Männerdomäne Herzchirurgie!

Die Politik wird bei Neuwahlen oder einfach auch so gerne mal die los, wen man nicht mehr so mag. Und der "Ort der Entsorgung" ist, zynisch ausgedrückt, die milliardenschwere Pharmaindustrie, wo die einstigen Entscheidungsträger oft noch jahrelang gutbezahlt vor sich hinmanagen. Man verzeihe die Blasphemie, denn es scheint deutlich, dass die Abnahme der Impfstoffe und die Begleiterscheinungen von Covid 19 doch erhebliche Mängel in der Struktur der Medizin und der Politik zu Tage förderten. Übrigens nicht nur in Deutschland. Da kann es schon mal sein, dass das eine oder andere wirkungsvolle Medikament unter den Tisch gekehrt wird. Schließlich würde die Pharma sonst auf den teuren Entwicklungen sitzenbleiben. A propos teure Entwicklungen: Es heißt, die meisten in den Herstellungskosten zu Buche schlagenden Entwicklungen beruhen auf Grundlangenforschung, die bereits aus den Universitäten stamme und nicht in der Pharma-Firma selbst stattfand. Natürlich ist das schwierig nachzuprüfen, denn viele Institute sind ja eng mit den Pharma-Herstellern verbunden. Aber es kommt zuweilen vor, dass es sich bei den am Markt befindlichen Produkte um solche handelt, die der Kunde bzw. der akut Kranke um mehrere 100.000e Euro zu kaufen genötigt ist. Das können sich nur sehr betuchte Patienten leisten, denn oft ist mit Krankheit nach wie vor auch Armut und Erwerbslosigkeit verbunden. Die Hintergründe werden meist gar nicht gerne hinterfragt und auch sind die Möglichkeiten, sich zu wehren nicht gegeben. Zu gerne werden bei Verfahren, Gerichtsverfahren, die einzelnen Stränge verwirrt und es bleibt am Ende ein absolut kryptisches, undurchsichtiges Verfahren übrig.

 

Auch Frauen haben Herzinfarkte

 

Oft war zuletzt in der Allgemeinheit wenig Verständnis für die unterschiedliche Schreibweise von Männer- und Frauen-betreffende Berufsbezeichnungen und andere Benennungen gegeben, aber es wird spätestens im Rahmen der klinischen Betreuung augenscheinlich, dass diese Unterscheidung seinen Grund hat. Es ist zuweilen so, dass sich unter den typisch männlichen Krankheiten weibliche "Erleidende" mischen. Mit anderen Worten, es wird zunehmend bemerkt, dass auch Frauen Männern zugeschriebene Krankheitsbilder bekommen, wie zum Beispiel Cardio-Erkrankungen. Das ist für die betroffenen Frauen überaus nachteilig, denn aufgrund ihrer unterschiedlichen Symptomlage (verglichen mit den Herren) wird es später bemerkt und dauert länger, bis die entsprechenden Tests gemacht werden, um den Infarkt zu identifizieren. Der Herzinfarkt, der in den meisten Filmen als klar definiertes Geschehen, das zum Tod führt, dargestellt und vor allem von Männern erlitten wird, ist selten "bei Frauen gesehen worden". Was dazu führt, dass er oft tödlich ist, weil man ihn nicht erkennt. Weil die Gesellschaft mysteriöse Krampfanfälle vermutet, aber keinen Herzinfarkt sind auch die Rettungssanitäterinnen und -sanitäter kaum bewusst, dass es ein solcher sein kann und oft wird "eine psychische Störung" vermutet, die oftmals auch herangezogen wird, wenn es sich um Symptome handelt, die der Arzt noch nicht kennt.

 

Hoffentlich sind sie keine Frau, denn in den meisten deutschen Kliniken werden Einheitsherzen verpflanzt. Klar ist, dass diese Herzen, die auf den durchschnittlich 1,80 m großen Mann gerechnet sind, nicht in oft kleine oder schmale Frauen-Torsos passen. Diesem Umstand wird aber meist nicht Rechnung getragen. Meistens wird bei Frauen ein kleineres Kunstherz verpflanzt, das für Jugendliche hergestellt wird, aber dieses entspricht von der Leistungsfähigkeit her nicht den Anforderungen, das an ein Erwachsenenherz gestellt würde. Und Herzen verschiedener Größe sind erst der Anfang dessen, was in der Medizin angepasst hergestellt werden könnte. Es gibt eine Reihe von Produkten, die die moderne Medizin brauchen würde, aber obwohl die Pharma Milliarden erwirtschaftet und das Budget ebensolche jedes Jahr für die Gesundheitswesen widmet, gelangen solche Entwicklungen kaum ins Blickfeld obwohl sie vielen Menschen das Leben retten würden.

 

Es lässt all jene hoffen, die sich auf den schier endlosen Spendeherzlisten wiederfinden, dass die neuen Projekte diese Misere beseitigen. Die Organspende-Prozesse und ihre Untiefen, ihre Gefahren für Spender und Empfänger sind längst schon stark zu hinterfragen. Auch hat das moderne Medizinwesen so seine Tücken: Etwa wurde da ein Cafe-Betreiber zu einer Operation genötigt, bei dem das Organ von seiner Lebensgefährtin kam. Und doch stellte sich nachträglich raus, dass es nicht am Organ lag, sondern ein Enzym war, ein Defekt auf anderer Ebene, der die Organspende überflüssig gemacht hätte, wäre er rechtzeitig richtig diagnostiziert worden. (Jede vierte Diagnose ist falsch.)

 

Schade eigentlich, dass die vielen Politikerinnen und Politiker nach ihrer aktiven Zeit in den Gremien sich nicht stärker für eine faire Behandlung in der Medizin einsetzen, die der Gesundheit der Bürger beider Geschlechts hilft. Dass das Geld ist nicht nur in Forschungstöpfen: Es gibt in der Pharmaindustrie Gewinnausschüttungen bis zu 25 %.

 

Autor seit 2 Jahren
135 Seiten
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