Worum geht es?

Ikigai heißt in der Übersetzung "Freude" und auch "Lebensziel" (1). Es geht also darum, dass der Mensch sich morgens nicht nur aufrafft, sondern dass er etwas gern tut.
Es stellen sich gleich zwei Fragen: 1) Was macht am meisten Spaß im (All)tag? Und 2) Was hat man davon?
Nach Auffassung der Ikigai-Jünger entstehen aus einer sinnvollen Zielfindung die Lebensfreude und eine innere Zufriedenheit. Der Weg dorthin führt über die eigene Innenschau. Der Ikigai Follower fragt sich einfach: was macht mir am meisten Freude? Und dann handelt er danach. Und die japanische Kultur scheint diese grundsätzlichen Fragestellungen zu fördern.

Have fun oder the song of joy (Bild: InspiredImages/ pixabay.com)

Leidenschaft

Sie erinnern sich an die Wiederholungen der Fernsehserie "Shogun"? In einer Szene wird der Missionar gefragt: "Wofür brennst du?". Der Auftraggeber will die Motivation seines Gesandten erforschen, um ihn dementsprechend zu konditionieren.

Darin scheint das Geheimnis des Ikigai zu liegen. In der japanischen Kultur scheint es Menschen zu geben, die sich sehr intensiv mit ihrer (sozialen) Rolle identifizieren können. Dieses Gefühl wird offenbar intensiv in der Gruppe ausgelebt. Man kennt das bei uns im Westen aus den Berichten über Bäder, die übervoll mit Menschen sind, und in denen sich die Japaner sichtlich sehr wohl fühlen.

Badespaß im Schwimmbad (Bild: Hermann/ pixabay.com)

Touristengruppen aus dem fernen Osten sind ebenfalls immer sehr groß. Einen einzelnen Japaner am Heidelberger Schloss zu finden ist eher schwierig.
Wir Europäer halten es augenscheinlich mehr mit der Individualität. Nach Ikigai-Sicht ist dies nicht unbedingt ein Garant für ein langes Leben. Wie kommen die Japaner zu dieser Ansicht? Kann man das beweisen?

Wissenschaftliche Untersuchungen

Der Wikipedia Artikel über Ikigai (1) zitiert eine Langzeitstudie. Man hat über einen Zeitraum von vierzehn Jahren (von 1994 bis 2008) mehr als 40.000 Menschen beobachtet und in gewissen Abständen befragt.
Es ging um die üblichen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Ernährungsgewohnheiten, sportliche Betätigung usw. Ein "unübliches" Kriterium war die Frage nach der Einstellung des Probanden zu Ikigai.
Harte Arbeit hatte nach dem zweiten Weltkrieg dem Land zu großem Wohlstand verholfen. Die Wissenschaftler hatten nun festgestellt, dass Menschen ohne ihre Arbeit unglücklich wurden. Einige hatten ihren Lebensinhalt und ihre Freude am Tageswerk verloren – eben das, was eingangs als Ikigai beschrieben wurde. Diese Menschen starben früher – als andere.

Die "anderen" Teilnehmer der untersuchten Langzeitgruppe hatten ihre grundsätzliche Einstellung zum Leben beibehalten. Sie hatte ihren Lebenssinn lediglich auf andere Bereiche verlagert. Malen, Basteln, Golfspielen, Reisen – eben das Übliche. Aber mit Inbrunst.

Und was hat es ihnen gebracht? Mehr Leben. Von denen, die ihr Lebensbild aufgegeben hatten, lebten am Ende der Studie noch 83%. Von den Ikigai Vertretern waren noch 95% am Leben.

Wer sich freut hat mehr vom Leben

Ikigai wird auch bezeichnet als "das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen" (Original-Zitat aus Wikipedia/Ikigai). Der Jungbrunnen entspringt dann aus eben diesem Gefühl des Individuums.

Manchmal lohnt es sich zu anderen Kulturen zu schauen.

Neugier (Bild: Greyerbaby/ pixabay.com)

je suis content - wunschlos glücklich (Bild: jungminlee/ pixabay.com)

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