Begonnen hat die Geschichte zwischen dem 1. FC Wacker aus der Plauener Ostvorstadt und dem Kinder- und Jugendzentrum Jocketa vor fünf Jahren. Damals kam zum ersten Mal ein Junge aus dem Kinderheim zum Verein um Fußball zu spielen. Man kannte sich nicht und wusste auch nichts voneinander. Für den Jungen zählte nur das Interesse am Fußball. Bereits ein Jahr später übernahm der Verein die Patenschaft für das gesamte Kinderheim. Diese besteht auch nicht nur auf dem Papier und für die Kinder die gerne Fußball spielen.
Man übernimmt auch außerhalb des Sports Verantwortung. So werden unter anderem auch Ausflüge und Wanderungen, die vor allem von den Männern der 1. Mannschaft begleitet werden, unternommen. Doch neben diesen realen Erlebnissen sammelt die Wacker, wie der Verein in der Ostvorstadt liebevoll genannt wird, auch Spenden. "Gerade weil unseren Kindern aus Jocketa in vielen Momenten Mutti und Vati fehlen", konnte man in vielen Vorankündigungen und dem Liederheft zum Weihnachtssingen lesen. Der Verein nimmt also seine Verantwortung sehr ernst, die er übernommen hat.

Weihnachtssingen bringt auch Rivalen freundschaftlich zusammen

Bereits zum zweiten Mal veranstaltete nun der 1. FC Wacker Plauen das Weihnachtssingen auf seinem Fußballplatz. Im letzten Jahr war man mit knapp 300 Besuchern schon begeistert über die Premiere. In diesem Jahr hatten sogar andere Fußballvereine, mit denen man sich sonst auf dem Rasen duelliert, ihr Kommen angekündigt und Wort gehalten. Doch neben einem sehr kurzweiligen Programm, wo sich der Schulchor der Astrid-Lindgren Grundschule, Christian Wenzel vom Red Face Project oder auch die Weberhausband einbrachten, gesellte sich auch die 1. Mannschaft vom Verein und zeigte ihr Können als Männerchor.

Die 2. Mannschaft vom größten Plauener Fußballverein, dem VFC Plauen, hatte den Beginn seiner Weihnachtsfeier kurzer Hand in die Ostvorstadt verlegt. Immerhin beginnt man sonst auf dem Weihnachtsmarkt. Aber das Weihnachtssingen für ein Kinderheim war den Spielern vom VFC viel wichtiger als das eigene Vergnügen. Und plötzlich stand auch ein Vertreter der Sternquell Brauerei mit einem Spendenscheck auf der Bühne. Das Geld kommt aber nicht vom Unternehmen selbst. Die Mitarbeiter der Brauerei sammeln jedes Jahr in der Adventszeit in der Belegschaft und lassen dieses Geld zwei Kindereinrichtungen zukommen. Diese Überraschung war schon gelungen, doch auch die Veilchen aus Aue kamen nach Plauen, um Geschenke zu verteilen. Neben Trikots, die man versteigern wird, haben sie auch eine Einladung für die Jocketaer Kinder mitgebracht. Sie dürfen alle zu einem Heimspiel des FC Erzgebirge Aue kommen, was für große Aufregung bei den Beschenkten sorgte.

Aussichten in die Zukunft

Natürlich werden die Mitglieder von der Wacker weiterhin ihre übernommene Verantwortung ernst nehmen. Allerdings ist die Patenschaft nicht aus Pflichtgefühl entstanden und gewachsen, sondern weil man einfach für die Kinder da sein will. Dass man mit einer Veranstaltung, wie das Weihnachtssingen, auch andere Menschen auf die Sorgen und Wünsche dieser Kinder aufmerksam machen kann, ist nicht nur dem Verein bewusst. Immerhin waren auch viele andere Vereine zu Gast, um ihren Anteil zu leisten, was sicherlich auch in den nächsten Jahren der Fall sein wird. Schon nach dem Weihnachtssingen gab es die ersten Zusagen für das nächste Jahr, so dass es wieder ein buntes Programm geben wird. Bilder der letzten beiden Jahre kann man in der Galerie vom 1. FC Wacker Plauen ansehen.

Das Weihnachtssingen 2014 findet am 19. Dezember auf dem Sportplatz in der Plauener Ostvorstadt statt.

Chor Astrid-Lindgren Grundschule Plauen

Chor Astrid-Lindgren Grundschule Plauen (Bild: Sabine Wolfram/Plauen)

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