Doch wer ist der Mann, der ein derart selbstisolierendes Leben führte und selbst in Übersee zu Ruhm gelangte?

Malcolm de Chazal wurde am 13. September 1902 in Vacoas auf Mauritius als 13. Kind von Edgar und Emma de Chazal geboren. Er entstammte einer wohlhabenden und einflussreichen, französischen Einwandererfamilie, die erst 1763 auf die kleine Insel im Indischen Ozean übergesiedelt war. 

Unter seinem Großvater Edmond de Chazal hatte die Familie 1860 geschlossen die römisch-katholische Kirche verlassen und sich den Lehren von Emmanuel Swdenborg zugewandt. Gerade Edmond sollte starken indirekten Einfluss auf Malcolm und sein späteres Leben haben, dessen wirtschaftliche, soziale Reformen die Arbeitsbedingungen auf den familiären Zuckerfeldern und in den Fabriken verbesserte, dabei gelang es ihm auch noch, das Familienglück und dessen Ruf zu verstärken. 

Wovon seine Eltern noch im neuen Jahrhundert profitierten. Edgar de Chazal führte den Familienbetrieb weiter, während sich Emma um die dreizehn Kinder kümmerte. Nicht zuletzt wegen ihrer englischen Art und ihrer tiefen Religiosität übte sie einen starken Einfluss auf alle Kinder aus.

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Malcolm besuchte das Royal Collage in Curepipe, welches er mit guten Noten abschloss. Jedoch anstatt sofort in den familiären Zuckerbetrieb einzusteigen, suchte er sein Wohl erst einmal im Ausland. Über Sumatra und Java gelangte er nach Kanada, welches er mit der Canadian Pacific Railroad durchquerte. Dabei unternahm er auch einen kurzen Wintertripp über den zugefrorenen Fluss Sugnenay in der Provinz Quebec. 

Vom ständigen Reisen müde geworden, schrieb er sich in den USA an der Baton Rouge Universität in Louisiana ein, wo er sich 1931 als Zuckeringenieur und Chemiker qualifizierte. Während seiner insgesamt sechsjährigen Reise absolvierte er außerdem eine Lehrzeit in der kubanischen Zuckerindustrie. 

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Erst 1932 kehrte de Chazal über Europa nach Mauritius zurück und würde fortan die Insel nicht wieder verlassen.

Zum Entsetzen seiner Eltern kehrte er der Zuckerindustrie den Rücken und begann seine Karriere als Schriftsteller mit einem Essay. In `Nouvel Essai D'economie politique (Neues Essay zur wirtschaftlichen Politik)´ kritisierte er die Mauritanische Volkswirtschaft.

 Abgesehen von einer kurzen Zeit, wo er in der Regierungsfernmeldeanstallt arbeiete, widmete er sich vollends seiner schriftstellerischen Karriere, wobei er Gesellschaft vermied, insbesondere die von anderen Berühmtheiten. 

Bereits 1940 begann er eine Serie von Ausgaben unter dem Titel `Pensées (Gedanken)´ zu veröffentlichen, die aus Hunderten nummerierten Gedanken und Ideen bestanden. Fünf Jahre später brachter er zusammen mit der siebten Ausgabe von Pensées einen weiteren Band mit diesmal unnummerierten Aphorismen heraus, den er `Sens-Plastique (Plastik-Sinn)´ nannte.

1947 brachte er `Sens-Plastique Vol.2´ heraus, auf der die Gallimard Edition von 1948 beruhte, die ihn in Frankreich zum Star werden ließ. 

Mit einer Sammlung von Essays, die auf den Aphorismen von Sens-Plastique aufbauten, welche er unter dem Titel `La Vie Filtrée (Das filtrierte Leben)´ veröffentlichte, verabschiedete er sich vom alleinigen Dasein als Schriftsteller und fing an, sich der Malerei von primitiven, sinnbildlichen Formen und Landschaften zu widmen, zu dem ihm Georges Braques riet. 

Jedoch gab er die Schriftstellerei keineswegs komplett auf. So veröffentlichte er 1951 die spirituelle Geschichte Mauritius unter dem Titel `Petrusmok´ und offenbarte sechs Jahre später mit seinen `Sens Magique (magischer Sinn)´ einen weiteren Band voll Aphorismen. 

Nach einer fast zehnjährigen Schaffenspause kehrte er 1968 mit `Poémes (Gedichte)´ noch einmal zu seinen Anfängen zurück. Die poetisch gestalteten Sprüche dramatisierten die in `Sens-Plastique` beschriebenen Erfahrungen. 

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Am ersten Oktober 1981 im Alter von 79 Jahren starb Malcolm de Chazal, der zeit seines Lebens unverheiratet blieb und über sich und seine Arbeit einmal sagte: "Ich sollte hinzufügen, dass ich niemals gelernt hätte, mit meinem Unterbewusstsein zu denken, ohne die Jahre der asketischen Zurücknahme, der körperberaubten, selbstisolierten Konzentration von Geist und Seele."

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ChristianBass, am 28.06.2012
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