Nahtoderlebnisse

Nahtoderlebnisse (Bild: © njr)

Tierversuche

Neuste Forschungsergebnisse, beispielsweise an der bekannten University of Michigan, versuchen diesen wissenschaftlichen Graubereich auszuleuchten und behelfen sich dabei häufig methodischer Tierversuche, die spektakuläre Erkenntnisse zutage befördern.

 

Das Forscher-Team um den renommierten Hirnforscher Jimo Borjigin untersuchte und verglich auf Basis rationaler wissenschaftlicher Versuche Zustands-Phasen von Gehirnaktivitäten anhand von Tierversuchen.

 

Bei neun Ratten verglich man die Hirnaktivitäten sowohl im Wachzustand, unter Narkose und schließlich nach herbeigeführten Herzstillstand.

 

Wenn Hirnaktivität Auslöser von Nahtoderlebnissen wäre, müssten sich ja neuronale Bewusstseinskorrelate (Neuronale Korrelate sind Bewusstseinszustände, die sich aus Hirnströmen ablesen lassen) nach dem Stopp der Blutversorgung des Gehirns aufzeichnen lassen können, so die These Jimo Borjigins.

 

Faszinierendes trat zutage: Tatsächlich zeigte jedes der Tiere nach den ersten dreißig Sekunden ab Herzstillstand gleiche, nahezu idente Muster von Hirnwellen, die den Eindruck erzeugen könnten, als wäre das Gehirn tatsächlich in Wachzustand und intensiv angeregt worden, was etwa den Neurochirurgen Georg Mashour zu der Feststellung brachte, dass "viele elektrische Merkmale des Bewusstseins sogar die Werte des Wachzustands überstiegen", und dies unzweifelhaft darauf hindeute, dass das Gehirn zu gut organisierter elektrischer Aktivität in der Lage sei.

Menschliches Bewusstsein, das nicht von einem Körper abhängig ist, das existieren kann obwohl dies medizinische eigentlich nicht möglich und erklärbar ist, erachtet die abschließende Erklärung der akribischen und aufwändigen Studie durchaus für möglich.

Namhafte Neurobiologen lassen die schlüssigen Erkenntnisse von Jimo Borjigins Forschungen nicht gelten und verweisen darauf, dass die bei den durch Narkose oder Tod herbeigeführten und registrierten Gamma-Wellen-Aktivitäten des Gehirns lediglich daraus resultieren, dass der sich abschwächende Impuls von außerhalb auf das Gehirn zu einer kurzen, intensiven Phase von Hirnaktivität führen kann.

Dennoch attestieren auch die meisten der kritischen Mediziner der Studie einen attraktiven Erklärungsansatz für einen mehr als wissenschaftlich diffizilen Bereich.



Gemeinsamkeiten



Viele Nahtoderfahrungen gleichen sich in folgenden Punkten:

 

  • Loslösen vom Körperlichen

  • Reise durch einen Tunnel, Kanal, Gang, Korridor

  • Lichtwesen, Wärme, Glück, innerer Friede

  • Rückschau auf das eigene Leben

  • Grenze, Barriere



Eine Vielzahl kritischer Mediziner hat eine Fülle von Erklärungen für das Entstehen dieser Bilder, dieser Erfahrungen, dieser Erlebnisse. Da ist von einer Unterversorgung wichtiger Organe zu lesen, die ohne Zufuhr von Nährstoffen, Sauerstoff, Zucker, Blut und verschiedener, essentieller Botenstoffe schlussendlich dazu führen kann, dass das Gehirn die unterschiedlichsten Signale nicht mehr richtig erkennen und einordnen kann, was eben dazu führt, dass beispielsweise Visionen von Licht im Bereich des Hinterhauptslappen entstehen, der die wenigen, dürftigen Informationen, die er noch erhält, ganz einfach dahingehend interpretiert. Die viel beschriebenen außer-körperlichen Erfahrungsmomente entstehen laut kritischen Medizinern in den Regionen des Schläfen - und Scheitel-Lappens, die eigentlich für das Selbsterleben des eigenen Körpers zuständig sind.

Der österreichische Psychologe Dr. Engelbert Winkler fasst das Paradoxe an diesem medizinischen Phänomen treffend zusammen: "Nahtoderlebnisse sind Erfahrungen, die so tiefgreifend sind, dass sie den Betroffenen für immer verändern können. Sie sind ein eindeutiger Hinweis darauf, dass Leben nach dem Tod existiert. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine wissenschaftlich umfassende Erklärung von Nahtoderlebnissen auf neurophysiologischer oder psychologischer Basis. Die Neurologie kann zum Beispiel nicht erklären, warum Menschen, die im klinischen Sinne tot waren nach dem Erwachen genau angeben konnten, was sich während des gleichen Zeitraum in einem entfernten Zimmer abgespielt hat. Trotzdem sind naturwissenschaftliche Forschungsansätze sehr wichtig, da sie Einsichten geben können, was an der Grenze von Leben und Tod geschieht."

Tatsche ist und bleibt wohl, dass die rationalen Begriffserklärungen für die Außergewöhnlichkeit von Nahtoderlebnissen zu kurz greifen, so dass letztlich nur das Zusammenspiel aller Wissenschaftszweige dieses jahrtausendealte Phänomen, das sich in unzähligen Berichten aller Hochkulturen beständig wiederfindet, eines Tages befriedigend und ausreichend klären wird können.

 

Quellen: Franziska Badenschier

Spiegel.de/Wissenschaft

 

 

Laden ...
Fehler!