Bei der Ernährung sparen - ohne Discounter

Lebensmittelverschwendung ist Nebenprodukt von einer im Überangebot lebenden Konsumgesellschaft. Fast die Hälfte des weltweit produzierten Essens wird weggeworfen. Sogenannte foodsharing-Gruppen sehen sich als Lebensmittelretter. Ziel ist es Lebensmittel zu verteilen bevor sie weggeworfen werden und zwar für umsonst. Die Teilnahme an solch einem Netzwerk lohnt sich. In lokalen Gruppen (zum Beispiel in sozialen Netzwerken) sollte man regelmäßig reinschauen und das ein oder andere mitnehmen. Selbst anbieten kann man selbstverständlich auch. Als kleiner Tipp: Wenn irgendwo Wochenmarkt ist, dann geht man am besten hin wenn die schon abbauen. Gemüsehändler schmeißen dann manchmal ziemlich viel weg und wenn man nett fragt, bekommt man gutes Gemüse für wenig Geld oder sogar für umsonst.

Jeden Herbst kann ich es selbst mit ansehen. Hier gibt es einen Rewe, direkt daneben eine Streuobstwiese. Viele Leute kaufen die hochpolierten, gewachsten und mit Chemikalien haltbar gemachten Äpfel aus dem Rewe, statt sich einfach auf der Streuobstwiese zu bedienen. Das Obst dort ist viel leckerer und kostenlos. Kilogrammweise verrottet es ab Ende November auf der Wiese. Selbst ernten und vor allem verarbeiten! Zum Beispiel zu Marmelade, Likör, Kuchen oder einfach gut lagern und roh genießen.

Gernerell lässt sich viel selbst herstellen. Selbst Brot backen ist nicht nur kostensparend, sondern schmeckt auch besser und kann zu einem richtig schönem Hobby werden. Zu dem Thema kann ich euch den Blog vom BrotDoc wärmstens empfehlen, und natürlich auch sein Buch.

Konsequent Geld sparen kann man auch in dem man Vegetarier wird. Fleisch und Fisch ist teuer. Man sollte auf keinen Fall Geld sparen in dem billiges Fleisch gegessen wird. Lieber verzichten - schaut euch mal dieses Video vom Focus an. Falls ihr das mit dem Vegetarismus nicht schafft, esst Wild. Man kann beim örtlichen Forstamt zum Beispiel "Rehwild in der Decke" bestellen - unglaublich günstig. Da muss man dann nur noch selbst das Fell abziehen und das Vieh zerlegen. Eine Anleitung findet man zum Beispiel hier. Wer das zu ekelhaft findet, der soll lieber kein Fleisch essen. Ich zitiere da immer wieder gerne die bekannte Fernsehköchin Sarah Wiener "Wer Fleisch isst, muss sich auch mit dem Tod auseinander setzen." - und wer das nicht kann, soll eben bitte kein Fleisch essen.

Eine extremere Möglichkeit ist auch das sogenannte Containern. Dabei werden von Supermärkten weggeworfende Lebensmittel, die in der Regel noch gut und unbedenklich sind, aus dem Müllcontainer geholt und verwertet. Diese Methode ist allerdings möglicherweise rechtlich bedenklich - da der Müll dem Supermarkt auch noch im Container gehört. Davon kann man natürlich halten was man will.

 

Foodsharing: Kochbar - Minden

Foodsharing: Kochbar - Minden (Bild: ohallmann / Flickr)

Mobilität ist teuer - Das zu ändern ist ganz einfach

Laut einer Studie geben die Deutschen nach dem Wohnen am zweitmeisten für ihre Mobilität aus. Ein guter Grund an diesem Posten zu sparen.

Das Bilden von Mitfahrgelegenheiten spart schon bei nur einem weiteren Mitfahrer die Hälfte der Kosten. Es lohnt sich also auf der Arbeitsstelle rumzufragen und Mitfahrten zu verabreden.

Wenn wir schon auf der Arbeitsstelle sind, gehen wir gleich mal in die Personalabteilung oder reden mit dem Chef, ob es nicht möglich wäre einen Teil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen. Auf so ein Gespräch kann man sich vorbereiten, in dem man die Vorteile von Heimarbeit für Unternehmen als Argumentationshilfe zur Hand hat. Ist man erfolgreich, spart man sich ab und an den Weg zur Arbeitsstelle.

Selbstverständlich sollte sein, dass man sich genau überlegt, ob ein Zweitwagen oder sogar der Erstwagen überhaupt notwendig ist. Selbst wenn man ein Auto nur saisonal abmeldet, spart das viel Geld bei Steuer und Versicherung.

Zukunftsmodell ist sicherlich carsharing. Vor allem in Städten kommt dieses Modell, bei dem man nur ein Auto nimmt, wenn man es wirklich braucht und sich dann eben auch nur anteilsmäßig an den Kosten beteiligt, immer mehr in Mode. Zumindest sollte man sich diese Form des Autoteilens mal genauer anschauen.

Wer etwas für seine Gesundheit tun will nimmt das Rad, das ist sowieso klar. Wem das zu langsam ist und wer trotzdem kostenlos mobil sein will, der kann trampen. Trampen ist eine wirklich gute Alternative um lange Strecken schnell und kostengünstig oder umsonst zurückzulegen. Hier zeige ich Euch wie das funktioniert.

 

Übernachten? Wozu soviel Geld ausgeben?

Die meiste Zeit bist du doch eh unterwegs. Warum solltest du dir einen goldenen Käfig bauen, der dich durch seine laufende Kosten dazu zwingt ständig Geld bereit zu stellen? Alles was man braucht ist eine warme Unterkunft, mit einem gutem Bett und einer Möglichkeit zu kochen. Den Rest des Lebens kann man outsourcen - Freunde treffen in der Stadt, statt bei sich zuhause, duschen auf der Arbeitsstelle, lesen in der öffentlichen Bibliothek. In München, wo die Wohnungen besonders teuer sind, haben Studenten diesen ultragemütlichen Wohnwürfel entwickelt.

Ich selbst kenne Leute, die im Sommer regelmäßig ihre Wohnungen kündigen und in einen Bauwagen ziehen. Oder aber, sie ziehen dann für einige Monate komplett weg. Sie machen unkonventionellen "Urlaub" ganz ohne Billigflug und Hotel. Dabei erleben sie viel mehr als der gewöhnliche Pauschalurlauber. Kombiniert mit trampen und sogenanntem WWOOFing lässt sich prima kostenlos reisen und Urlaub machen. Beim WWOOFing arbeitet man halbtags auf einer biologischen Farm mit und hat den Rest des Tages Zeit um die meist wundervolle Umgebung zu erkunden. Meist findet man viele nette Leute auf solchen Farms, manchmal ist der Surfkurs gleich inklusive.

Couchsurfing und andere Gastfreundschaftsnetzwerke sind eine gute Alternative dazu. Einheimische freuen sich auf deinen Besuch, du kannst problemlos für ein paar Nächte bei denen bleiben und du hast die Möglichkeit die Gegend aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Regelmäßige Ausgaben minimieren - Ausgaben, die kein Mensch braucht

Nur als Anregung ein paar Ausgaben, die viele von uns haben, die aber als selbstverständlich hingenommen werden. Diese Liste ist nicht vollständig - Checke deine Kontoauszüge der letzten 12 Monate und überlege dir, welche von den Ausgaben wirklich sinnvoll waren und dich wirklich weiter gebracht haben. Wenn sie das nicht tun, stelle diese Ausgaben ab.

Fitnessstudios - Einsparung 500€ - 1.000€ im Jahr

Völlig sinnlos ist es, für ein Fitnessstudio regelmäßig Geld auszugeben. Vertrag kündigen! Wer auf Zumba und Co. steht, kann sich auch so mit gleichgesinnten treffen und sich zum Beispiel von youtube Trainerinnen animieren lassen. Ansonsten ist Sport an der frischen Luft angesagt - wer kein Bock hat das alleine zu tun, sucht sich eine Sportgruppe (nur ein Beispiel wäre draussensport.com). Aber auch fürs Mannschaftspiele wie Fußball braucht man keinen Sportverein der Mitgliedsbeiträge kostet und noch von dir verlangt an den Wochenenden zu Punktspielen zu fahren - kostenlose Bolzgruppen, Volleyballgruppen oder Streetballplätze gibt es in jeder Stadt. Auf fast jedem Spielplatz stehen Tischtennisplatten rum - alles kostenlos!

Los aufstehen, Schuhe an und jetzt loslegen. Den Artikel kannst du dann später zuende lesen!

Friseurbesuch - Einsparung bis zu 1.000 € im Jahr

Je nachdem wie oft du zum Friseur rennst, kann das richtig teuer werden. Frage eine Person aus deinem Freundeskreis oder deiner Familie, ob ihr Euch nicht gegenseitig frisieren wollt. Das macht Spaß und das bisschen, was an Perfektionismus fehlt sieht eh kein Mensch - und wenn doch machst du es doch locker mit deinem Charisma wieder weg, oder?

Versicherungen - kündigen statt wechseln - Einsparung bis zu 2.000 € im Jahr

Versicherungen gewinnen immer - gönne denen das doch nicht!

Hast du einen Picasso zuhause oder eine High-End Kinoausrüstung, steht bei dir womöglich das Bernsteinzimmer im Gartenschuppen? Dann kannst du deine Hausratsversicherung behalten, ansonsten tritt jetzt aus!

Eine Zahnzusatzversicherung kostet im Jahr mindestens 250 € - wenn nicht mehr. Dafür kannst du dir locker alle zwei Jahre nen Zahn überkronen lassen. Brauchst du wirklich soviele Kronen - hast du so schlechte Zähne? Denk mal drüber nach.

Wozu brauchst du eine Rechtsschutzversicherung? Wie oft benötigst du die? Zur Not kannst du dich vor Gericht auch selbst vertreten. Eine Kündigungsschutzklage ist zum Beispiel meistens eine ganz klare Sache und das Gericht hilft dir dabei. In der ersten Instanz kommt es meistens zu einem Vergleich - dann kostet auch das Gericht nichts.

Tritt aus der Kirche aus - Einsparung 300€ - 1.000€

Das lässt sich mit deinem Glauben wunderbar vereinbaren. Du kannst auch Christ sein ohne in der Kirche zu sein. Jesus wäre aus der katholischen Kirche wohl auch ausgetreten - Schade, dass wir ihn nicht mehr fragen können. Der Wechsel in eine Freikirche kann evtl. auch in Betracht gezogen werden. Da sollte man sich aber vorher genau informieren.

Rauchen und Alkohol

Rechne mal durch was dich das im Jahr kostet! Geb das Geld lieber mir. Dass das völlige Verschwendung ist und dazu noch Geld kostet ist wohl klar? Das ist so als wenn jemand zu Dir kommt und Geld dafür verlangt dass er dich umbringt. Würdest du das machen? Sofort aufhören! Dieser Ratgeber "Sofort mit dem Rauchen aufhören und für immer Nichtraucher bleiben: Ein 14-Tage-Begleiter" kostet nur 0,99€ und ist von Carsten Fluppe geschrieben - also wenn das nicht hilft.

Leben ganz ohne Geld - es ist möglich

Sicherlich etwas extrem, aber machbar ist es ganz und gar auf Geld zu verzichten und der Konsumgesellschaft eine Abfuhr zu erteilen. Raphael Fellmer macht das seit Jahren und ist dabei selbst Familienvater. In seinem Buch zeigt er uns wie das geht und er lebt nichtmal schlecht dabei. Er befindet sich seit Jahren in einem Geld- und Konsumstreik. Er hat sogar ohne einen einzigen Cent in der Tasche eine Weltreise gemacht. Ja, auch das geht.

Nur ein paar Ideen wie er das macht.

  • Möbel aus gebrauchten Europaletten zu bauen ist recht einfach und sieht richtig cool aus.
  • Klar, dass Raphael trampt
  • Soviele Leute schmeißen gebrauchte Dinge weg oder sind froh, wenn sie sich entrümpeln können - für anderen sind diese immernoch nützlich. In sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche sogenannte "Free your stuff" Gruppen in denen man kostenlose nützliche Dinge erhält. Auch gibt es "Free your craft" Gruppen in denen Leute sich gegenseitig helfen - ohne finanzielle Gegenleistung
  • Schonmal von Repair Café's gehört? Meist ein Riesenerfolg und mittlerweile in fast jeder Stadt veranstaltet. Vor allem eins: kostenlos. Dort reparieren Leute, die Spaß daran haben deine Gegenstände zum Nulltarif. Oft findet man dort auch Rentner, die froh sind eine Aufgabe zu haben und gebraucht zu werden. Mit einem kaputten Fahrrad kann man da zum Beispiel wunderbar hingehen.
Autor seit 1 Jahr
5 Seiten
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