Der Traum vom eigenen Buch

Auch das eigene Buch ist in den letzten Jahren zu einem Ziel der Begierde geworden… fast schon könnte man sagen, schreiben, das ist schon auch so eine Art Statussymbol.

Es beweist: man hat Geist, und man nutzt ihn.

Gedankenspielereien muss man sich zugegebenermaßen aber erst einmal leisten können.

Für die meisten Menschen geht es aber ohnehin nicht darum, dass sie am Ende des Tages, von dem, was sie geschrieben haben, auch leben können wollen.

Und das ist auch wiederum ein etwas anderes Thema.

Eines vorweg: mich persönlich macht das Schreiben glücklich! Es gibt nichts Tolleres, als einen Text, eine Kurzgeschichte, ein Buch… ja, was immer… fertig gestellt zu haben.

Die meisten meiner Texte veröffentliche ich selbst (Eigenverlag, Kindle, XinXii, …), und da ist der Schritt im Vergleich (zu dem Prozedere mit einem Verlag, das wieder etwas anders, aber mit seinen eigenen Vor- und Nachteilen verbunden ist) zur Veröffentlichung schnell und einfach.

Aber: man muss auch alles, was damit zu tun hat, selber machen können und wollen! Also: Lektorat, Gegenlesen, Werbung und vieles mehr… Etwa die Kreation eines passenden Covers und etwaige Illustrationen beziehungsweise Fotomaterial.

Das ist manchmal schon auch mühsam, eben echte Arbeit. Aber: ich persönlich mache sie gerne, denn es ist ja MEIN Projekt! Und dieser Prozess der Entstehung und Gestaltung begeistert mich immer wieder neu, es ist für mich immer etwas Besonderes – wenn auch manchmal (selten, da ich nicht gerne werten möchte… es aber oftmals doch muss, etwa wenn mir ein Thema oder Text zu einer Zeit besonders am Herzen liegt und nahe geht…) ein wenig mehr. Veröffentlicht man in einem Verlag, hat das zwar auch wieder Vorteile, aber die Entscheidungen obliegen einem in sehr vielen Dingen nicht mehr – und das muss man wollen.

Der Moment der Veröffentlichung, Entschuldigung, ist das geilste Gefühl überhaupt! Und etwas Besseres gibt es leider nicht. Tut mir leid.

Dies ist jetzt übrigens unabhängig davon, ob man im Verlag veröffentlicht – oder eben selbst verlegt.

 

Kreatives Schreiben – wozu?

Schreiben eröffnet einem Spielräume.

Ich weiß nicht, wie das ist, wenn man NICHT schreibt, und ich will es ehrlich gesagt auch nicht herausfinden – aber ich weiß, WIE MAN SCHREIBT.

Was es dazu braucht, zu einem wirklich guten Text zu kommen, und warum man nicht alles bis ins Detail planen kann, und meines Erachtens auch nicht sollte – es sei denn, man möchte eine wissenschaftliche Arbeit schreiben.

Aber diese funktioniert anders.

Kreatives Schreiben ist wertvoll einfach um seiner selbst willen – es erlaubt einem, Ideen auszuleben, vielleicht auch, Erlebtes aufzuschreiben oder gar aufzuarbeiten… man kann auch seine Fantasie für sich anstrengen und den Krimi vom letzten Sonntagabend zu einem anderen, individuell betrachtet interessanteren, Ende bringen… man kann, um die Wahrheit hier einmal auszusprechen, tun, was man will.

Also, wenn DAS kein Angebot ist!

Den Chef oder die Chefin wenigstens in der Kurzgeschichte an den Marterpfeil stellen, den gut aussehenden Nachbar daten, obwohl man ihn in Echt nie auch nur ansprechen würde… oder wenigstens im Prozess des kreativen Schreibens eine Weltreise beginnen.

Wozu kreatives Schreiben gut ist?

Es hilft einem, sich auch die Wünsche zu erfüllen, deren Realisierung in der Wirklichkeit längst nicht immer möglich ist. Oder wenn, nur sehr schwer.

 

Kreatives Schreiben üben – wo?

Kreatives Schreiben muss man längst nicht schon von vorneherein können! Sehr viele fangen damit erst irgendwann, wenn ihre Kinder längst aus dem Haus sind, an – aus vielen verschiedenen Gründen. Manche Menschen möchten "Schreiben" einfach mal ausprobieren und schauen, wie das ist beziehungsweise sein kann. Manche Menschen möchten gerne autobiografische Erfahrungen aufschreiben und hoffen, dass sie es mit ein wenig Übung schaffen. Und Stichwort ÜBUNG: üben kann man!

Kreatives Schreiben gibt es schon seit Jahren als einen Workshop zu buchen, als Schreibwerkstatt eben. Anbieter sind meist die Volkshochschulen, vor allem im britischen und amerikanischen Raum Universitäten und Colleges, und auch Autoren bieten diese Möglichkeit, kreatives Schreiben zu üben beziehungsweise zu "erlernen" an.

Auch ich habe im Frühjahr 2015 "Kreatives Schreiben" angeboten, und zwar an der Volkshochschule Freilassing. Ich wollte gerne jenen, die kreatives Schreiben ausprobieren mögen, ohne expliziten Schaffensdruck ermöglichen, innerlich mit mir auf die Reise zu gehen und verschiedene Tricks und Kniffe kennen zu lernen, wie man sich "auf den Weg macht". Denn die Reise antreten muss man dann ja immer noch selbst. Aber mit etwas Hintergrund, ein wenig Wissen und sehr viel Übung kann man es schaffen, dass man sich vielleicht doch noch den Traum vom eigenen Buch erfüllt.

Aber selbst, wenn es gar nicht um ein Buch geht: kreatives Schreiben ist eine ungemein großartige Erfahrung, die der Seele gut tut…

 

 

Fazit

Diese Schreibwerkstatt 2015 anzubieten war eine überaus interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte! Allerdings will ich sie auch nicht wiederholen, denn ich denke, über jene Phasen meines Lebens, in der ich mich "mit der normalen Lebenswelt" auch in diesem Punkt noch arrangieren musste, habe ich persönlich längst hinter mir gelassen.

In mancher Hinsicht habe ich das eine oder andere über "die normale Lebenswelt" hinzugelernt, was mir in dieser verschärften Form vielleicht auch noch nicht so klar war - meine übrigen Familienmitglieder schreiben zwar alle nicht, versuchen andererseits aber auch nicht, Ausschnitte des Schreibens in ihre Lebenswelt zu integrieren. Schon, da es sie schlicht für sie selber nicht interessiert. Das ist auch vollkommen in Ordnung.

Schreiben ist für mich die ganz große Liebe - und ich muss ganz ehrlich feststellen, dass es mir an Verständnis fehlt, wenn mancher Schreiben als eine Art zweitrangiges oder gar minderwertiges "Hobby" ansieht. In meiner Schulzeit habe ich trotz ausreichend Schulstress geschrieben... vielleicht auch mitunter "ohne Rücksicht auf Verluste", da ich meine spießige Umwelt draußen sonst nicht ertragen hätte.

Alles im Leben hat seine Zeit. Unter den Teilnehmenden 2015 gab es jene, die diese Schreibwerkstatt für sich selbst nutzen konnten, und die darüber zum Schreiben ein wenig hingefunden haben. Aber es gab auch jene, die wohl ebenso gut ein Semester in Tennis belegen hätten können, oder ein Semester im Chorsingen...

Mein persönliches Fazit: Man sollte wissen, was man will - und wie.

Wer wirklich gerne schreibt, sollte sich nicht davon abhalten lassen, es zumindest in seiner Freizeit zu machen! Und motivierten Schreibfreudigen kann eine Schreibwerkstatt sehr viel bringen und ihnen auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer eigenen Projekte weiterhelfen.

In diesem Sinne wünsche ich jenen, die sich aus meiner Schreibwerkstatt etwas mitnehmen konnten, weiterhin viel Freude und auch Erfolg beim Schreiben.

Ihr macht das schon ;-) 

Bernadette Maria Kaufmann

Bernadette, am 28.01.2015
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Bildquelle:
von Kerstin Schuster (Schreibwettbewerbe 2012 - aktuelle Wettbewerbe für Autoren und Hobb...)

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