernährten und hilfsbedürftigen Igel von Menschen gefunden und liebevoll in der Igelstation aufgepäppelt.

So eine Hand voll Igel braucht Hilfe (Bild: privat)

Was leisten Igelstationen?

In Igelstationen werden schwache und kranke Igel auf Krankheiten und Verletzungen untersucht. Beim Befall mit Parasiten, der durch eine Kotuntersuchung festgestellt werden kann, werden entsprechende Medikamente verabreicht. Sind sie verletzt, dann werden die kleinen Patienten gesund gepflegt. Igel zum Überwintern werden nur ganz gesund an verantwortungsvolle Interessierte abgegeben, damit wieder Platz für neue geschwächte Igel entsteht. Die Zöglinge müssen lediglich weiter aufgepäppelt werden und benötigen einen kühlen Platz für den Winterschlaf.

Wann geht ein Igel in den Winterschlaf?

Sobald die Außentemperatur unter 5 Cº sinkt fährt der Igel seinen Organismus herunter. Auch das sinkende Nahrungsangebot ist ein Auslöser für den Winterschlaf. Der Igel stellt das Fressen ein, entleert seinen Darm und fällt in den Winterschlaf. Igel wachen zwischendurch oder wenn es draußen wärmer wird, immer wieder einmal auf. Für einen Igel in Gefangenschaft sollte daher immer eine Notration Trockenfutter und Wasser bereitstehen. Steht ein Igel zu warm, dann kann er nicht winterschlafen. Er fällt in einen Dämmerschlaf, bei dem er viel Gewicht verliert. Igel benötigen daher ein stabiles Winterschlafgewicht.

Bin ich schon schwer genug? Ein ...

Bin ich schon schwer genug? Ein Igel wird auf der Küchenwage gewogen. (Bild: privat)

Was ein Igel vor dem Winter braucht

Junge Igel benötigen mindestens ein Gewicht von 500 Gramm, wenn sie den Winterschlaf überleben sollen. Altigel sollen sogar bis zu 1000 Gramm auf die Wage bringen. Igel, die noch im November hungrig im Garten umherstreifen können mit Igelfutter aufgepäppelt werden. Sehr geschwächte Tier müssen ins Haus genommen und dort überwintert werden, da es nun auch zu spät ist, um einen warmen Unterschlupf zu bauen. Will man einen Igel überwintern, dann benötigt er einen Pappkarton mit einem Schlupfloch als Schlafhäuschen. Der Karton wird mit Zeitungsstreifen gefüllt. Das Häuschen stellt man in ein entsprechend großes ausbruchsicheres Nagergehege, denn wenn der Igel noch nicht schläft, sollte er ein wenig Auslauf bekommen. Wenn ein Garten vorhanden ist, dann kann der Igel auch in einem Freigehege überwintern. Er benötigt dann ein wetterfestes Schlafhaus. Die Höhe des Geheges sollte bei mindestens 50 cm liegen, denn Igel können gut klettern. Hat der Igel sein Winterschlafgewicht erreicht, dann wird das Nagergehege auf den Balkon, in ein unbeheiztes Gartenhäuschen oder auf die Terrasse gestellt. Das Schlafhäuschen wird in einen größeren Karton gesetzt, der ebenfalls mit einem Schlupfloch versehen wird. Die Zwischenräume werden mit zerknülltem Zeitungspapier gefüllt.

Was frisst ein Igel?

Igel sind keine Vegetarier und fressen weder Obst, Gemüse oder Milchprodukte. Frei lebende Igel ernähren sich hauptsächlich von Käfern, Schmetterlingslarven und Regenwürmern. Sie fressen Ohrwürmer, Schnecken und Käferlarven. Mücken, Fliegen, Tausendfüßler und Asseln stellen nur einen geringen Prozentsatz der Nahrung dar. Wer einen Igel an einem Apfel sieht, der sollte sich nicht täuschen lassen. Der Igel ist nicht am Apfel interessiert, sondern sucht nur nach Insekten. Igel, die zum Überwintern aus der Igelstation mit nach Hause genommen werden, fressen Katzennass- und Katzentrockenfutter. Es kann mit gegartem Rinderhack oder gedünstetem Hühnchen ergänzt werden. Genaue Futteranweisungen für den Pflegling erhält man in der Regel von der Igelstation. Gefüttert wird immer abends, da Igel nachtaktive Tiere sind.

Kleine Igel sind sehr hungrig

Kleine Igel sind sehr hungrig (Bild: privat)

Igel überwintern

Einen Igel über den Winter zu beherbergen und im Frühjahr so lange zu füttern, bis er wieder dick und rund ist und dann wieder frei zu lassen, das ist ein gutes Gefühl. So sorgt man für die Erhaltung der Art und mindert das Ungemach, das Menschen den Igeln antun. Einige Igel werden in Gefangenschaft recht zahm. Igel stehen jedoch unter Naturschutz und dürfen im gesunden Zustand nicht behalten werden, sondern sind sofort in die Natur zu entlassen. Die Regensburger Igelstation freut sich über viele Interessenten.

(Bild: privat)

Autor seit 4 Jahren
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