1) Facebook

Die gerade in Deutschland wohl bekannteste und beliebteste Plattform für soziale Interaktion ist Facebook. Das vereint gleich zwei Vorteile: Zum Einen erreicht man ein großes Publikum, zum Anderen sind gerade hier die Berührungspunkte und Interaktionsmöglichkeiten mit den Kunden sehr ausgeprägt.

Für einen Künstler bietet die Plattform hervorragende Möglichkeiten, sich eine Präsenz aufzubauen. Es ist möglich sich schnell und unkompliziert eine Seite einzurichten, auf der man die wichtigsten Informationen über sich zusammenfassen kann. Eine kurze Biographie, der Link zur Homepage, alles kann schnell einsehbar hinterlegt werden. An der Pinnwand ist es möglich, aktuelles Geschehen als kurze Nachricht allen Interessierten schnell und übersichtlich zu präsentieren. Ist die Seite einmal "geliked", also vom Betrachter als gut markiert, so erscheinen die News direkt in seinem Newsstream, sobald er sich einloggt. Dort kann er auch diese "liken" und damit direkt seinen Freunden und Bekannten empfehlen. Das ist insbesondere für solche Fotografen wichtig, die lokale Dienste anbieten möchten. Denn durch die virale Verbreitung von News und Bildern erreicht man vor allem eine Gruppe: Menschen in der Nähe. Und welchem Fotograf traut man am meisten? Natürlich dem, dem andere auch trauen. Facebook ist damit gerade für lokal agierende "handwerkliche" Fotografen eine tolle Plattform!

Schwieriger verhält es sich aus meiner Sicht mit Stockfotografen oder Print-on-Demand Verkäufern. Wenn man seine Werke über größere Reichweiten hinweg bekannt machen möchte, muss man erstmal Leute erreichen, die nicht direkt vor der Haustür wohnen. Dafür gibt es bei Facebook zwar Interessensgruppen, jedoch ist es offiziellen Seiten untersagt, in diesen zu posten, so dass man stets gezwungen ist, Umwege über einen Privataccount zu gehen. Und auch dann ist die Resonanz eher verhalten und die möglichen Kunden liken zwar gerne das Bild, wechseln aber selten zur eigenen Seite oder verfolgen eher die Aktivitäten des Privataccounts.

Ein Vorteil von Facebook der jedoch auf keinen Fall verschwiegen werden darf ist die Wirksamkeit für einen anderen Bereich: Google. Wird die eigene Seite viel geliked, so steigt damit Ihre Relevanz bei der Suchmaschine und mit ihr der Rang der eigenen Homepage. Hier zahlt sich die Investition in den Communityriesen wirklich aus, sofern man eine gut gestaltete Homepage sein eigen nennt.

Fazit:

Mit viel Energie ist hier einiges zu erreichen, gerade im Bereich der lokalen Werbung und zum Aufbau eines lokalen Bekanntheitsgrades. Stockfotografen und Print-on-Demand-Künstler werden hier eher verhaltene Erfolge erzielen.

Meine Facebook-Seite

2) Google+

Lange Zeit war Facebook das einzig ernst zu nehmende soziale Netzwerk in Deutschland. Bis der Konzern Google sich überlegte ein Stück des Kuchens abzuschneiden und sein eigenes Netzwerk auf den Markt zu werfen: Google+

Die Plattform des Konzernriesen erfreut sich inzwischen weltweit großer Beliebtheit und zieht ein großes internationales Publikum, ist jedoch in Deutschland noch lange nicht auf Augenhöhe mit Facebook angekommen. Warum sollte man hier Zeit investeren?

Nun, weil Google eben Google ist. Neben Faktoren wie Pagerank und Backlinks spielen bei der Einordnung durch Suchmaschinen inzwischen immer mehr Faktoren eine Rolle. Einer davon ist die Präsenz in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google. Und gerade hier hat sich inzwischen gezeigt: Kein Netzwerk ist Google wichtiger als das Eigene. Viele +1, Follower und Interaktionen auf der Google+ Plattform erhöhen automatisch die Trefferchance der Suchmaschine für verlinkte Seiten. Für die Verlinkung selbst bietet Google die Möglichkeit ein kleines Widget in die Seite einzubauen, das Google+ erkennt und somit automatisch eine Beziehung zwischen Seite und Google+Page herstellt.

Ein weiteres mächtiges Tool ist die Google+ Autorenschaft. So ist es möglich, Texte und Seiten mit einem Autorenlink zu versehen, die dafür sorgen, dass diese in der Suchmaschine mit Portraitfoto und Infos zum Autor angezeigt werden. Dies macht aus einem Suchmaschinentreffer eine kleine, auffällige Werbeanzeige und führt somit auch zu mehr Klicks.

Wichtig zu wissen auf Google ist aber vor allem eins: Die anderen sind häufig aus dem gleichen Grund da wie man selbst: Networking und aufbauen einer großer Followerschaft. Der private Aspekt ist auf Google+ deutlich weniger präsent als auf Facebook, aber letztlich kann man daraus seinen eigenen Profit ziehen: Wer fleissig auf Kommentare antwortet und den Usern, die mit den eigenen Beiträgen interagiert haben folgt, bekommt schnell eine Menge Leute die zurückfolgen und ggfs. die Beiträge teilen, denn so läuft das eben: Ich folge dir, du folgst mir.

Google+ hat übrigens im Gegensatz zu Facebook den Vorteil, dass die Gruppen denen man sich anschliessen kann, auch aus den oben genannten Gründen, wesentlich größer und aktiver sind und erheblich mehr Aufmerksamkeit ziehen können.

Fazit:

Wer eine eigene Homepage betreibt und vor allem ein internationales Publikum ansprechen will, der kommt um Google+ nicht herum

Meine Google+ Seite

3) Flickr

Mehr eine Onlinegalerie als eine soziale Interaktionsplattform ist Flickr. Die Seite bietet zwar die Möglichkeit zum Anlegen einer Biographie und eines eigenen Profils, aber wenn etwas auf Flickr wichtig ist, dann die eigenen Bilder. Die Seite bietet Unmengen an Speicherplatz und gute Möglichkeiten, Galerien zu erstellen und sogar in andere Seiten einzubinden.

Aber trotzdem Flickr eher ein Sammelort für Bilder aller Art denn eine Interaktionsplattform ist, bietet es tolle Möglichkeiten für Eigenwerbung. Auf Flickr gibt es viele Interessensgruppen, auf denen Bilder unterschiedlicher Thematiken zusammengefasst werden. Z.B. Gruppen für Skylines, Landschaften, Reisefotografie, Portraitfotografie, aber auch spezifischer, z.B. rothaarige Models mit und ohne Sommersprossen oder Skylines mit Sonnenuntergängen in Europa. Fast alles ist dabei und zu finden und ebenso wird es gefunden: Über Tags in Suchmaschinen, oder über Besucher, die Gruppen nach dem Bildmaterial durchforsten, was sie suchen.

Eine gut platzierte Bildunterschrift mit Link zur eigenen Seite und eine klug gewählte Gruppe führt da schnell zu vielen Besuchern für die Homepage. Dabei ist es möglichst wichtig, seine Bilder so effizient und weit wie möglich zu streuen. 20 Gruppen und mehr für ein Bild sind häufig und sollten durchaus ausgereizt werden. Ebenso ist eine konsequente Verschlagwortung Pflicht.

Letztlich funktioniert Flickr fast so, wie die meisten Stockgalerien selbst, nur dass es in diesem Fall eher der Werbung dient und das, richtig angegangen, äußerst effektiv.

Fazit:

Wenig soziale Interaktion, aber dafür große Präsenz. Ein Flickrportfolio gehört heutzutage zum guten Ton für jeden Fotografen.

Mein Flickr-Portfolio

4) Twitter

Das Prinzip der SMS, nämlich eine Nachricht in Kurzform von 160 Zeichen zu übermitteln und damit aufs Wesentliche zu reduzieren, wurde inzwischen im Bereich der Mobilkommunikation durch Programme wie Whats'App längst über den Haufen geworfen. Im Bereich des Internets jedoch erfreut es sich immer noch größter Beliebtheit und zwar in Form von Twitter.

Dieses soziale Netzwerk basiert darauf, kurze Nachrichten, Bilder oder Videos der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, zu taggen (mit Stichworten zu versehen) und damit in den unendlichen Weiten des Internets gefunden zu werden. Ohne Gruppenfunktionen, übersichtliche grafische Benutzeroberflächen oder die Möglichkeit zur Identifikation durch umfangreiche Profile der Benutzer stellt Twitter zunächst eine große Hürde für den Neuling dar.

Wichtigstes Element für neue Posts sind bei #Twitter die Tags (markiert durch ein #), mit deren Hilfe der Nutzer seine Themen einordnen kann, und die meistens den kurzen Nachrichten angehängt, oder in den Text implementiert werden. Ein Benutzer kann durch einen Klick auf den Tag Diskussionen verfolgen, die mit diesen Bausteinen markiert sind und somit Beiträge zu seinen Lieblingsthemen finden. Hier ist es wieder wichtig, interessante Beiträge zu gestalten. Bilder helfen enorm einen Tweet für andere Nutzer interessant zu machen. Links zur eigenen Homepage sollten ebenfalls über sogenannte Link-shortening-Services (wie z.B. bit.ly) in die Tweets eingebaut werden. Über diese lässt sich eine lange URL in eine Kurzform umwandeln. So wird aus https://plus.google.com/+FotoartdhDe/posts (meine Google+-Seite) z.B. http://bit.ly/1qXBLAH.

Vorteil von Twitter ist vor allem die Automatisierung, die später viel lästiges Handanlegen übernimmt. Hat man erstmal eine kleine Followerschaft aufgebaut ist es ein leichtes, fast alle Stock/PoD Seiten oder sogar Flickr dazu zu bringen, neue Bilder automatisch über den eigenen Twitteraccount anzukündigen. Gleiches gilt für Blogposts und andere Dinge, die man sonst mühselig zusammenfassen müsste. Somit hat man, ein wenig anfängliche Arbeit vorrausgesetzt, rasch die Möglichkeit eine zusätzliche Werbeplattform zu nutzen ohne weitere Zeit aufwenden zu müssen.

Fazit:

Komplizierter und unübersichtlicher Einstieg, dann aber ein elegantes Werkzeug um Neuigkeiten und Werbung schnell an den Mann zu bringen.

Mein Twitter-Account

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Ruhr1900, am 31.08.2014
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