Viele Fahrzeuge betroffen

Bis jetzt sind rund eine Million Fahrzeuge bei der Toll Collect GmbH registriert. Der Umsatz lag 2014 bei 4,6 Milliarden Euro bei 48 Milliarden registrierten Fahrkilometern. Das Unternehmen erhebt die Maut im Auftrag des Bundes. Dieser erhofft sich von der Erweiterung Mehreinnahmen in Höhe von 380 Millionen Euro. Toll Collect mit Sitz in Berlin rechnet mit 250.000 zusätzlichen In- und ausländischen Fahrzeugen durch die neue Regelung. Die Vorbereitungen für die Umsetzung laufen derzeit auf Hochtouren. Die betroffenen Fahrzeuge reichen vom Mercedes Benz Atego, Iveco Eurocargo, Volvo FL, MAN TGL, MAN 2000, Renault Midlum, Mercedes Benz Vario bis zum Fuso Canter. Rund 85.000 Fahrzeuge der betroffenen 250.000 Lkws sind mit einem elektronischen On-Bord-System ausgerüstet. Es ist die Voraussetzung für den Einbau der On Bord Unit (OBU), dem Kontrollgerät für die Mauterfassung. Ist die Elektronik bereits vorhanden, dann dauert der Einbau der OBU rund eine Stunde. Sonst muss mit vier Stunden Einbauzeit gerechnet werden. Alle Servicepartner von Toll Collect sind zum Einbau berechtigt. Das OBU selbst wird von Toll Collect als Mietgerät zur Verfügung gestellt. Dafür entstehen keine Kosten. Für die Kosten für den Einbau muss der Fahrzeughalter selbst aufkommen. Wird der LKW verkauft oder stillgelegt, dann muss die OBU wieder an Toll Collect zurückgegeben werden.

Die On Bord Unit

Die On Bord Unit (OBU) bucht die zurückgelegte Strecke zur Berechnung der Maut automatisch ein. Dafür wird sie vor dem Einbau in das Cockpit personalisiert. Mautpflichtige Unternehmen müssen sich auf der Homepage von Toll Collect registrieren. Die notwendigen Formulare werden heruntergelalden, ausgefüllt und zu Toll Collect geschickt. Toll Collect reicht die Unterlagen an den hinterlegten Zahlungsverkehrsdienstleister weiter. Von diesem erhält Toll Collect die nötigen Informationen, um die Zahlungsweise im firmeneigenen Buchungssystem anlegen zu können. Dann kann der Lkw im Onlineportal von Toll Collect registriert und ein Termin für den Einbau der OBU mit dem Servicepartner ausgemacht werden. Auch wenn die OBU jetzt schon eingebaut wird, wird die Maut erst ab ersten Oktober gezählt. Die OBU arbeitet satellitengestützt mit GPS. Sie ist auch in der Lage, die Maut für österreichische Autobahnen zu erkennen, die auf Mikrowellentechnik basiert. Die Mautgebühren in Deutschland werden nach der Schadstoffklasse und der Anzahl der Achsen berechnet. Das Abrechnungssystem wurde auf sechs Achsen und sechs Luftverschmutzungsklassen mit je vier Abstufungen erweitert. Ziel der Einteilung ist es, die Unternehmer zum Kauf von Lkws mit weniger Schadstoffausstoß anzuregen. Mehr Information gibt es auf der Homepage der Toll Collect GmbH.

Manuelle Buchung möglich

Wer nur gelegentlich mautpflichtige Strecken nutzt, der kann die Streckenführung manuell online bei Toll Collect bezahlen oder ein Mautstellenterminal vor Ort nutzen. Die Zahlweise ist per Tankkarte oder per Kreditkarte möglich. Bundesweit stehen rund 3400 Terminals zur Verfügung. Die Standorte finden sich auf der Homepage https://www.toll-collect.de. Bei manueller Buchung muss die Maut immer im Voraus bezahlt werden, um nicht als Mautpreller zu gelten. Die Buchung ist bis zu drei Tage im Voraus möglich. Genau so einfach lassen sich Strecken ganz oder zum Teil wieder stornieren.

Kontrolle der Mautgebühren

Auf Autobahnen wird die Maut mittels installierte Mautbrücken kontrolliert. Das Free-flow-System ermöglicht die Kontrolle ohne Stau und Stopps. Auf den Bundesstraßen werden die Lkws durch Kontrollfahrzeuge der BAG und transportable Mautbrücken, die auf Brücken und Übergängen über Bundesstraßen angebracht werden, kontrolliert. Bei einer Kontrolle durch die BAG fahren die VW Busse am Lkw vorbei und lesen die Daten aus der On Bord Uni mittels Infrarot aus. Gibt es keine Beanstandungen, dann wird der Fahrzeuglenker nicht angehalten. Bei Beanstandungen wird der Fahrzeuglenker angehalten. Fahrlässige Verstöße kosten ein Bußgeld von 120 Euro. Vorsätzliche Verstöße werden mit einem Bußgeld von 240 Euro geahndet. Ist der Disponent schuld, dann verdoppeln sich die Sätze. Gebietsfremde müssen die Sicherheitsleistungen gleich bezahlen. Bußgeldbescheide werden nach ganz Europa verschickt. Auch Fahrzeughalter in nichteuropäischen Ländern können ermittelt werden.

Laden ...
Fehler!