Die Mückenfledermaus - Eine neue Fledermausart in Europa

So wurde im Jahr 2000 die Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) nach umfangreichen Untersuchungen von Zoologen als eigene Art beschrieben. Die kleine Fledermausart ist sozusagen eine "Zwillingsart" der bereits bekannten Zwergfledermaus. Allerdings ist die Mückenfledermaus noch kleiner als die Zwergfledermaus, mit der sie früher immer verwechselt wurde. Wie der Name sagt, sind Mücken die Hauptnahrung der kleinen Flugsäuger. Verbreitet sind sie, soweit bekannt, "inselartig" in der Kaukasus-Region sowie in Teilen Europas, auch in der Schweiz, Deutschland und Österreich.

(Bild: Kaz / Pixabay)

Die Schabrackenspitzmaus - Die kleinen Insektenfresser sind mit den Igeln verwandt

Noch eine weitere Kleinsäuger-Art wurde in Europa entdeckt – die Schabrackenspitzmaus (Sorex coronatus). Sie hat ein relativ kleines Verbreitungsgebiet und kommt nur in Westeuropa vor - Frankreich, die Schweiz, die Benelux-Staaten, sowie Teile Deutschlands und Spaniens sind von den kleinen Insektenfressern besiedelt. Die Tiere ähneln den Waldspitzmäusen sehr, nur Fachleute sind überhaupt in der Lage, die beiden Spitzmausarten anhand ihres Unterkiefers zu unterscheiden. Spitzmäuse sind keine Nagetiere wie Mäuse, sondern gehören zur Säugetier-Ordnung der Insektenfresser und sind somit mit dem Igel verwandt.

Der Israelische Scheibenzüngler - Ein kleiner Frosch in Israel

Bereits als ausgestorben galt ein kleiner Frosch, der im Vorderen Orient, der nur ein sehr kleines Verbreitungsgebiet zu haben scheint. Der Israelische Scheibenzüngler (Discoglossus nigriventer) wurde 2011 in Israel wiederentdeckt, nachdem man geglaubt hatte, dass der Bestand der Tiere durch intensive Trockenlegung von Feuchtgebieten zu ihrem Aussterben geführt hat. Das Vorkommen der kleinen Amphibien beschränkt sich offensichtlich nur auf den Hule-See im nördlichen Israel. Ob die Tiere auch in angrenzenden Regionen zu finden sind, ist bislang noch unklar.

Wilderei ist in vielen Ländern zu einem großen Problem geworden

Die größten Rallenart der Welt – doch nicht ausgestorben - 1948 wurde die Takahe-Ralle wieder entdeckt

Grafik von Liane Hinkenrode-Künl

Die Takahe gehören zu den flugunfähigen Vogelarten Neuseelands, und zwar zur Familie der Rallen und zur Gattung der Purpurhühner. Erst 1996 haben Experten entdeckt, daß es sich um 2 verschiedene Arten handelt. Die Nordinseltakahe ist leider ausgestorben und nur aus Knochenfunden bekannt, die etwas kleinere Südinseltakahe (Porphyrio hochstetteri) dagegen wurde 1948 im Fiordland-Nationalpark, dem mit 12500 km² größten Nationalpark des Landes, überraschend wiederentdeckt. Die Südinseltakahe ist etwa so groß wie eine Hausgans und erinnert im Aussehen an das flugfähige Purpurhuhn, das zum Teil auch in Europa vorkommt.

Altertümliche Ernährungsspezialisten

Die Nahrung der Südinseltakahe besteht überwiegend aus Gräsern und Kräutern und ist sehr arm an Nährstoffen. Daher hinterlassen die Vögel ziemlich viel Kot, pro Tag kann die Spur etwa 8 Meter lang werden. Da die Vögel schlechte Futterverwerter sind, hilft ihnen die zusätzliche Aufnahme von kleinen Steinchen bei der Verdauung. Außerdem nehmen sie möglichst nur die nährstoffreichen Teile ihrer Nahrung auf.

Balz und Brutpflege – Tanz und Teamwork

Takahe vollführen zur Paarungszeit ein ausgiebiges Balzritual, bei dem die flugunfähigen Vögel zeigen, dass sie erstaunlich schnell rennen können. Weibchen und Männchen rufen sich abwechselnd zu und laufen schließlich schnell aufeinander los. Dann stoppen sie, stellen sich voreinander auf, recken ihre Hälse und umkreisen sich gegenseitig. Manchmal picken sie noch nacheinander, um dann gleich zur Paarung überzugehen.

Das Nest wird in Wassernähe erbaut, am Nestbau beteiligen sich Weibchen und Männchen. Beim Brüten und Bewachen des Nests wechseln sich die Partner ab, wobei die Männchen eher nachts beim Nest bleiben. Interessant ist, dass manchmal sogar Jungtiere aus der vorherigen Brut bei der Brutpflege helfen. Die ausgeschlüpften Küken werden vor allem mit Insekten und Weichtieren ernährt, da ihr Organismus noch nicht für die Aufnahme der sehr speziellen pflanzlichen Nahrung geeignet ist. Brutpflege betreiben die Takahe aber nur, sofern genug Nahrung vorhanden ist und die oft harten Witterungsbedingungen der Südalpen die Aufzucht von Jungen zulassen. Daher kommt es nicht jedes Jahr zu Bruterfolgen. Takahe leben in Einehe, und sie bleiben ihr Leben lang zusammen. Die größten Rallen der Welt können bis zu 20 Jahre alt werden. 

Schutzmaßnahmen für die Südinseltakahe

Viele Jungvögel wurden nach ihrer sensationellen Wiederentdeckung im Jahr 1948 in menschlicher Obhut aufgezogen und in geeigneten Lebensräumen in Freiheit entlassen. Ähnlich wie für andere bedrohte neuseeländische Tierarten wurden auch für die Takahe kleinere Inseln vor der neuseeländischen Südinsel als Refugium ausgewählt, da hier weniger oder gar keine Beutegreifer zu befürchten waren. Nahrungskonkurrenten für die Südinseltakahe sind vor allem eingeführte Tiere, zum Beispiel europäische Rothirsche, nordamerikanische Wapitihirsche, das australische Fuchskusu (ein Beuteltier), die europäische Gämse und der Feldhase. An Fressfeinden sind ebenfalls nur eingeführte Tierarten für die flugunfähigen Rallenvögel eine große Bedrohung, vor allem Fuchs und Hermelin. Schuld sind daran natürlich nicht die Tiere selbst, sondern die Menschen, die diese, für Neuseelands Fauna so fremde, Tierarten eingeführt haben.

(Bild: eigenes Bild)

Besonders in warmen waldreichen Regionen werden neue Tiere entdeckt - Südostasien ist ganz besonders artenreich

Ein wahrer "Hotspot" für neu entdeckte Tierarten scheint Südostasien zu sein – allein im Mekong-Delta in Vietnam wurden etwa 200 neue Tierarten beschrieben. Reptilien wie der nur etwa 36 mm große Lippenstift-Gecko (Dixonius aaronbaueri), große Frösche, die sich von anderen Fröschen und sogar Vögeln ernähren, Säugetiere wie das Annamitische Streifenkaninchen (Nesolagus timminsi) und Vogelarten wie der Glatzköpfige Bülbül (Pycnonotus hualon), aber auch zahlreiche Kleintiere wie Spinnen und Tausendfüßler sind darunter. Wird man diese neuen Tierarten erforschen können, oder werden sie aussterben, bevor sie überhaupt bekannt werden?

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