Migräne-Formen

Unterschieden wird die Migräne mit Aura von der Migräne ohne Aura.

Die weitaus häufigere Form ist die Migräne ohne Aura. Bei einem Migräne-Anfall leiden die Betroffenen unter meistens einseitigen, in der Intensität zunehmenden Kopfschmerzen. Diese werden als pochend oder pulsierend beschrieben. Der Anfall kann einige Stunden bis zu 3 Tage andauern. Neben den eigentlichen Kopfschmerzen leiden Migräne-Patienten auch unter sogenannten begleitenden Beschwerden. Sie sind geplagt von Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Licht und Lärm werden überwiegend als quälend empfunden. Daher zieht sich der Migräne-Patient gerne in ein ruhiges, abgedunkeltes Zimmer zurück. Auch Gerüche werden mitunter als unangenehm empfunden, was dann wiederum die Übelkeit verstärkt. Auch Durchfall und ein vermehrter Harndrang können auftreten.

Die Häufigkeit der Migräne-Anfälle ist sehr unterschiedlich. Manche Betroffene haben nur einige wenige Anfälle überhaupt in ihrem Leben, andere wiederum leiden mehrmals in der Woche oder im Monat unter Schmerzattacken.

Wesentlich seltener als die Migräne ohne Aura tritt die Migräne mit Aura auf. Bei dieser Art der Migräne kommt es zu einer sogenannten Aura, bevor die eigentlichen Kopfschmerzen auftreten. Betroffene können daher schon früh vorhersagen, dass ein Anfall bevorsteht. Unter der Aura versteht man Beeinträchtigungen im Sehen (Flimmern oder Sehausfälle) oder im neurologischen Bereich (Taubheitsgefühle oder Lähmungen).  Tritt die Aura regelmäßig vor den Schmerz-Attacken auf, kann in diesem Zeitraum mit Medikamenten der Anfall unterbrochen werden.

Typische Auslöser

  • Hormonschwankungen (Menstruationszyklus, Pubertät, Wechseljahre)
  • Nahrungs- und Genussmittel (Rotwein, Käse)
  • Medikamente
  • Psychische Belastungen (Stress)
  • Verschiebungen im Schlaf-Wach-Rhythmus

Diagnose

Um eine Migräne-Erkrankung festzustellen, werden neurologische und internistische Untersuchungen durchgeführt.

Hilfreich bei der Diagnosestellung ist das Führen eines Kopfschmerzkalenders über einen längeren Zeitraum. Notiert werden:

  • Häufigkeit
  • Intensität
  • Menge der benötigten Medikamente
  • Wirkung der Medikamente
  • Auslöser
  • Begleitende Beschwerden
  • Anfallsdauer
  • Einen Migränekalender zum Ausdrucken finden Sie hier

Was hilft bei Migräne?

Die Therapie richtet sich nach der Häufigkeit und der Intensität der Schmerzen. Manchmal sind die Anfälle mit nur leichten Schmerzen verbunden, dann reichen Ruhe und Schlaf. Wenn dies möglich ist, kann eine Medikamenteneinnahme häufig vermieden werden.

Eine Migräne gilt als nicht heilbar, jedoch als gut behandelbar.

Antiemetika (Mittel gegen die Übelkeit) werden bereits zu Beginn des Migräne-Anfalls genommen.

Etwa 5 Minuten bis eine halbe Stunde später wird das eigentliche Schmerzmittel eingenommen. Bei schweren Anfällen wird eine hohe Anfangsdosis genommen. Werden mehrere Tabletten über einen längeren Zeitraum eingenommen, so wird die benötigte Wirkstoffkonzentration im Blut nicht erreicht. Möglichst lange zu warten und möglichst wenige Medikamente zu nehmen (wie es viele Betroffene tun) ist also kontraproduktiv.

Unbedingt durch einen Arzt beraten lassen. Langfristige Schmerzmitteleinnahme kann zu Nebenwirkungen und wiederum Kopfschmerzen führen.

Hausmittel

Viele Menschen möchten keine Medikamente einnehmen, wegen der befürchteten Nebenwirkungen. Hausmittel bei Spannungskopfschmerz können effektiv den Schmerz lindern. Bei einem echten Migräneanfall sind sie jedoch meist nicht effektiv.

Trotzdem kann natürlich bei beginnenden Kopfschmerzen der Einsatz von Hausmitteln erfolgen. Wer jedoch unter heftigen Migräneattacken leidet, sollte nicht allzu lange auf die Wirkung der Hausmittel warten. Wenn sich nicht zügig eine Besserung zeigt, sollten Migräne-Patienten zu ihrer verordneten Medikation greifen, um den Anfall möglichst frühzeitig zu unterbrechen. Geschieht dies rechtzeitig, kann es sein, dass ein Anfall komplett ausbleibt oder aber sehr viel weniger schmerzhaft im Verlauf ist.

Reiben Sie bei leichten Kopfschmerzen beziehungsweise bei Spannungskopfschmerz einige Tropfen ätherisches Pfefferminzöl auf die Schläfenregion. Achten Sie darauf, dass das Pfefferminzöl nicht mit den Augen in Kontakt kommt. Waschen Sie nach der Einreibung gründlich die Hände.

Kalte Kompressen auf Stirn und Nacken können wohltuend sein.

Versuchen Sie die Auslöser (bestimmte Nahrungsmittel oder Stress, Alkohol, Tabak) zu vermeiden.

Sorgen Sie für einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus. Erlernen Sie ein Entspannungsverfahren und praktizieren Sie es regelmäßig.

Sobald sich ein Anfall ankündigt versuchen Sie, sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückzuziehen.

Abgrenzung zum Spannungskopfschmerz

Von Spannungskopfschmerzen ist etwa jeder Zweite betroffen. Damit ist der Spannungskopfschmerz die häufigste Kopfschmerzart. Selten wird der Spannungskopfschmerz chronisch. Dann tritt er mindestens an der Hälfte der Tage im Jahr auf.

Anders als der Migräne-Kopfschmerz wird der Spannungskopfschmerz als drückend und dumpf beschrieben und tritt meist beidseitig oder komplett innerhalb des Schädels auf. Die Begleitsymptome der Migräne treten beim Spannungskopfschmerz eher seltener auf, dafür kann Letzterer sehr viel länger andauern.

Üblicherweise wird der Schmerz mit frei verkäuflichen Schmerztabletten wirksam bekämpft.

Bei übermäßiger beziehungsweise dauerhafter Schmerzmitteleinnahme besteht die Gefahr, dass sich ein sogenannter Schmerzmittelkopfschmerz als Folge der Medikamenteneinnahme einstellt.

Autor seit 4 Jahren
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