Nichts übers Knie brechen – Schmerzen als Warnsignal

Schmerzen im Knie müssen nicht immer schlimm sein, sollten aber dennoch als Warnsignal angesehen werden. Der Schmerz kann sich verschieden äußern:

 

-Brennen

-Stechen

-Pochen

-Ziehen

-Drücken

 

Weiterhin kann es am Knie zu einer Schwellung kommen. In diesem Fall fühlt es sich oft sehr heiß an und verursacht einen Druckschmerz beim Beugen. Dies sind oft Anzeichen einer Entzündung bzw. einer Schleimbeutelentzündung im Knie. Wichtig ist es, den Schmerz genau zu beschreiben. Schmerzen sind immer ein Warnsignal des Körpers. Sie zeigen deutlich an, dass mit dem Kniegelenk etwas nicht in Ordnung ist. Hierbei kann es sich um eine harmlose, aber auch um eine ernste Verletzung handeln. Hat man sich das Knie gestoßen, dann wird der Schmerz schnell wieder nachlassen. Eventuell zeigt sich ein blauer Fleck, der ebenfalls schnell wieder verschwindet. Verdreht man sich das Knie aber, hat einen Unfall oder verletzt sich auf eine ähnliche Weise, können Sehnen, Bänder, Knorpel und andere Weichteile im Knie betroffen sein. Getreu dem Motto "Pech gehabt" sollte man Knieverletzungen immer der PECH-Regel nach behandeln. Schmerzhelfer wie diese sind sehr wichtig, und sollten sofort nach dem Unfall umgesetzt werden!

 

PECH-Regel – Erste Hilfe bei einem verletzten Kniegelenk

Die Pech-Regel ist eine gute Maßnahme zur Erstversorgung bei Sportverletzungen, Stürzen oder anderen Ursachen, welche Schmerzen am Knie auslösen.

 

P = Pause

E = Eis

C = Compression

H = Hochlagern

 

Pause: Alle weiteren Aktivitäten sollten umgehend eingestellt werden. Das Knie darf nicht mehr belastet werden. So wird verhindert, dass sich Verletzungen verschlimmern.

 

Eis: Das Knie sollte sofort gekühlt werden. Hierzu eignen sich Kühlakkus oder kalte Umschläge am besten. Eine schnelle und gute Kühlung des Gelenks sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen. Schwellungen werden gemindert, der Schmerz lässt nach.

 

Compression: Als nächstes folgt die Compression. Ein Druckverband kann helfen, dass die Schwellung nicht zunimmt. Zudem verhindert eine Compression, dass es zu weiteren Einblutungen kommt, falls zu Muskel- oder Bänderrissen gekommen ist. Die Compression sollte zusammen mit der Kühlung stattfinden.

 

Hochlagern: Beim Hochlagern fließt weniger Blut in das Kniegelenk. Daher sollte das Bein höher als das Herz gelagert werden. Zudem lässt der Druck langsam nach, wodurch der Schmerz sinkt. Schwellungen werden beim Hochlagern weniger stark.

 

Auslöser und Ursachen – das kranke Knie

Schmerzen im Knie können verschiedene Ursachen haben. Unfälle, Stöße oder Tritte aber auch Sportverletzungen oder Alterserscheinungen kommen als Auslöser in Betracht. Bestimmte Berufsgruppen leiden ebenfalls oft an Kniebeschwerden. Berufe wie Fliesenleger, welche überwiegend in einer knienden oder hockenden Haltung ausgeführt werden, gehören dazu. Die bekannteste Verschleißerkrankung des Knies ist die Arthrose. Hierbei kommt es zu einem Knorpelabbau. Haben sich die knorpeligen Flächen im Gelenk abgenutzt, kommt es zu den typischen Beschwerden einer Kniegelenkarthrose: Anlaufschmerz, Schwellung, Druck und Mangel an Beweglichkeit.

 

Aber auch Rheuma und Stoffwechselkrankheiten können sich auf die Funktion der Kniegelenke auswirken. Zudem werden die Gelenke durch Übergewicht zusätzlich belastet. Auch zu wenig Bewegung kann zu Knieschmerzen führen. Damit der Knorpel im Gelenk dauerhaft funktionieren kann, benötigt er ausreichend Bewegung. Daher muss nach einer Ruhigstellung der Gelenke rechtzeitig mit einer sanften Bewegungstherapie begonnen werden. Hierbei kommen in erster Linie Krankengymnastik und Physiotherapie in Betracht. Dies gilt sowohl nach einer operativen Behandlung bei einem Knieschaden als auch bei einer konservativen Behandlung. Eine konservative Behandlung erfolgt immer ohne Operation und beruht auf einer medikamentösen Behandlung, welche bei Knieverletzungen durch Bandagen oder Ohrthesen unterstützt wird. In vielen Fällen ist es möglich, selbst einen Riss der Bänder im Knie konservativ zu behandeln.

 

Und was kommt nach den Schmerzen?

Es ist wichtig, dass die Knieverletzung richtig ausheilen kann. Oft dauert dies viele Wochen, wobei sich auch nach Monaten noch unterschiedlich starke Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen zeigen können. Deswegen ist es wichtig, das Gelenk erst langsam und schonend wieder an Belastung zu gewöhnen. Gerade dann, wenn das Gelenk für einen längeren Zeitraum ruhiggestellt wurde, sind die ersten Schritte oft sehr anstrengend. Es kann zu einem Druckgefühl beim Beugen kommen, es können stechende Schmerzen auftreten und auch mit Muskelkater ist zu rechnen. Oft bildet sich gerade die Muskulatur am Oberschenkel deutlich zurück. Das Bein hat nicht mehr die gewohnte Kraft und die leichtesten Übungen oder einfache Bewegungen werden plötzlich zu einer großen Herausforderung. Es gilt also, die Gelenkbeweglichkeit, die Gelenkfunktion und auch die Muskeln wieder so aufzubauen, dass sich das Knie wieder in vollem Umfang bewegen lässt. Hierbei kann es zu einem Belastungszittern der Muskeln kommen. Dieses Zittern und auch wieder auftretende Schmerzen bei den Übungen sollten als "Stopp" angesehen werden. Auch nach der medikamentösen Behandlung, oder ergänzend zu dieser, gibt es einige Dinge, die der Betroffene selbst für sich tun kann. Wer sich auf sein Gefühl verlässt, und seinem Körper vertraut, der kann gute Erfolge erzielen. Auch Hausmittel können helfen, den Heilungsprozess zu fördern und zu unterstützen.

 

Mit Ruhe und Geduld zum Ziel – Hausmittel die helfen können

Das Kniegelenk zu kühlen hilft in vielen Fällen. Es lindert die Schmerzen, verringert Schwellungen und kann so zu einer Schmerzfreiheit führen. Umschläge lassen sich ganz einfach aus Baumwolltüchern und kaltem Wasser machen. Allerdings haben sich auch Flüssigkeiten wie Retterspitz gerade bei Gelenkverletzungen und Sportverletzungen sehr bewährt. Helfen können auch Umschläge mit Quark. Wichtig ist es jedoch, immer ein trockenes Tuch um den Wickel zu legen, und diesen mindestens 30 Minuten, besser aber eine Stunde, einwirken zu lassen.

 

Auch Arnica ist ein gutes Mittel bei Knieschmerzen. Es hilft bei Blutergüssen ebenso wie bei einer Entzündung. Arnica gibt es in Form von Salbe und zum Einnehmen als homöopathisches Mittel in Form von Tabletten oder Globuli. Auch Cissus, eine Pflanzengattung der Weinrebengewächse, hat eine positive Auswirkung auf Sehnen, Bänder, Gelenke und Knochen. Um das passende Mittel in der richtigen Potenzierung zu finden, sollte ein Heilpraktiker hinzugezogen werden. Oft ist es zwar das richtige Mittel, welches gewählt wurde, allerdings in der falschen Potenz. Da es bei Schmerzen im Kniegelenk sehr häufig zu einer Schonhaltung kommt, können weitere schmerzende Bereiche hinzukommen. Deswegen ist es wichtig, lieber etwas langsamer zu gehen, dafür aber richtig.

Was man vermeiden sollte

Nach einer Knieverletzung darf das Gelenk nicht sofort wieder voll belastet werden. Daher sind einige sonst alltäglichen Dinge vorerst noch Tabu. Erst dann, wenn sich die Muskulatur wieder gestärkt hat, das Knie stabil ist und dem täglichen Gehen standhält, kommen weitere Belastungen dazu.

 

Treppensteigen: Besonders stark beansprucht werden die Kniegelenke beim Treppensteigen. Es gibt eine einfache Übung, mit der man das Steigen der Treppen sehr gut simulieren und trainieren kann. Hierzu nimmt man eine kleine Fußbank oder nutzt die erste Treppenstufe. Das betroffene Bein wird auf die Stufe gesetzt, der Auftritt kurz angedeutet, und das Knie nur minimal belastet. Der Wechsel erfolgt wie beim normalen Treppensteigen – abwechselnd mit beiden Füßen.

 

Heben /Tragen: Wer schwere Gegenstände hebt oder trägt, wird deren Gewicht sehr schnell merken, wenn das Knie noch nicht vollkommen ausgeheilt ist. Die Belastung ist enorm, und es entsteht ein Gefühl, als würde das gesamte Gewicht auf das Knie übergehen. Das Gleiche gilt auch für das Schieben und Ziehen verschiedener Gegenstände.

Wenn sich Unsicherheit breitmacht – die Blockade im Kopf

Entstand die Knieverletzung durch einen Unfall oder Gewalteinwirkung, dann macht sich leider oft eine Blockade im Kopf breit. Selbst dann, wenn die Schmerzen und Symptome im Knie bereits deutlich nachgelassen haben, entsteht im Kopf Angst. Diese Angst blockiert die normale Bewegung. Man hat Angst, wieder auszurutschen oder hinzufallen. Man hat Angst, noch einmal umzuknicken und sich wieder zu verletzen. Das ist nicht verwunderlich. Schließlich hatte man oft wochenlang starke Schmerzen im Knie und möchte nun alles meiden, was erneut dazu führen könnte. Zu Beginn kann es helfen, wenn man sich eine vertraute Person als Begleitung sucht. Der erste Spaziergang sollte also nicht unsicher und alleine, sondern in Begleitung gemacht werden. Auch das Tragen einer Bandage kann für mehr Sicherheit sorgen. Sie gibt dem Knie zusätzlichen halt und dem Betroffenen somit mehr Sicherheit. Auch mit kleinen Schritten kommt man ans Ziel!

 

Laden ...
Fehler!