Kakapo, der einzigartige Eulenpapagei

Kakapo, der einzigartige Eulenpapagei (Bild: Grafik von Liane Hinkenrode-Künl)

Kakapos sind nachtaktive Einzelgänger, die zwar nicht schnell, aber sehr gut klettern können. Besonders bevorzugt ernähren sie sich von den Früchten der Rimu-Harzeibe, aber auch von anderen Pflanzen sowie bisweilen von Insekten und wirbellosen Tieren. Kakapos sind erstaunlich gute Läufer, sie können sogar in einer Nacht mehrere Kilometer zurücklegen. Am Tage verstecken sich die Vögel am Boden oder in Baumhöhlen.

Kakapos zeigen ein für Papageien ungewöhnliches Balzverhalten, das etwas an Birkhühner erinnert. Die Männchen sammeln sich zur Paarungszeit im neuseeländischen Sommer in einem bestimmten Gelände, das als "Balzarena" vorgesehen ist. Durch Aufpumpen ihrer Kehlsäcke geben sie ihre dumpf klingenden Balzrufe von sich, die dadurch angelockten Weibchen suchen sich einen Partner zur Paarung aus. Das erwählte Männchen beginnt ein kurzes Balztänzchen, bei dem es von Seite zu Seite schwankend mit seinem Schnabel Klicklaute von sich gibt und rückwärts auf das Weibchen zugeht. Nach der Paarung machen die Männchen mit ihrer Balz weiter, um sich mit weiteren Weibchen paaren zu können.
Die Weibchen kehren in ihr Revier zurück und legen im Schutz von Pflanzen oder in Baumhöhlen ein bis vier Eier. Nur die Weibchen sind für die Brutpflege und die Aufzucht der Jungen zuständig. Eulenpapagei-Weibchen brüten nur, wenn ausreichend Nahrung vorhanden ist.

Auf 2 kleineren Inseln, Codfish Island und Anchor Island an der Küste des Fiordland-Nationalparks (Südwestküste der Südinsel), hat man für die akut vom Aussterben bedrohten Eulenpapageien letzte Zufluchtsorte eingerichtet. Hier werden sie nicht von eingeführten Raubtieren oder Menschen verfolgt.
1986 war der Bestand alarmierend zurückgegangen, es waren nur noch 22 Exemplare! Dem unermüdlichen Einsatz von engagierten Tierschützern ist zu verdanken, dass diese faszinierende Papageien-Art nicht ausgestorben ist!
Erfreulich ist, daß sich bereits wieder einige Bruterfolge eingestellt haben. Der Bestand hat sich im Jahr 2014 auf 125 Kakapos erhöht. Es wird auch weiterhin notwendig sein, diese ungewöhnliche interessante Vogelart unter strengen Schutz zu stellen und gute Lebensbedingungen für die Tiere zu schaffen. Kakapos können bei günstigen Bedingungen immerhin über 60 Jahre alt werden.

Kaka – der Waldpapagei Neuseelands ist ein Nahrungsspezialist

Der Kaka oder Waldpapagei (Nestor meridionalis) ist ein weiterer endemischer Papagei, der zur Vogelgattung der Nestorpapageien gehört. Von ihm gibt es eine Nordinsel- und eine Südinsel-Unterart.

Diese etwa 40 cm großen Vögel sind flugfähig, aber auf eine spezielle Nahrung angewiesen. Neben Früchten, Knospen und Insekten sowie deren Larven ernähren sie sich von Blüten-Nektar sowie von einer in Baumrinden lebenden Schildlaus. Auch die Samen der Südbuche sind gerade für die Aufzucht von Jungpapageien wichtig.

Kaka, der Waldpapagei (Grafik von Liane Hinkenrode-Künl)

Leider sind beide Unterarten bedroht, vor allem durch die eingeführten Wiesel, die besonders für brütende Weibchen gefährlich sind.

Eine weitere Gefahr stellen eingeführte europäische Wespen dar, da sie eine Nahrungskonkurrenz für die Kakas sind.

Ein Kaka im Portrait

Ein Kaka im Portrait (Bild: touristbirds / Pixabay)

Kea – Neuseelands "Schneepapagei" ist neugierig, verspielt und experimentierfreudig

Wie der Kaka zählt auch der nur in den neuseeländischen Alpen der Südinsel vorkommenden Kea oder Bergpapagei (Nestor notabilis) zur Gattung der Nestorpapageien. Auch die Keas können fliegen, und sie sind sehr gute Kletterer.

Durch ihr olivgrünes Gefieder sind die Bergpapageien eher unauffällig gefärbt. Bürzel und Unterseite der Flügel sind orangerot. Vor allem im Flug geben die Vögel ein Geräusch von sich, daß sich wie "kiaa" anhört. Als eine der wenigen Papageienarten kommen sie auch mit Schnee zurecht und halten sich oft oberhalb der Baumgrenze auf. Im Winter gehen sie meist in tiefere Lagen.

Die hauptsächlich in der Dämmerung aktiven Papageien gelten als die "Clowns" der neuseeländischen Bergwelt, da sie sehr neugierig und verspielt sind. So kommt es vor, daß mehrere Keas zusammen im Schnee herumtollen und dabei Purzelbäume machen.

Ein Kea im Portrait

Ein Kea im Portrait (Bild: fancyday / Pixabay)

Typisch für Keas ist ihre Experimentierfreudigkeit. Sie probieren sehr gern etwas Neues aus. So ist es für die neugierigen Vögel kein allzu großes Problem, an Essbares aus Abfallbehältern oder Rucksäcken zu gelangen. Indem sie die Gegenstände lange und hartnäckig untersuchen und bearbeiten, finden sie schließlich einen Zugang.

Auch kann es vorkommen, dass die Bergpapageien an geparkten Autos die Dichtungsgummis und den Lack beschädigen. Sicher ist es keine Zerstörungswut der Vögel, sondern ihre Freude am Experimentieren. In Tierfilmen wurde bereits dokumentiert, dass sie auch Werkzeuge anwenden können, zum Beispiel Stöcke, um an Nahrung zu gelangen.

Das Komitee gegen den Vogelmord können Sie auf vielfältige Weise unterstützen!

Im Allgemeinen ernähren sich Keas von Früchten, Knospen, Knollen und Pflanzensamen. Von einigen Keas ist bekannt, dass sie manchmal Schafen die Haut am Rücken aufpicken, um so an deren Fett zu gelangen. Dieses Verhalten ist der Grund, dass sie auch heute noch von Farmern illegal abgeschossen werden, da sie angeblich Schafe töten. Tatsächlich fressen Keas das Fleisch von bereits toten Schafen, da dies für sie als Protein- und Energiequelle in ihrem eher kargen Lebensraum wichtig ist. Auf den Geschmack gebracht wurden die Bergpapageien durch Schlachtabfälle.

Keas fühlen sich in der rauhen ...

Keas fühlen sich in der rauhen Bergwelt der neuseeländischen Alpen wohl (Bild: skeeze / Pixabay)

Autor seit 4 Jahren
23 Seiten
Laden ...
Fehler!