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Das Große Tauen

Das Ewige Eis in der Arktis taut überdimensional schnell auf. Die Nord-West-Passage ist immer öfter schiffbar. Amerikaner und Russen haben bereits erste Initiativen eingeleitet, um das Arktische Meer mit ihrer Präsenz zu erfreuen. Die russische Marine renoviert und eröffnet derzeit sämtliche Militärbasen des Kalten Krieges an der Nordmeerküste. Die Amerikaner starteten mit "Arctic Shield" ihre Bemühungen, Flugzeuge und Schiffe an der Nordküste Alaskas zu stationieren, um vor Ort zu sein und die Grenzsicherheit sowie die Bodenschatz-Sicherung zu übernehmen. In den Sommern sind bereits Routen durch die Arktis denkbar, was wiederum die Bereitstellung einer Safety-Unit erfordert, um Schiffe in Not zu unterstützen.

Einige Fakten

  • Die Waldbrände in Sibirien und andere Aktionen im Nordmeer sind für die Destabilisierung mitverantwortlich.

     

  • Sonnenlicht wird durch eisfreie Flächen nicht mehr reflektiert.

     

  • Durch das Abtauen werden die Permafrostböden aufgetaut und Straßen und Gebäude verlieren dadurch ihre Stabilität.

     

  • Gashydrat, das normalerweise gefroren ist, taut auf und das führt zu gigantischen Explosionen. Langlebige Treibhausgase werden dadurch ebenfalls frei.

     

  • Methan und enorme Mengen CO
    Amerikanischen Forschergruppen suchen nun nach Methan-Hotspots. Daneben sind die gigantischen Mengen an CO2 ein Problem für die Einhaltung der Klimaziele. Jede Tonne CO2 lässt 3 m³ Eis schmelzen.

 

Rückblick Klimaziele

 

Die Entwicklung begann bereits in den 80er Jahren. Die Vereinten Nationen installierten einen Zwischenstaatlichen Ausschuss, der die Entscheidungsträger mit Daten und Analysen versorgte, anhand derer sie ihre Entschlüsse setzen konnten.

1992 kam es zu einem Gipfel in Rio de Janeiro, Brasilien. Auf diesem einigte man sich auf eine Vorgehensweise, die an den Prinzipien Vorsorge, Verantwortung und Recht auf Entwicklung ausgerichtet war. Dabei legte man auch fest, welche Länder zu den Industrie und Transformationsstaaten und welche zu den ärmeren Ländern gehörten. Keine schöne Teilung, aber der Gedanke ist folgender: Den ärmeren Ländern sollte es ermöglicht werden, sich weiterzuentwickeln, ohne Treibhausgase zu reduzieren, die der ersten Gruppe, wurden zur Reduktion verpflichtet. Nun sollte jeder Staat seine Treibhausgase messen – um beim nächsten Gipfel diese vergleichen zu können. Doch ein einheitliches Messverfahren zu finden, war gar nicht so einfach und es dauerte bis 1997, bis zur Abnahme des Protokolls in Kyoto, Japan. Dort wurde auch festgelegt, um wie viel Prozent die Industrie- und Transformationsstaaten ihren Output reduzieren sollten: Als größter Umweltverschmutzer galt China, gefolgt von der USA. Russland ratifizierte den Vertrag und galt damals als viertgrößter Luftverschmutzer. Insgesamt wollte man (zwischen 2008 und 2012) den CO2-Ausstoß im Vergleich zum Zeitraum 1990 um 5,2 % verringern.

Neu in diesem Zusammenhang sind die komplexen Regelungen mit Emissionen. Es gibt auch ein Emissionsrechtshandelssystem. Die Länder können auch Emissionsrechte austauschen. So kam es, dass es für einige Länder günstiger war, Papiere zu erwerben, als die Anlagen zu erneuern. Die Strafen für "nicht eingespartes CO2" wurde von 40 auf 100 Euro pro Tonne erhöht. Alles in allem, richtig clever gedacht, dieses Projekt. Dennoch ist dieser Plan für die Administration ein gigantisches Vorhaben, denn die Schätzungen und Analysen in Kyoto sind umstritten. Daneben handelt es sich nicht um Verschmutzungsrechte, sondern um "Eingesparte Tonnen CO2", deren Eingespartsein nur schwer überwacht werden kann. Manche scheitern auch an der Vorstellbarkeit.

 

Eine zweite Erde bitte für die USA!

 

2015 kam es zum Klimaabkommen von Paris. Man beschloss, die Erwärmung auf maximal 2 ° C zu halten. Seither diskutiert man darüber, dass eine Erwärmung um 1,5 ° C besser wäre. Die USA – unfassbar dass das möglich ist – verabschiedete sich 2017 aus dem Abkommen. Der CO2 Ausstoß steigt weltweit weiter und es sieht momentan eher so aus, als würde man die 2 ° C auch nicht schaffen.

 

Wenn man die Erwärmung auf 1,5 °C senken würde, dann könnte man die schlimmsten Folgen noch verhindern. Doch mangels ernsthafter Initiativen und zu großen wirtschaftlichen Interessen von Großstaaten sowie mangelndes Problem- und Umweltbewusstsein ist dies sehr unwahrscheinlich.

 

Dies zeigt allein die Tatsache, dass der Ausbau der Atom-Energie als Ausweg aus der Klimakrise gepriesen wird, weil die Atomenergie weit geringere CO2 Ausstöße produziert. Andererseits jedoch ist selbst bei einem regelmäßigen Betrieb von Atomkraftwerken mit geringen Mengen an radioaktiver Belastung für die Umgebung zu rechnen. Die Großteils überalterten Atommeiler in Europa allerdings sind störungsanfällig. Daneben sind die enormen Mengen an Müll, die diese Form von Energiegewinnung produziert ein weiteres Problem, denn die Entsorgung – bislang einfach per Verklappung oder in Form von Umwandlung in Atomwaffen oder ähnliche Produkte vollzogen.

Es hat dramatische Folgen

Es ist also nur in einer einzigen Weise denkbar, dass die Erde, die nun jahrzehntelang vermutlich aus einem fehlgeleiteten Patriotismus klimatechnisch verändert wurde, wieder ins Gleichgewicht gelangt, nämlich durch den raschen und flächendeckenden Ausbau von Nachhaltiger Energiegewinnung, von effizienterem Einsatz der vorhandenen Energie und energiesparende Varianten bereits bei der Planung und Sanierung von Gebäuden und öffentlichen Anlagen-

 

Es hat sich in dieser Welle des Klimaschutzes auch eine muntere, grenzüberschreitende Klima-Aktivisten-Gruppe gebildet, die auf selbstorganisierten Veranstaltungen vom Stand der weltweiten Klima-Situation berichten. Unlängst wurde auch in Wien dazu ein Bericht des "Extinction Rebellion Austria"-Aktivisten Esteban vernommen, der über Fracking in argentinischen Gebieten berichtete. Daran soll auch die OMV beteiligt sein, doch die österreichische Mineralölfirma weist jeglichen Vorwurf von sich: Sie sei weder in Argentinien aktiv noch betreibe sie Fracking.

 

Fazit

 

32 Jahre Klimapolitik, doch es scheint, als wäre noch immer kein Verständnis für die enormen Zäsuren, die man durch systematische Gewalt an der Umwelt hervorgerufen hat, vorhanden. Als wären die Auswirkungen nicht auf konkrete Maßnahmen zurückzuführen. Es darf durchaus die gängige Praxis von börsenotierten Unternehmen, etwa Technologie- und Rohölindustrieunternehmen oder uranabbauende Industrien, hinsichtlich ihrer geringen Nachhaltigkeit und expansiven Förderpolitik hinterfragt werden. Daneben sind bessere, zielgenauere Verfahren der Mülltrennung, -wiederverwertung und -vermeidung vorstellbar. Denn die Verschmutzung wird auch vor der derzeit noch weitgehend unberührten Nord-West-Passage nicht Halt machen. Einen Arktis-Vertrag, wie die Antarktis einen besitzt, gibt es nicht. So ist Vermüllung und Plünderung nur eine Frage der Zeit, wenn es keine gemeinsame Initiative gibt, keine Einforderung von Disziplin und echten Kontrollen. Ohne verkommen die gut gemeinten Einigungen und Gesetzesvorgaben zu Soft-Law.

 

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