Susanna Kearsley's Erstlingswerk 'Mariana'

Die Autorin:

Heute ist Susanna Kearsley eine erfolgreiche kanadische Autorin. Das Buch "Mariana" war bislang ihr größter Erfolg. Das aber konnte Susanna über Mariana nicht wissen. So reichte sie ihre Manuskript zunächst auch nur bei einem Literaturwettbewerb für "Fiction" ein, dem Transworld Publisher's Catherine Cookson Fiction Prize - und gewann überraschend den ersten Preis und damit 10.000 engl. Pfund. Nicht schlecht für ein Erstlingswerk. Eigentlich bereits der zweite Roman, doch der erste war, nach ihrer eigenen Aussage, wohl mehr ein kleiner Teenagerroman. Seitdem schreibt sie regelmäßig in diesem Genre von 'Landscape & Romantic', wie es auf Englisch genannt wird. Doch dazu später mehr.

 

Der Buchtitel

Mariana. Der Titel täuscht, denn eigentlich geht es um Julia. Deren Beruf ist der Traum vieler Frauen: Kinderbuchillustratorin. Und natürlich ist sie darin relativ erfolgreich, kann damit gut ihren Lebensunterhalt verdienen und hat eine Agentin in London, wo sie zunächst lebet, die sie von den lästigen Anstrengungen der Auftragssuche und Kundenkontakte, Akquise und was sonst so jeden Freiberufler quält, entbindet. Beneidenswert. Das ist erwähnenswert, weil sie es sich durch eine Erbschaft eine netten Erbtante (hat irgendwer von euch jemals einen Menschen getroffen, der tatsächlich so eine Erbtante hatte?) leisten kann, ein Haus zu kaufen, das sie schon als Kind "mein Haus" nennt als sie es durch einen Zufall zum ersten Mal erblickt. Nun, im Alter von 30 Jahren (älter wird übrigens kaum eine weibliche Romanhauptfigur), erwirbt sie dieses Haus auf dem Lande im Südwesten Englands durch einen erneuten Zufall - und als sie einzieht begegnet ihr genau dort: Mariana. Vielleicht geht es doch nicht um Julia?

 

Die Geschichte

In seltsamen Tagträumen, die sie plötzlich und unerwartet überfallen, erlebt die Julia in der jetzigen Zeit Marianas Erlebnisse, die 300 Jahre zurückliegen. Mariana war in der Zeit der großen Pest in England aus London in dieses Haus zu ihren Verwandten geflüchtet, um nicht auch Opfer der Krankheit zu werden. Julia erlebt Mariana im Jahr 1665 und findet Zeichen, die ihre Visionen bestätigen, im Heute. Doch da sie nicht so recht an Reinkarnation glauben kann, hat sie eher den Eindruck, dass sie durchdreht. Die Folge: Ihre Arbeit bleibt liegen (aber sie hat ja Geld), die Einrichtung des Hauses verzögert sich (das stört niemanden), denn sie erlebt wie Mariana ihrer großen Liebe begegnet, dem Besitzer des benachbarten Herrenhauses, Richard de Mornay. Sie versucht den Träumen und Visionen zu entfliehen, sucht und findet Hilfe und Verständnis bei ihrem Bruder, dem Pfarrer in einer nahen Kirchengemeinde, und traut sich schließlich dadurch den Visionen Glauben zu schenken. Julia erforscht die Kirchenregister und fragt die Dorfbewohner im einzigen Pub des Ortes über die Geschichte ihres Hauses aus. Bei ihren Rechercheversuchen begegnet sie dem heutigen Gutsbesitzer, Geoffrey de Morney. Das allein wäre nicht weiter überraschend oder erwähnenswert, mal abgesehen davon, dass Geoffrey ja ein Nachkomme von Richard sein muss. Was sie erschreckt ist dies: Geoffrey sieht aus wie Richard, so dass sie nicht mehr zwischen Vision und Wirklichkeit unterscheiden kann. Wird er sie erkennen, müsste er die Mariana in ihr sehen? Hat er ähnliche Träume, Ahnungen und Visionen? Sie ist sich nicht sicher und wartet auf ein Zeichen von ihm.

 

Wenn ein Schwarm Stare wie in einem Kreis aufsteigt

Sie nutzt seine Position als Gutsherr und erforscht, unter einem Vorwand und ohne Details zu nennen, mit seiner Hilfe die Familienchronik und die Historie des Gutshauses sowie die Geschichte ihres eigenen Hauses, das früher zum Gutsbesitzer gehörte, - doch leider ohne Erfolg. Da Julia die Liebe von Mariana und Richard erlebt, fragt sie sich, ob Richard in ihrem Nachbarn Geoffrey wiedergeboren wurde. Oder weshalb sonst hat das Schicksal sie in dieses Dorf, in dieses doch eher unheimliche, aber ihr so vertraute Haus und schließlich zu diesem Mann, der im gleichen Ort wohnt, geführt? Soll sie einen Kreis schließen, die Geschichte wiederholen, Geoffrey eine Botschaft übermitteln? Was hat sie wirklich damit zu tun und überhaupt: Was ist eigentlich aus Mariana und Richard geworden? Bis der Kreis sich schließt müssen viele Geheimnisse gelüftet werden und ein Jahr vergehen. Und erst wenn ein Schwarm Stare aufsteigt, wird sie wissen, dass der Kreis geschlossen ist.

 

Anmerkung von mir, der Autorin dieses Artikels:

Es gibt viel Kritik an den Folgewerken von Susanna Kearsley, doch diese stimmt mich eher traurig. Selbstverständlich ist es schwierig einen solchen Erfolg des Erstlingswerkes zu wiederholen oder den nächsten Roman ebenso spannend und mitreißend zu verfassen. Die Folgewerke sind auf ihre eigene Weise spanned und fesselnd, haben aber alle jeweils eine ganz unterschiedliche Magie.

 

Die "Brigitte" zu Mariana:

"Dieser Roman, romantisch und ein bisschen märchenhaft, ist bestens geeignet für verregnete Sonntagnachmittage.! (Quelle: Rückendeckel der Taschenbuchausgabe)

Der Buch-Trailer zu 'Mariana'
Lili, am 02.01.2015
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Bildquelle:
via fanpop.com (Working Girl - ein amerikanischer Kultfilm)
Rainer Sturm /pixelio.de (Frank Lloyd Wright - ein Architektenporträt)
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Autor seit 3 Jahren
30 Seiten
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