Starke Durchblutungsstörungen

Ich ging zum Arzt, der sagte mir, dass ich starke Durchblutungsstörungen hätte, das wäre schon bedrohlich. Mir wurde angst und bange, malte mir aus, was nach der Aussage meines Arztes alles passieren könnte: Raucherbein, eventuelle Amputation oder Herzinfarkt und andere Szenarien.
Mein Arzt verschrieb mir ein Mittel zur Blutverdünnung, das ich aber nicht in der Apotheke kaufte, denn schon in jungen Jahren war ich ein Gegner von Medikamenten aller Art. Das stammt aus meinem Elternhaus, da lautete der Spruch: Einmal Kunde beim Arzt, immer Kunde beim Arzt. Statt Medikamente nahm ich auf Grund einer Fernsehwerbung einige Zeit gelegentlich Knoblauchpillen ein, die konnte man einnehmen ohne den Knoblauch zu schmecken oder danach zu riechen. Statt mit dem Rauchen vernünftigerweise aufzuhören stellte ich auf ganz leichte Zigaretten um, die nur noch einen Bruchteil an Nikotin und Kondensat meiner zuvor heiß geliebten Reval enthielten. Bis ich mich an die viel leichteren Zigaretten gewöhnt hatte war es schlimm, denn ich rauchte in der ersten Zeit nach der Umstellung auf leichte Zigaretten bedeutend mehr Zigaretten wie zuvor um dem Körper das zuvor gewohnte Nikotin zuzuführen.

Unglaubliche Entzugserscheinungen

Nach einiger Zeit schränkte ich das Rauchen drastisch ein um eines Tages doch endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Meinem Körper fehlte dadurch die gewohnte Menge an Nikotin, deshalb sendete er mir regelrechte Entzugserscheinungen. Manchmal kribbelte es hier, dann wieder mal da, manchmal wusste ich nicht mehr, wo ich zuerst kratzen sollte. Wenn ich wieder rauchte war das Kribbeln weg. Es fiel mir manchmal auch schwer bei den leichteren Zigaretten zu bleiben und nicht wieder zur starken Reval zu greifen. Das Verfärben meiner zwei Finger aber wurde durch die die eingeschränkte Anzahl meiner nun gerauchten Zigaretten immer seltener, auch das Kribbeln blieb eines Tages ganz aus. Es war also gut bei den leichten nikotinarmen Zigaretten zu bleiben. Schon wähnte ich mich auf der Siegerstraße, kein Kribbeln mehr, keine kalten Hände und Füße, ich dachte alles habe sich wieder normalisiert.

In meinem Elternhaus gab es nie Knoblauch.

Nach ein paar Monaten begann es wieder mit den schon fast vergessenen schlecht durchbluteten Fingern wieder, aber ich ging nicht mehr Arzt, denn ich dachte, es müsse doch einen Weg geben, auch ohne ärztlichen Beistand diese mangelnde Durchblutung in Ordnung zu bringen. Da kam mir wieder das Knoblauch in den Sinn, ich hatte schon viel davon gehört, wahre Wunderdinge würde rohes Knoblauch im Körper leisten. Knoblauch zu essen war ich aber nicht gewohnt. In meinem Elternhaus gab es nie Knoblauch. Mein Vater war und ist auch heute noch ein wahrer Todfeind von dieser Knolle. Er meinte das stinke bestialisch, es solle ihm keiner zu nahe kommen, wenn dieser Knoblauch gegessen habe.

Hin und her überlegte ich, ob ich tatsächlich Knoblauch kaufen sollte und wie ich diese Stinkknolle zu mir nehmen könnte, denn man solle diese nur roh wegen der wichtigen Stoffe verwenden. So schnitt ich den Knoblauch in ganz kleine Stückchen, dann gings ans Werk. Manch Einer hätte sich schief gelacht, wenn er mir zugesehen hätte. Es hätte nur noch eine Wäscheklammer auf der Nase wegen dem für mich damals als ekelhaften empfundenen Geruches gefehlt.

In der einen Hand hatte ich den kleingeschnittenen Knoblauch, in der anderen Hand eine Tasse Kaffee. Erst hielt ich die Luft an und es kostete mich sehr viel Überwindung, aber hinein mit dem Stinker, dachte ich und schwenkte das Ganze ganz schnell mit Kaffee hinunter. Den Knoblauch nahm ich lange Zeit ein wie eine bittere Medezin .Aber er half mir soweit, daß ich bis heute keine spürbaren Durchblutungsstörungen mehr habe. Mittlerweile esse ich Knoblauch mit Genuss zu vielen Speisen und musste schon oft feststellen, daß mir viele Speisen mit Knoblauch einfach besser schmecken.

 

 

Eigenschaften des Knoblauchs

Der oft als unangenehm empfundene Geruch nach dem Genuss von Knoblauch rührt von den Abbauprodukten schwefelhaltiger Inhaltsstoffe wie dem Alliin, das zu Allicin umgewandelt wird. Knoblauch ist eine wichtige Selenquelle. Er wirkt antibakteriell und soll der Bildung von Thromben vorbeugen.

Übrigens: 1989 wurde der Knoblauch in Deutschland zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

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Autor seit 6 Jahren
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