Meerjungfrauen

vom Mythos zum witzigen Deko-Trend - Woher kommt die Faszination?

Meerjungfrauen und Nixen faszinieren zweifellos, doch woher stammt der Mythos um die Schönheiten des Wassers? Wie immer ist diese Frage nicht so einfach zu beantworten und lässt sich vermutlich auch nicht an einer ersten Erwähnung festmachen. Sicherlich entstand, oder besser, entwickelte sich der Mythos um Meerjungfrauen auch nicht nur an einem Ort. Sucht man den Ursprung in der Literatur, so dürfte man in der griechischen Antike fündig werden. Wie gesagt, die Sirenen die Odysseus wie alle anderen Seefahrer ins Verderben reißen wollen sind ein früher literarischer Beleg, wenngleich sie auch als Mensch-Vogelwesen in Darstellungen zu finden sind.

Aber auch in späteren Jahrhunderten entstanden Geschichten rund um Meerjungfrauen, insbesondere natürlich auf hoher See selbst. Schließlich waren Segelschiffe wochen- und monatelang unterwegs und die Seemänner zwangsläufig im gewissen Sinne stets in einer Ausnahmesituation. Nicht nur die Abgeschiedenheit sondern auch harte Arbeit, meist schlechtes Essen und gefährliche Wettersituationen setzten ihnen zu. Dass dies und darüber hinaus sicherlich auch ein stückweit Unwissenheit die Fantasie beflügelte, erscheint nahe liegend. Und wer von einer weiten Reise zurückkommt hat natürlich auch immer etwas zu erzählen, von dem die Daheimgebliebenen noch nie etwas gehört oder zumindest gesehen haben. Von gesichteten Meerjungfrauen zu erzählen, sorgte allemal für Aufsehen.

Doch reine Erfindungen um Aufmerksamkeit zu erlangen, waren die Geschichten rund um schönen oder auch wilden Nixen ganz sicher nicht und wie immer glimmt irgendwo ein Funke Wahrheit. Wahrheit in dem Sinne, dass die Seemänner auf hoher See sicherlich ihnen unbekannte Wesen gesichtet haben, allerdings nicht solche, von denen sie zu Hause berichteten. Viele Fabelwesen haben ihren Ursprung in Unbekanntem in der Natur. Seekühe dürften für den Mythos der Meerjungfrauen offenbar eine Schlüsselrolle gespielt haben. Diese Tiere sind in tropischen Gewässern weltweit beheimatet und schwimmen oft dicht unter der Wasseroberfläche. Übrigens war Christoph Kolumbus einer der ersten, der im Golf von Mexiko eine Verbindung zwischen Meerjungfrauen und Seekühen herstellte. Im Logbuch schreibt er über Seekühe und beschreibt sie als Meerjungfrauen.

Was ist eine Meerjungfrau oder Nixe und wie sieht sie aus?

Denkt man an eine Meerjungfrau oder Nixe fallen einem heute unwillkürlich einige wenige Eigenschaften ein, die typisch für dieses Fabelwesen zu sein scheinen und sich teilweise auch im Deko-Trend bei den Glamour Nixen widerfinden.

Es sind auf alle Fälle durchweg schöne Frauen, die sich im Wasser fortbewegen und neben einem schönen menschlichen Oberkörper ab der Hüfte die Gestalt eines Fisches haben. Ob diese Typisierung schon immer so war sei dahingestellt, zumal die erste Darstellung eines Mensch-Fisch-Mischwesen ein Mann war und aus dem 13. Jh. v. Chr. stammte. Es war Ea, der babylonische Gott über die Gewässer, der im Griechischen als Oannes bekannt ist. Auch seine Nachfahren hatten Fischschwänze und waren bis auf eine Tochter männlich.

 

Die Beschreibungen wie wir sie heute kennen, dürften aber doch auf Berichte von Seefahrern zurückgehen und, wie gesagt, in Verbindung mit den Begegnungen mit Seekühen zu sehen sein. Die Seekühe besitzen Flossen, die nicht senkrecht wie bei Fischen, sondern waagerecht wie bei den Meeressäugern ausgebildet sind (sog. Fluke).

Die Augen sind ebenso wie beim Menschen nach vorne gerichtet. Die geschmeidige Fortbewegungsart der Tiere, findet man in der filmischen Darstellung von Meerjungfrauen wieder. Betrachtet man Seekühe von oben oder schräg oben wenn sie im Wasser schwimmen, so weisen sie mit ihren Rundungen eine durchaus weibliche Form auf, was durch die Unschärfe beim Blick aufs Wasser nochmals begünstigt wird. Vor Augen darf man dabei natürlich keines dieser Model-Klappergestelle heutiger Modemagazine haben, sondern gesunde Frauen, die auch dem Schönheitsideal vergangener Jahrhunderte entsprechen.

Sind Meerjungfrauen nur Fabelwesen?

Man mag manches mit Unwissenheit, Prahlerei oder auch Überlieferung abtun. Doch von der Existenz von Meerjungfrauen sind und waren manche auch zu 100 Prozent überzeugt. Das Gentleman's Magazine wusste beispielsweise im Jahre 1749 sogar von einem Fang zu berichten, der in Dänemark gemacht wurde. Über die Jahrhunderte hinweg wurde immer wieder von Meerjungfrauen berichtet die gesichtet worden waren, wobei von unterschiedlichen Personen unabhängig voneinander die Fabelwesen beschrieben wurden. Dieses Phänomen kennt man heute aber auch von Ufo-Sichtungen. Nicht zuletzt machten sich manche den Glauben zunutze und schlugen daraus gutes Kapital. So gab es eine Häufung von Fälschungen, die gegen Eintrittsgeld bestaunt werden konnten, garniert mit einer aufregenden, aber realistisch klingenden Geschichte. Mit der heutigen Vorstellung hatten diese Nixen jedoch relativ wenig zu tun, sondern waren eher abstoßend und bestanden häufig aus dem Oberkörper eines Affen und dem Schwanz eines Fischs, hergestellt meist von japanischen Handwerkern, denen ein realistisch wirkendes Aussehen gelang. Eines der Prominentesten Exemplare war die »Feejee Mermaid« von Phineas Taylor Barnum Mitte des 19. Jh. (Siehe Foto oben).

Wir kennen berühmte Illustrationen in Büchern und Gemälde mit aufreizenden Nixen, etwa von Arnold Böcklin. Eine der bekanntesten Nixen dürfte wohl »Die kleine Meerjungfrau« von Edvard Eriksen in Kopenhagen sein. Doch nun halten Meerjungfrauen in Form von Glamour Nixen Einzug in die gute Stube. Seit einigen Jahren erfreuen sich die Glamour Nixen in den USA großer Beliebtheit und sind zu begehrte Sammlerobjekten geworden und ein witziger Deko-Trend.

Während es manche Wohnaccessoires mit dem Sujet »Nixe« oder »Meerjungfrau« schon länger gibt, etwa als Tisch oder Dekofigur, sind die Glamour Nixen relativ neu auf dem Markt, haben aber bereits eine feste Fangemeinde bekommen.

Angeblich wurden drei amerikanische Künstler durch die Damen von »Sex and the City« sowie dem 70er Jahre Song »YMCA« dazu inspiriert und kreierten die ersten Glamour Nixen. Die Figuren bestehen aus Poly-Material und sind handbemalt. Die Kollektion besteht inzwischen aus den unterschiedlichsten Figuren, angefangen beim YMCA-Bauarbeiter über Brautpaare bis hin zum Weihnachtsfrau. Manch einer wird diesen lustigen Deko-Trend schlicht als kitschig oder geschmacklos bezeichnen, eines ist jedoch längst klar: Glamour Nixen sind absolut Kult!

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