Selbstverständlich wird diese These oder gar Unterstellung an Beispielen "verifiziert".

Alleine die Tatsache, dass die deutschen Leit-Medien immer noch die annualisierten und damit fiktiven und falschen realen US-Wachstumsraten verbreiten, ist ein klares Indiz.

Hier die Meldung des Handelsblattes zum realen US-Quartalswachstum in Q3 2018:

Handelsstreit mit China bremst das US-Wirtschaftswachstum

Es wird dort tatsächlich geschrieben, dass sich das hohe reale Wachstum von 4,2 Prozent des zweiten Quartals nicht fortsetzen werde und sich im dritten Quartal auf Sage und Schreibe 3,5 Prozent aufgrund des Handelsstreites mit China abgeschwächt habe. 

Die FAZ schreibt zum realen US-Quartalswachstum in Q2 2018 von 4,1 Prozent (wurde in der zweiten Schätzung auf 4,2 Prozent erhöht) am 27.07.2018, dass die us-amerikanische Volkswirtschaft ihr Wachstumstempo im zweiten Quartal deutlich beschleunigt habe.

Hier der entsprechende Link:

TRUMP JUBELT - Konsum treibt Amerikas Wachstum an

Nirgends wird erwähnt, dass diese realen US-Quartalswachstumsraten auf das Jahr hochgerechnet vollkommen fiktiv sind. Sie haben de facto mit der ökonomischen Realität nichts zu tun. Nirgends wird erwähnt, dass das geschätzte reale US-Quartalswachstum in Q2 2018 bei 1,0238 Prozent und in Q3 2018 bei Sage und Schreibe 0,8638 Prozent lag. Ein gewaltiger Unterschied!

Mehr dazu hier:

Fiktive Wachstumsraten - wie die Amerikaner ihr BIP-Wachstum aufblasen

Und hier:

BIP-Wachstum in den USA schwächt sich in Q3 2018 deutlich ab

Mittlerweile schreiben allerdings einige Finanzseiten, so zum Beispiel finanzen.net im letzten Satz bei ihren Meldungen zum realen US-Quartalswachstum, dass das ausgewiesene prozentuale Wachstum auf das Jahr hochgerechnet werde und nicht mit den deutschen oder "eurozonen" Wachstumsraten vergleichbar sei. Immerhin ein Fortschritt. Hier der entsprechende Link:

US-Wirtschaft wächst etwas schwächer - aber stärker als erwartet

Im letzten Absatz der Meldung steht dort: "Wachstumszahlen aus den USA und Europa sind daher nicht unmittelbar miteinander vergleichbar. Nach europäischer Rechnung ergäbe sich ein US-Wachstum von gut 0,8 Prozent."

Sie schreiben aber nirgends, warum dies so ist und schon gar nicht, dass die Methode der Annualisierung grundsätzlich mathematisch und ökonomisch falsch ist. Sie ist reines Marketing! Es werden fiktive Wachstumsraten präsentiert.

Im Fernsehen, ob bei ARD, ZDF, Phoenix oder auch n-tv hört man dagegen fast wöchentlich nur folgende Aussagen:

die US-Wirtschaft wachse mit 3 Prozent oder mehr, übertreffe teilweise sogar ihr Potentialwachstum; in den USA herrsche quasi Vollbeschäftigung und es sei ökonomisch alles Bestens und gut!

Der US-Wirtschaft ginge es quasi nie besser und damit könne die Weltwirtschaft auch gar nicht in eine Rezession gleiten...

Der Wirtschaftsjournalismus schaut nicht hinter die offiziellen Makrodaten!

Es ist selbstverständlich ein gewaltiger Unterschied, ob die US-Wirtschaft nun mit 3,5 Prozent im dritten Quartal 2018 real gewachsen ist, oder nur mit 0,8638 Prozent. Die Fallhöhe, d.h. der Abstand zu einer Rezession ist nicht nur prozentual ungleich größer!

Wäre die US-Wirtschaft in Q3 2018 tatsächlich mit 3,5 Prozent gewachsen und würde dieses Quartalswachstum über drei weitere Quartale Q4 2018, Q1 2019 und Q2 2019 durchgehalten, dann hätte die US-Wirtschaft mehr Waren und Dienstleistungen gegenüber Q2 2018 im Wert von 0,6479 Billionen USD mehr produziert. Das reale BIP hätte sich in absoluten Zahlen von 18,5116 Billionen USD in Q2 2018 auf 19,1595 Billionen USD erhöht, also um exakt 3,5 Prozent!

Nachfolgende Abbildung 1 zeigt die Zahlen zur fiktiven Entwicklung des realen Wachstums auf ein Jahr - nicht Kalenderjahr - hochgerechnet:

Tab.1:

Tab.1: (Bild: Patrick Dauster)

Die Tabelle macht anschaulich deutlich, dass solche hohen Quartalswachstumsraten vollkommen an der aktuellen ökonomischen Realität vorbeigehen, sich nur gut lesen und anhören und ein ökonomisches US-Märchen erzählen, das mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun hat. 

Sobald das Quartalswachstum in Q4 2018 oder auch in Q1 2019 niedriger ausfällt, ist die rosafarbene Sicht vorbei. 

In Q3 2018 wurden gegenüber Q2 2018 gemäß der dritten Schätzung des BEA "nur" mehr Waren und Dienstleistungen im Wert von 0,1599 Billionen USD oder 0,8638 Prozent produziert.

Nicht weniger, aber schon gar nicht mehr!

Und sollte es tatsächlich in den kommenden Quartalen zu keinem Wachstum kommen oder gar zu einer Rezession, wird sich ein jeder folgende Frage stellen:

Wie kann die US-Wirtschaft so schnell, so viel an Fahrt verlieren, wenn das reale Wachstum vor ein oder zwei Quartalen doch so hoch war und 3,5 Prozent betragen haben soll?!

99,99 Prozent der Weltbevölkerung und damit aller Volkswirte, Wirtschaftsprofessoren und sog. Wirtschaftsexperten und Aktienmarktstrategen geht davon aus, dass diese hohen realen Quartalswachstumsraten und damit ein reales Wachstum von über 3 Prozent für die US-Wirtschaft in 2018 gelten.

Das reale Bruttoinlandsprodukt der Welt liegt bei ca. 75 Billionen USD. Der US-Konsument, d.h. etwa 330 Millionen US-Amerikaner, die 4,3 Prozent der Weltbevölkerung (7,65 Mrd. Menschen) stellen, konsumieren Waren und Dienstleistungen im Wert von fast 13 Billionen USD. Der US-Konsum macht damit etwa 17,33 Prozent des realen BIP's der Welt aus.

Geht es der US-Wirtschaft - wie fast überall kolportiert - gut, dann geht es auch der Weltwirtschaft gut. Solange das Zugpferd fast galoppiert, kann doch die Weltwirtschaft nicht einbrechen, oder?!

Die deutschen Wirtschaftsredaktionen übernehmen diese US-Märchenerzählung nahezu 1 zu 1! 

Es ist kein Wunder, dass die deutschen Wirtschaftsredaktionen, aber vor allem die Wirtschafts- wissenschaftler und Wirtschaftsforschungsinstitute aber auch die Finanzmarktexperten der Finanzindustrie vor diesem Hintergrund keine Rezessionen und Wirtschaftskrisen erkennen bzw. erst erkennen, wenn diese bereits längst da sind. Sie lassen sich bewusst oder unbewusst von makroökonomischen Märchen- bzw. Marketingdaten aus den USA blenden. 

Doch das Märchen beginnt, überall zu bröckeln.

Wie kann es sein, dass die deutsche Wirtschaft in Q3 2018 bereits leicht geschrumpft ist? Wie kann es sein, dass die chinesische Wirtschaft nicht mehr brummt? Wie kann es sein, dass der chinesische Automobilabsatz in 2018 nicht nur stagniert sondern sogar sinkt? 

All diese ökonomischen Daten und Tatsachen passen irgendwie nicht mehr ins Bild, die Farben verlaufen.

Aber nein, da ist doch dieses richtig hohe reale US-Wachstum in den USA?!

Zwei sehr große US-Wirtschaftssektoren befinden sich bereits seit Monaten in der Rezession!

Das bisherige reale Wachstum im Jahr 2018, Stand Q3, beträgt gegenüber 2017 gemäß den aktuellen Schätzungen des Bureau of Economic Analysis exakt 2,4567 Prozent. Das ist meilenweit von 3 Prozent und mehr entfernt und das Jahr ist noch lange nicht vorbei. 

Schaut man sich dieses reale US-Wachstum und das reale BIP im Detail an, dann fällt bei zwei sehr großen Wirtschaftssektoren der US-Realwirtschaft folgendes auf:

1) Der US-Automobilsektor befindet sich bereits seit Ende 2016 in der Rezession!

Einer der größten realwirtschaftlichen Sektoren der USA, der Automobilsektor, wächst seit Ende 2016 nicht mehr. Die Absatzzahlen für PKW's und Light Trucks sinken seit 24 Monaten. Der US-Verbraucher kauft Kraftfahrzeuge vorrangig auf Kredit. Er besichert sogar teilweise seine Konsumentenkredite mit Kraftfahrzeugen. Die Zahl der Subprime-Autokredite steigt hingegen in der Tendenz immer stärker an. Offensichtlich erhält der doch so vollbeschäftige und gut verdienende US-Konsument keine zusätzlichen Kredite mehr, um weitere oder neue Kraftfahrzeuge zu kaufen.

Die drei großen US-Hersteller - General Motors, Ford und Fiat-Chrysler - wollen Kapazitäten abbauen, indem sie Fabriken schließen und Arbeitskräfte freisetzen. Die US-Wirtschaft wird dadurch erneut gut dotierte Jobs abbauen. 

Wenn demnach dieser grosse Wirtschaftssektor, der Automobilsektor, nicht mehr wächst, wie kann dann die US-Wirtschaft mit über 3 Prozent real wachsen?

Light Weight Vehicle Sales: Autos ...

Light Weight Vehicle Sales: Autos and Light Trucks (Bild: Federal Reserve of St. Louis)

Die Abb. 2 zeigt die monatliche Entwicklung der US-Autoverkäufe in Millionen Stück und mal wieder - wie in den USA üblich - auf das Jahr hochgerechnet. Der starke Peak im Herbst 2017 war der heftigen Hurrikan-Saison geschuldet. 

Insgesamt wurden in den USA im Jahr 2017 17.230.436 Millionen Kraftfahrzeuge verkauft. 2016 waren es noch 17.550.394 Millionen PKW's und Light Trucks. Das waren 1,8 Prozent weniger als 2016. In 2018 wird ein weiterer Rückgang erfolgen.

Ferner fällt seit Jahren auf, dass die Zahl der verkauften PKW's deutlich sinkt, während umgekehrt der Absatz der Light Trucks deutlich steigt. Die im Verhältnis teureren PKW's werden durch günstigere und stabilere Light Trucks ersetzt. 

2) Der riesige US-Immobilienmarkt befindet sich bereits in 2018 in der Rezession!

Seit diesem Jahr hat es auch den US-Immobilienmarkt erwischt. Sowohl die Zahl der neugebauten Einfamilienhäuser als auch die Verkäufe bestehender Häuser sinkt in 2018 fast erdrutschartig!

Wenn demnach dieser grosse Wirtschaftssektor, der Immobiliensektor, nicht mehr wächst, wie kann dann die US-Wirtschaft mit über 3 Prozent real wachsen?

In Bearbeitung...?!

Keine ökonomische Aufklärung und Bildung - eine Verschwörungstheorie!

Wenn man eine Verschwörungstheorie bemühen wollte, könnte man durchaus die Frage stellen, warum es kein Schulfach Wirtschaft / Ökonomie gibt? Warum werden Kindern nicht frühzeitig ökonomische Grundlagen beigebracht und zwar vollkommen ideologiefrei?

Ökonomie und das Wissen darüber ist definitiv nicht schwerer als Mathematik oder Physik! Im Gegenteil! Je früher ökonomisches Denken beginnt, indem ökonomisches Denken gelehrt wird, umso früher und besser werden junge Menschen auf das Berufs- und Erwachsenenleben vorbereitet.

Viele falsche ökonomische Entscheidungen würden nicht getroffen, vieles ökonomische Leid würde verhindert werden!

Aber nicht nur das:

Die Politik und ihre Protagonisten sowie die Wirtschaftsexperten und -journalisten würden deutlich stärker hinsichtlich ihrer ökonomischen Aussagen, Entscheidungen, Handlungen und Schriftstücken hinterfragt!

In Bearbeitung...!

 

Dem Primat der Finanzmärkte den Kampf ansagen!

In Bearbeitung...,

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