Kinder und Bewegung - eine traurige Bilanz des Robert-Koch-Institus

Aktuelle Untersuchungen und Statistiken liefern ein widersprüchliches Bild über die motorischen Aktivitäten unserer Kinder. Dies geht aus dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts hervor. Finanziert wurde diese Untersuchung durch das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesforschungsministerium.

 

Was sagen diese Untersuchungen aus?

 

In der Studie wurden Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis siebzehn Jahren über ihre sportlichen Aktivitäten befragt. Positiv zu vermerken ist, dass etwa 95 % der Befragten angaben, Sport zu treiben. Trotzdem können 85 % der Altersklasse die Balance nicht halten, 36 % nicht mehr als zwei Schritte rückwärts auf einem Balken balancieren und 43 % der Kinder erreichen beim Rumpfbeugen den Boden nicht.

Gut, das sind Zahlen, wie sieht es in der Realität aus? Die Iserlohner Sporttherapeutin Judith Hende beobachtet dieses Phänomen bereits bei vielen Kindergartenkindern. Hüpfen, springen, klettern, das gehörte seinerzeit zu den wichtigsten Bewegungsmustern eines Kindes. Heute ist Bewegung zunehmend Mangelware, wie Frau Hende berichtet.

Die Kinder leben in einer Sitzgesellschaft, die aus überproportionaler Mediatisierung, Verhäuslichung und Verinselung besteht. Der Aktionsradius der Kinder hat sich verringert. Während die Kinder früher zu Fuß zum Kindergarten oder in die Schule gebracht wurden, werden heute auch kürzeste Wege mit dem Auto zurück gelegt.

 

Bewegung und Lernen hängen zusammen

Die Bewegung gehört von Geburt an zu den wichtigsten Grundlagen des Lernens. Ein Säugling bewegt sich ständig: steckt die Fäustchen in den Mund, strampelt mit Armen und Beinen, ab einem Alter von vier Monaten beginnt er sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Das alles gehört zum steten Lernprozess eines Säuglings.

Forscher haben derweil herausgefunden, dass im ersten Lebensjahr bis zu 100 Billionen Schaltstellen im Gehirn miteinander vernetzt werden. Das Kleinkind lernt durch Bewegung. In den folgenden Jahren nimmt die Datenflut zwar ab, nicht aber die Tatsache, dass das kindliche Gehirn Bewegung braucht, um sich weiter zu entwickeln.


Die Sporttherapeutin Hende sieht es als problematisch an, dass die Kleinsten von Geburt an in eine Sitzwelt gepresst werden. Dort im Hochstuhl, da im Kinderwagen, dann im MaxiCosi - in den späteren Jahren sitzen die Kinder wieder (nun vor dem Fernseher, dem PC oder vertieft in ihre Spiele-Konsole).

Einfache Übung zum Nachmachen

Kinder brauchen Bewegung - zwischen den Hausaufgaben, nach dem langen Sitzen in der Schule oder bei langen Autofahrten. Bewegung hilft auch bei fehlender Motivation. Eine Übung aus der Kinesiologie hilft zudem Stress abbauen und fördert gleichzeitig die Konzentration.

 

Überkreuzen:

Für diese Übung wird das rechte Knie mit der linken Hand, danach das linke Knie mit der rechten Hand berührt. Wem dies zu einfach ist, probiert mit der linken Hand den rechten Fuß hinter dem Rücken zu berühren und umgekehrt.

 

Fortgeschrittene können diese Bewegungen abwechselnd vorn und hinten probieren oder im Takt einer Melodie um den Küchentisch herumlaufen.

 

Versuchen Sie diese Übung zusammen mit ihren Kindern. Sie werden merken, wieviel Spaß es macht.

 

Weitere Übungen und Anregungen für mehr Bewegung erhalten Sie in meinem Ratgeber "Endlich ein Schulkind"

Hilfreiche Tipps und Tricks für mehr Bewegung im Alltag

Dickmacher Nummer eins ist nicht, wie gern angenommen, das gute und üppige Essen, sondern, laut des Dortmunder Institus für Kinderernährung, eindeutig durch den wachsenden Bewegungsmangel.

 

Wie können Sie sich im Alltag mehr bewegen?

 

  • Verzichten Sie öfter mal auf das Auto. Kleine Besorgungen können Sie zusammen mit den Kindern zu Fuß erledigen.
  • Versuchen Sie den Weg zum Kindergarten oder zur Schule zu Fuß zurückzulegen. Die Bewegung vor der Schule, hilft Ihrem Kind sich besser zu konzentrieren.
  • Treppe statt Aufzug. Machen Sie ein Spiel daraus, wenn die lieben Kleinen beginnen zu murren. Wer ist als erster oben oder Sie zählen die Stufen, die sie gelaufen sind.
  • Gehen Sie regelmäßig als Familie in den Wald. Hier können die Kinder nach Herzenslust toben, klettern oder balancieren.
Bewegung nach Musik
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