Hydrofoil

In den fünfziger Jahren wurde ein Gefährt entwickelt, das sich Hydrofoil nannte. Es hatte Flügel, die den Groundeffek/Bodeneffekt nutzten. Dies führte dazu, dass diese Flügelschiffe größere Geschwindigkeiten erreichten, dabei aber geringere Treibstoffmengen verbrauchten. Der geringere Widerstand ermöglichte dies.

 

Der Bodeneffekt begründete auf der Beobachtung von Piloten, dass sich manche Flugzeuge in Bodennähe geradezu "gegen die Landung wehren". Es musste also ein Effekt sein, der in Bodennähe Auftrieb erzeugte und dieser wurde beobachtet. Zunächst erkannte man, dass sich unter den Tragflächen und dem Rumpf der Flugzeuge eine "Luftrolle" bildete, die das Flugzeug gleiten ließ. Das verbesserte den aerodynamischen Wirkungsgrad der Tragflächen. Der Rumpf erhält überhaupt erst einen solchen durch den Bodeneffekt.

 

Mit diesem Phänomen beschäftigten sich auch russische Konstrukteure, darunter ein Entwickler am Zentralen Hydrofoil Büro in Gorki, damalige UdSSR, Rostistlav Evgenievich Alexyev. Er schuf mehrere Modelle der Ecranoplane, wie er seine Entwicklung nannte. Es waren militärische Anwendungen, für die auch russische Militärs ihre Zustimmung gaben. Demensprechend wurden massiv bewaffnete Ecranoplanes gebaut. Sie hatten damals "Classified-Status", also größte Geheimhaltung. Zu den entscheidenden Entwicklungen zählte die Reduktion der Wirbelschleppe, die durch die Verkürzung und das neue Design der Tragflächen erreicht werden konnte.

Hydrofoil - Flügelboot im Einsatz ...

Hydrofoil - Flügelboot im Einsatz als Passagiertransporter

Ekranoplan

In den 1960er Jahren kam das Modell "KM" dieser Ekranoplans in die Erprobung. Sie erreichte angeblich bis zu 400 km/h und transportierten etwa 140 Einheiten an ihren Bestimmungsort. Und das Praktischste an diesen Modellen war: Sie flogen so niedrig, dass sie das Radar (zunächst) nicht erfasste (20 m) und auch außerhalb des Wassers (mit Ausnahme bei Start und Landung), dass sie das Sonar nicht erwischte. Der Nachteil: Die Navigation.

 

Hunderte von Tonnen Traglast konnte das "Kaspische Seemonster", wie es von kritischen Zungen benannt wurde, transportieren. War das Gerät auf Reisefluggeschwindigkeit, so konnten zwei der insgesamt zehn Triebwerke das Vehikel auf Kurs und Geschwindigkeit halten. Eine äußerst effiziente Variante der Beförderung von Transportgut. Interessanterweise ist es aber auch möglich, das Gefährt in den Freiflug zu schicken, denn die meisten dieser Entwicklungen sind in der Lage auch kurzfristig auftauchende Hindernisse zu überwinden. Allerdings reichen die Kraftstoffreserven nicht aus, längerfristige Freiflüge zu bewerkstelligen. Für die verschiedenen Probleme, die diese Konstruktion mit sich bringt, etwa die Gefahr des Strömungsabrisses, fanden Ost und West unterschiedliche Lösungen: Während es im Westen üblich war, mit der Aerodynamik zu experimentieren, wurden im Osten die Triebwerke nach vorn verlegt und so der Schwerpunkt verändert. Das Heckleitwerk wurde in die Höhe verlegt. Dazu kam der Einsatz der Elektronik, die den Piloten die Navigation erleichtern sollte. Schließlich fand der Gigant oftmals auch den Weg über festen Untergrund und hinterließ dabei Schäden an der Vegetation und mit unter an Bauwerken. Dies wurde bemerkt, als Ekranoplanes Festlandstreifen zwischen zwei Seen/Meeren zu überwinden hatten. Landen kann das Ekrano nur auf dem Wasser, denn es wären enorm lange Landebahnen erforderlich, bis die Konstruktion am Boden wäre. Mittlerweile ist aber die Verwüstung gegnerischer Flughäfen, Truppenansammlungen oder Landeplätze keine zeitgemäße militärische Strategie mehr. Ob es das je gegeben hat?

 

 

KM, Olryonok, Mon, Spasatel, Sukhois Projekte

 

Nach den ersten Entwicklungen, die mit Moskito-Raketen-Basen (903) ausgestattet waren, und als Mittel des Angriffskriegs zuzuordnen sind, kamen auch andere Nationen auf den Geschmack mit Ekranoplanes zu experimentieren. Russland baute ein Orlynok. Später ein Lun Ekrano. Später gab es sogar einen ganze Lun-Klasse. (Lun soviel wie "Weihe", aber auch Utka im Nato-Code). Sie umfasste die MD-160, die später zum Ausstellungstück im Patriot Park wurde und das Spasatel, das als mobiles Feldlazarett geplant war, allerdings nie zum Einsatz kam, da die Sowjetunion zuvor zerfiel. (Im Bild: Orlyonok Ekrano, Wikipedia.)

Entwicklungen

Korea (Bild: https://www.youtube.com/wat...)

Epigonen

So wurde in China das Model XTW oder in Südkorea ein nicht näher bekanntes Wingship geplant und gebaut. Auch die Deutschen entwickelten ein Modell und ein Ecranoplan-artiges Fahrzeug schaffte es in den Film: So wurde in "Death Is Nimble, Death Is Quick" ein auf dem Wasser gleitendes, zweiflügeliges Kampfboot eingesetzt. In Filmen der 60er und 70er Jahre entdeckt man immer wieder Ground Vehicle-Variationen, meist aber nur im militärischen oder zwielichtigen Bereich, nicht in der zivilen Luftfahrt oder Seefahrt.

 

Vor einiger Zeit hat die USA, genauer gesagt, die Firma Boeing, das Ground Effect Vehicle Conzept wiederentdeckt und entwarf ein Konzept eines riesigen Transporters für militärisches Gerät. Allerdings gibt es Überlegungen, zivile Anwendungen, etwa in der raschen Katastrophenhilfe mit Hilfe von Ground Effect Vehicles abzuwickeln. Als mögliches Einsatz-Szenario gelten Unfälle auf hoher See mit vielen zu Bergenden in kurzer Zeit. Russland möchte auch neue militärische Modelle der Ecranoplan mit Raketenvorrichtungen für die Flotte bauen.

 

Timeline

 

_ 1935: Erste Versuche mit den Groundeffekt Testgeräten in Finnland

_____50er Jahre: Wing-Boote im Einsatz, Hydrofoils

________60er Jahre: Entwicklungen des Zentralen Hydrofoil Büros in Gorki

_________ 1964: Schiffsvorführmodell

_______________ 1971: X 113 des deutschen Professors Alexander Lippisch

_________________ 1973/74: Tandem Airfoil-Flairboote 16 Boote bis 2004

___________________________ 1984: Günter Jörg erhält den Phillip Morris Forschungspreis

______________________________________ 2018: Russland erwartet neue Modelle für die Flotte

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