Welche Symptome gibt es bei Magersucht und Bulimie?

Magersucht

 

Erste Anzeichen für eine Magersucht sind meist unauffällig. Es fällt vielleicht auf, dass ihr Kind mehr Aufmerksamkeit auf das Essen verwendet. Es beschäftigt sich mit Diäten und Kalorientabellen. Viele Betroffene treiben auch vermehrt Sport um ihr Gewicht zu kontrollieren. Diese Veränderungen werden meist nicht bewusst wahrgenommen und auch noch nicht als auffällig eingestuft. Eltern werden stutzig, wenn das Kind sich mehrmals täglich wiegt, im Essen nur noch herumstochert oder gar nicht mehr an den Familien-Mahlzeiten teilnimmt.

Warnzeichen sind ein sehr starker Gewichtsverlust, der nicht auf eine Erkrankung zurückzuführen ist, sondern bewusst herbeigeführt wurde. Trotz des massiven Gewichtsverlustes fühlen sich magersüchtige immer noch zu dick. Ihr Körperbild ist gestört. Betroffene entwickeln eine regelrechte Panik vorm Zunehmen. Im weiteren Verlauf werden die körperlichen Beschwerden, die durch die Mangelernährung entstehen, deutlich.

 

Bulimie

 

Bei der Bulimie stehen Essanfälle im Vordergrund. Anschließend wird versucht die verzehrten Kalorien durch selbst herbeigeführtes Erbrechen, Abführmittel oder übermäßig viel Sport wieder los zu werden.

Ebenso wie bei der Magersucht leiden Bulimie-Betroffene unter einer ausgeprägten Angst vorm Zunehmen.

Im Gegensatz zu den untergewichtigen Magersüchtigen sind Bulimie-Kranke aber meist normalgewichtig.

Besonders auffällig ist bei Bulimie-Betroffenen eine starke Neigung zur Depression. Sie leiden unter einem sehr geringen Selbstwertgefühl und Schuldgefühlen, weil sie ihr Essverhalten nicht kontrollieren können. In schweren Fällen kann es zu Selbstmordgedanken kommen.

Erste Anzeichen einer Bulimie-Erkrankung sind die Essanfälle, bei denen große Mengen an Nahrungsmitteln regelrecht verschlungen werden ohne das Verhalten kontrollieren zu können. Betroffene ziehen sich zurück, haben immer weniger Kontakt zu Freunden und zur Familie und verlieren das Interesse an ihren Hobbys.

 

Was sind die Folgen von Magersucht und Bulimie?

Magersucht

Magersüchtige sind aufgrund ihres Ess-Verhaltens nicht optimal mit Nährstoffen versorgt, was nicht ohne Folgen auf den Körper bleibt. Die Menstruation bleibt aus, der Blutdruck ist niedrig, die Haare fallen aus. Insgesamt sind die Erkrankten psychisch und körperlich nicht mehr belastbar. Das extreme Untergewicht belastet alle Organe des Körpers. Die Magersucht endet in zehn bis 15 Prozent tödlich. Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto günstiger ist die Prognose.

 

Bulimie

 

Bei der Bulimie stehen die körperlichen Beschwerden durch das häufige Erbrechen im Vordergrund.

Die Zähne sind von Karies betroffen. Es kommt zu Schluckstörungen, Heiserkeit und Schäden an Speiseröhre und Magen.

Beim Erbrechen verliert der Körper viel Kalium was sich durch Herzrhythmusstörungen bemerkbar macht.

Die Menstruation bleibt aus.

Wie werden Magersucht und Bulimie behandelt?

Ziel der Therapie bei beiden Ess-Störungen ist es, wieder ein realistisches Bild vom eigenen Körper zu bekommen, das Selbstwertgefühl zu stärken und Strategien zu erlernen, wie man mit Konflikten umgehen kann. Bei der Magersucht hat sich eine zusätzliche Familientherapie bewährt.

 

Mittels Ernährungstherapie wird ein gesundes Ess-Verhalten erlernt und das Wissen um eine ausgewogene und gesunde Ernährung vermittelt.

 

Während Bulimie-Erkrankte häufig ambulant behandelt werden, ist bei Magersüchtigen ein Klinik-Aufenthalt oft unumgänglich, wenn der körperliche Zustand lebensbedrohlich ist.

Autor seit 4 Jahren
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