Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab

In der Nacht vom zweiten auf den dritten Januar rettete die italienische Marine ca. 1000 Flüchtlinge, die in total überladenen Booten auf dem Mittelmeer in Richtung Europa unterwegs waren und deren Boote zu kentern drohten.

Video: Italienische MArine rettet 1000 Flüchtlinge

Was ist zu tun?

Solange sich die Lage in den afrikanischen Staaten nicht grundlegend verbessert, wird Europa damit leben müssen, dass immer wieder Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen, um den Kriegen und dem Elend in ihren Heimatländern zu entgehen. Kurzfristig kann Europa daran nichts ändern. Es stellt sich also die Frage, wie man damit umgehen soll. Ein erster Schritt ist sicher das, was die italienische Marine gemacht hat: Dafür sorgen, dass möglichst niemand ertrinkt. Aber die aus dem Mittelmeer aufgesammelten Menschen müssen ja irgendwo bleiben. Sie nach Afrika zurück zu schicken, würde das Problem nur vergrößern, weil sie bei der erst besten Gelegenheit wieder versuchen würden nach Europa zu kommen. Aber Italien und Malta können unmöglich sämtliche Flüchtlinge aufnehmen. Die italienische Lösung sieht so aus, dass die Flüchtlinge ein paar Euro in die Hand gedrückt bekommen und dann weggeschickt werden. Diese versuchen dann auf eigene Faust nach Nordeuropa zu kommen. Einige von ihnen sind so in Hamburg gestrandet.

Eine sinnvolle Möglichkeit wäre, dass die europäischen Staaten sich endlich darauf einigen, eine gewisse Anzahl der Flüchtlinge aufzunehmen. Es kann doch nicht sein, dass wirtschaftlich relativ schwache Länder wie Italien, Griechenland und Malta, nur weil sie zufällig eine Mittelmeerküste haben, mit dem Problem allein gelassen werden. Das ist zwar sehr bequem für die "innen liegenden" Länder, wie z. B. Deutschland und die Niederlande, sinnvoll ist es aber nicht. Nach dem Dublin III Abkommen müssen Flüchtlinge in dem Land Asyl beantragen, in dem sie zum ersten Mal europäischen Boden betreten haben. Geografisch bedingt, sind dies die Mittelmeerländer. Wenn z. B. Italien die Flüchtlinge weiter schickt, sind sie dann in den anderen europäischen Staaten illegal eingewandert und können nach Italien zurück geschickt werden. Dies führt im Endeffekt dazu, dass diese Menschen innerhalb Europas ständig illegal auf der Flucht sind. Ein unhaltbarer Zustand. Andererseits kann man es den Mittelmeerländern nicht verdenken, wenn sie aus Überforderung zur Selbsthilfe greifen. In Deutschland bricht schon Panik aus, wenn 100 Flüchtlinge aufgenommen werden sollen. Dann muss ein komplizierter Verteilungsschlüssel erarbeitet werden, damit kein Bundesland "überfordert" wird. Aber wirtschaftlich wesentlich schwächere und organisatorisch weniger entwickelte Länder wie Italien und Griechenland sollen problemlos Tausende aufnehmen.

 

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