Blitze (Bild: AllPosters)

Sichtungen von Kugelblitzen

Bereits tausende Augenzeugen gibt es, die behaupten, ein Kugelblitz gesehen zu haben. Unter ihnen sind zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. So berichtete der berühmte römische Philosoph Seneca ( † 65 n. Chr.) bereits um 30 n. Chr. von der Sichtung des unbekannten Lichtobjekts. Später beschrieben Karl der Große, Nikola Tesla sowie der Nobelpreisträger Niels Bohr ähnliche Phänomene. Der vermutlich spektakulärste Bericht über das Auftauchen eines Kugelblitzes kommt jedoch von den Insassen einer Boeing 737 der Fluggesellschaft British-Airways.

Die Boeing geriet 1995 kurz nach ihrem Start in Berlin in ein heftiges Gewitter. Einige Blitze schlugen in das bereits etwa 3000 Meter vom Boden entfernte Flugzeug ein. Dann tauchte der Kugelblitz auf. Eine Lichtkugel "wanderte" durch die Gänge des Flugzeugs. Etwa 70 cm über dem Boden schwebend, bahnte sich die melonengroße Kugel ihren Weg von der Küche des Flugzeugs über den Mittelgang. Nachdem sie etwa drei Meter an Bord der Maschine zurück gelegt hatte, verschwand die Erscheinung spurlos.

Den Passagieren an Bord des Flugzeugs verdanken Forschern detaillierte Beschreibungen des Naturschauspiels und diese muten ganz und gar eigenartig an. Kugelblitze laufen den meisten Naturgesetzen völlig zuwider. Zum Beispiel müsste eine Form, die so zusammenhält, wie der Kugelblitz, grundsätzlich aus Flüssigkeit bestehen und eine Dichte aufweisen, die der des Wassers ähnelt. Allerdings könnte die Lichtformation bei einer solch hohen Dichte nicht mehr frei durch den Raum schweben. Das Schweben der Kugel spricht eher dafür, dass es sich um Gase handelt, die zum Entstehen des Lichtballs führen.Auch das Fortbewegen des Lichtes ist völlig rätselhaft. Der Kugelblitz kann sich nämlich gleichmäßig horizontal vorwärts bewegen, wie die Lichtkugel im Flugzeug, oder Kurven schlagen. In einigen Fällen wurde sogar davon berichtet, dass der Blitz sprang, wie ein "normaler" Gummiball. Eine weitere Frage, die die Forscher zu beantworten versuchen, ist, woher die Kugel überhaupt die Energie bezieht, die sie zum Leuchten bringt.

Einig sind sich die meisten Wissenschaftler, die an die Existenz des Kugelblitzes glauben, aber darin, dass der Kugelblitz durch Kamine in Wohnungen und durch Fenster wandern kann. Früher erzeugte diese Vorstellung große Angst in einigen Teilen der Bevölkerung.

Die Studie der Humboldt Universität Berlin

Skeptiker und Erklärungsversuche

Da es bis jetzt keine endgültigen Beweise für die Existenz der besonderen Blitzform gibt, gibt es zahlreiche Skeptiker, die das Vorkommen von Kugelblitzen anzweifeln. Einer der bekanntesten von ihnen war der Schweizer Karl Berger, ein Experte in Sachen Blitzkunde. Er ging davon aus, dass die Kugelblitze durch ein Nachbild des Auges entstehen. Die Helligkeit des eigentlichen Blitzes würde sich auf der Netzhaut der Beobachter einbrennen und so besagtes Nachbild verursachen, das wirkt wie eine runde Lichtkugel. Ist der Kugelblitz also wirklich nur eine Illusion, die durch unsere Netzhaut hervorgerufen wird?

Diese These scheint seit einiger Zeit widerlegt zu sein, denn es gelang einer Studiengruppe der Humboldt Universität Berlin das Phänomen sichtbar zu machen (siehe: YouTube-Video). Hierfür füllten sie zunächst ein Gefäß mit Wasser. In diesem entluden sie anschließend eine 5000 Volt starke Spannung. Als Ergebnis der Entladungen entstanden für wenige Sekunden schwebende Lichtkugeln.

Unter anderem auf Grundlage dieses Experiments entwickelte die Plasmaphysikerin Ute Ebert die Theorie, dass Kugelblitze entstehen, wenn sich Materialpartikel in Folge eines Blitzeinschlages elektrisch aufladen und dabei ionisiert und aufgewirbelt werden. Ein solcher Vorgang könnte sich etwa dann abspielen, wenn ein Blitz auf Sand einschlägt. Es wäre eine logische Erklärung für die Entstehung der Lichtbälle. Allerdings gibt es für diese Vermutung ebenso wenig Beweise, wie für die verschiedenen Erklärungsansätze anderer Forscher. Wie genau ein Kugelblitz in der Natur zum Leben erwacht, konnte noch von niemandem komplett zufriedenstellend erklärt oder bewiesen werden. Solange diese Erklärung fehlt, fehlt aber auch der allerletzte Beweis für die Existenz der unglaublichen Erscheinung Kugelblitz.

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