Stetiges Bemühen um Frieden

Lysistrata hatte den Ausspruch zuerst getan – vor mehr als 2000 Jahren. Sie ist eine Bühnenfigur des altgriechischen Komödiendichters Aristophanes, der das Stück um das Jahr 400 v. Chr. geschaffen hatte. Es ging in dem Theaterstück um einen Sex-Streik der Frauen von Athen und Sparta. Sie wollten ihre Männer damit bewegen, endlich das ewige Kriegmachen zu unterlassen. In dem Stück hat es funktioniert.

Lysistrata - make love, not war (Bild: mechtasbivaetsa1/ pixabay.com)

Circa 2500 Jahre später wurde das Thema von einem amerikanischen Kulturkritiker wieder aufgenommen (*). Der Slogan "Make love, not war" erreichte schnell Kultcharakter und wurde zum Leitspruch der Hippie-Bewegung.

Freie Liebe

Was ist die freie Liebe, die in dem Leitspruch propagiert wird? Es geht um die Befreiung aus einer verordneten Zwangsmoral, die den Menschen im Abendland nach Auffassung vieler junger Leute der damaligen Zeit auferlegt war.
Das Thema wurde von dem deutschen Psychiater und Sexualforscher Wilhelm Reich um das Jahr 1930 wissenschaftlich abgehandelt. Es fand einen fruchtbaren Boden in der Hippie- Bewegung der 60er Jahre.

Die Hippie Bewegung (Bild: cafevalentine/ pixabay.com)

Die freie Liebe ist eine Idee, ein Konzept (*). Man stellt sich vor, dass die Menschen ihre Sexualität frei von gesellschaftlichen Zwängen ausleben können. Die institutionalisierte Ehe wird als unfrei empfunden, weil sie auch wirtschaftlich und konfessionell bestimmt sein kann.

Die Kirchenlehren und die freie Liebe

In den christlichen Institutionen stieß diese Grundhaltung der damaligen jungen Generation auf eine entschiedene Ablehnung. Man berief sich auf die Bibel, insbesondere den Apostel Paulus. In der Bibel wird die Ehe zwingend für die Menschen vorgeschrieben, der in einer Gemeinschaft als Paar leben wollen.

Auch in der Lutherischen Glaubensgemeinschaft (*) wird die Ehe als ein göttliches Gebot betrachtet . Die Schöpfung hat demnach gewollt, dass zwei Menschen eine Ehe eingehen. Auch hier wird die freie Liebe abgelehnt. Sie gilt als Ehebruch.

Wie sind die Hippies in ihrem späteren Leben mit diesen Einschränkungen umgegangen? Haben ehemalige Hippies sich später kirchlich trauen lassen? Man findet nicht allzu viele Spuren zu diesem Thema im Internet.
Eine Google Anfrage mit den Suchwörtern "hippie kirchlich getraut" bringt magere 14000 Einträge zurück, aber keine erkennbare Antwort zur Fragestellung.

Die Hippie Wanderung

Wo sind alle die Hippies hin? Bei einer Ankunft im Flughafen von San Francisco begegnet der Reisende in der Gegenwart nur wenigen Mitreisenden im Flower-Power Look.
Die Hippies haben ihre ursprüngliche Heimat verlassen. Zahlreiche Anhänger dieser Kultbewegung haben sich auf den Kanarischen Inseln niedergelassen. Der größte Tross ist allerdings weiter gen Osten gezogen. Das gelobte Hippie-Land wurde im Himalaya gefunden. In den westlichen Ländern haben die sichtbaren Merkmale der Bewegung, etwa in der Kleidermode, im Laufe der Jahre entsprechend nachgelassen.

Impulsgeber

Allerdings hat der Slogan "Make love, not war" zahlreiche gesellschaftliche Anstöße gegeben.

  • Im musikalischen Bereich schreibt man die frühen Reggae Interpreten der Folk Musik zu, aber auch nachfolgende Varianten des Rock - und die Beatles - haben ihre Anregungen daraus bezogen (*).
  • Die Friedensbotschaft wurde zu einem zentralen Begriff der Studentenbewegung der 60er Jahre in Deutschland und der nachfolgenden Organisationen.
  • Der Slogan "Make love, not war" hat nach Meinung zahlreicher Wissenschaftler seinerzeit wesentlich die Entstehung eines Klimas zur sexuellen Aufklärung begünstigt.

Was bleibt? Kulturelle Anstöße wie die "Make love, not war" Bewegung haben auf viele Jahre wesentliche Einflüsse auf die gesellschaftliche Entwicklung haben.

Man könnte mit etwas Chuzpe sagen: weitermachen.

Autor seit 2 Jahren
182 Seiten
Laden ...
Fehler!