Braucht das Manuskript ein Lektorat, bevor es an den Verlag gehen kann?

Bei einem klassischen Verlag übernimmt der Verlag das Lektorat des Manuskripts kostenlos für Sie. Sie brauchen zuvor keinen freien Lektor aufzusuchen. Allerdings landen nur wenige Autoren in klassischen Verlagen und diese Verlage haben sehr hohe Ansprüche an die Qualität und an die Markttauglichkeit des Manuskripts. Insofern ist der Gedanke "Ich brauche nur einen Verlag zu finden, dann habe ich das Lektorat kostenlos" sehr einfältig. So leicht funktioniert das mit dem Lektorat des Buches nicht. Hinzu kommt: Verlage wollen keine Manuskripte, die sie noch aufwendig lektorieren müssen. Verlage wollen perfekte Manuskripte – umso mehr, wenn der Autor unbekannt ist und noch keinen Namen in der Literaturwelt hat. Für die großen Verlage gilt das ganz besonders, kleine Verlage drücken bei der Qualität noch öfter ein Auge zu.

Mit anderen Worten: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Manuskript ein Lektorat "dringend" braucht, dann ist es wahrscheinlich noch nicht reif genug für einen Verlag. Und das ist die Zwickmühle des Ganzen: Sie erhalten als unbekannter Autor vom Verlag praktisch nur ein Lektorat umsonst, wenn das Lektorat kaum nötig ist.

Erhöht ein professionelles Lektorat die Chancen des Manuskripts bei Verlagen?

In manchen Fällen steigert ein Lektorat des Manuskripts die Chancen bei Verlagen, in anderen nicht. Es kommt hierbei auf zwei Dinge an:

1. Wie gut ist die Erzählweise des Manuskripts?

2. Wie markttauglich ist der Inhalt des Manuskripts?

Hat Ihr Manuskript einen "Stoff", der aus Sicht des Verlagslektors markttauglich ist, und überzeugt das Buch durch eine "interessante" Erzählweise (bzw. einen guten Aufbau beim Sachbuch), dann erfüllt Ihr Buch zwei wichtige Bedingungen, um bei Verlagen eine Chance zu haben. Wenn allerdings

  • viele Rechtschreibfehler das Manuskript verunstalten,
  • der Satzbau holpert,
  • Wortwiederholungen sich häufen,
  • falsche bzw. ungünstige Adverbien, Konjunktionen, Präpositionen etc. verwendet werden
  • sowie viele schiefe Ausdrücke und stilistische Danebengriffe zu finden sind,

... dann werden viele Verlage Abstand von der Veröffentlichung eines solchen Manuskripts nehmen. Mehr noch: Womöglich wird das Lesen der Leseprobe schon auf der ersten Seite abgebrochen oder der Lektor des Verlags schaut sich Ihr Manuskript gar nicht erst an, weil Sie bereits im Anschreiben und im Exposé negativ mit Rechtschreibfehlern und anderen Sprachfehlern aufgefallen sind.

Lektorat für Leseprobe, Exposé und Roman-Anfang als Strategie

Hätten Sie Ihr Manuskript und auch Ihr Exposé und Ihr Anschreiben von einem professionellen Lektor (oder einem wirklich kompetenten Freund) prüfen lassen, dann hätten Sie von manchem Verlag vielleicht eine Zusage statt eine Absage bekommen. Manche Autoren haben markttaugliche Stoffe und auch eine passable Erzählweise, aber stilistische Mängel und Rechtschreibfehler schließen Ihnen die Türen zu klassischen Verlagen.

Allerdings muss der Autor nicht unbedingt das Honorar für das Lektorat des kompletten Manuskripts bezahlen. Einige Lektoren bieten auch ein Lektorat nur für das Exposé, das Anschreiben und die Leseprobe des Manuskripts an. Es werden also nur die Unterlagen für die "Bewerbung" lektoriert. Die Kosten bei dieser Version des Lektorats sind deutlich niedriger und recht überschaubar. Manche Autoren nutzen ein professionelles Lektorat von ein paar Manuskriptseiten auch als Weg, um Feedback von einem Experten zu erhalten.

Ohne markttauglichen Stoff hat das Manuskript auch mit Lektorat wenig Chancen

Man sollte allerdings nicht dem Irrtum verfallen, dass ein schlechter erster Eindruck häufig der Grund für eine Verlagsabsage sind. Selbst wenn der Inhalt des Manuskripts markttauglich und die Erzählweise passabel sind und zusätzlich ein Lektorat den Stil des Manuskriptes geglättet hat, können immer noch "Zufallsfaktoren" oder Konkurrenzmanuskripte auf dem Tisch des Verlagslektors eine Absage bewirken.

Und wie anfangs bereits angedeutet: Hat das Manuskript keinen markttauglichen Stoff oder keine Erzählweise, die die Lektoren der Verlage für angenehm befinden, so steigert auch ein Lektorat des Manuskripts die Chancen für die Veröffentlichung in einem klassischen Verlag nicht. Manche Manuskripte können stilistisch perfekt sein (auch ohne Lektorat), aber es gibt aktuell kein Markt für sie (aus Sicht der Lektoren in den Verlagen).

Veröffentlichen ohne Verlag, aber mit professionellem Lektorat

Doch nicht alle Autoren kommen in klassischen Verlagen unter und immer größer wird die Schar derer, die es auch gar nicht will und die Vorteile des Selbstverlegens entdeckt hat. Nur weil Verlage ein Manuskript nicht annehmen, heißt es nicht, dass es sich nicht verkauft. Ebenso gilt das Umgekehrte: Nur weil Verlage ein Manuskript annehmen, bedeutet dies nicht, dass das Buch sich verkauft und der Autor reich wird. Die Selbstverleger sind auch bekannt als BoD-Autoren, als Ebook-Autoren oder Indie-Autoren.

Auf www.professionelles-lektorat.de finden Sie einen Artikel über das Lektorat des Manuskripts für Selbstverleger und warum ein solches Lektorat sinnvoll sein kann.

 

Profil, Professionalität und Kompetenz junger Verlage
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