Julius Caesar

Julius Caesar (Bild: Agathe Poupeney / Opéra national de Paris)

Giulio Cesare in Egitto

In letzter Zeit allerdings konzentriert sich der gefeierte Opernstar mehr und mehr auf Interpretationsmöglichkeiten der alten Musik. Der Musik Georg Friedrich Händels, Claudio Monteverdis oder Johann Sebastian Bachs versucht sie erfolgreich, ausdrucksstarke und innovative Ansätze zu entlocken, um ihr neue  Zuhörerschichten  zu erschließen.

Ein Ergebnis dieser Entwicklung ist eine atemberaubende "Cleopatra" in einer neuen Einspielung einer der bekanntesten Barockopern Georg Friedrich Händels: "Giulio Cesare in Egitto".

Für die "Royal Academy of Music" komponierte Händel anlässlich der Spielzeit 1723/1724 "Giulio Cesare in Egitto" als das Ideal einer Heldenoper. Das anspruchsvolle Londoner Publikum war begeistert, was uns dadurch bestätigt wird, da in jener Spielzeit die Oper dreizehn Aufführungen erlebte, was für damalige Verhältnisse als außergewöhnlich bezeichnet werden darf.

Im wesentlichen behandelt das Libretto die Zeitspanne nach Cäsars Sieg gegen Pompeius, da Cleopatra den Thron Ägyptens für sich erringen will, wofür sie auf die Unterstützung des siegreichen Feldherrn Julius Cäsar hofft. 

Ähnlich Händels berühmten Opern "Alcina" oder "Ariodante", finden sich auch im "Julius Cäsar" eine Vielzahl an außergewöhnlich gelungenen Arien, die Händels Oper bald auch auf dem europäischen Festland zum Erfolg führte. 

Die Stimme 

Was Gesangsliebhaber der ganzen Welt an der Stimme von Natalie Dessay so schätzen ist dieser Reichtum an Nuancierungen, die Dessay in ihre Stimme legen kann. Da fehlen nicht die leisen, feinen Stimmfarben, die weichen Phrasierungen, ebenso aber schafft es Natalie Dessay mit anscheinend spielerischer Leichtigkeit,  kräftige, akzentuierte Impressionen zu erzeugen. Was so fasziniert ist die Vielschichtigkeit dieser Stimme, die einschmeichelnd, verführerisch sein kann, im nächsten Moment aber laut, imponierend und fordernd.

Diese stimmlichen Besonderheiten ermöglichten es der Sopranistin, die ersten Partien der Opernliteratur singen zu dürfen.

Mit ihrer Interpretation der "Cleopatra" hat Dessay nun endgültig und überzeugend beweisen, dass ihr Repertoire immer wieder für wunderbare Überraschungen sorgen kann.

  • (Bild/Titel:Brigitte Lacombe / Ken Howard, EMI Classics)

 

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