Weitere Ursachen

Erreger einer Nierenbeckenentzündung sind überwiegend Bakterien, allen voran das Bakterium Escherichia coli. Aber auch andere Bakterien wie Staphylokokken und Enterokokken oder Pilze können eine Infektion des Nierenbeckens hervorrufen.

Eine weitere häufige Ursache für eine akute Nierenbeckenentzündung ist eine sogenannte Harnabflussstörung. Wenn ein Harnleiter etwa durch einen Harnstein verstopft ist und der Urin nicht in die Blase abfließen kann, kann sich eine Entzündung entwickeln.

Bei Männern wird im fortgeschrittenen Alter recht oft eine Prostatavergrößerung zum Problem. Wenn der Harn nicht richtig abfließen kann, verbleibt ein kleiner Rest in der Blase. Dieser sogenannte Restharn bietet Erregern gute Wachstumsmöglichkeiten.

Menschen mit einem schwachen Immunsystem sind häufiger von Infektionen betroffen. Das Immunsystem kann durch chronische Erkrankungen geschwächt sein, aber auch durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Immunsuppresiva, welche das Immunsystem künstlich schwach halten, um etwa Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen zu vermeiden.

Bestehende Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Gicht erhöhen das Risiko einer Nierenbeckenentzündung.

Eine chronische Nierenbeckenentzündung entwickelt sich durch eine lang anhaltende Schädigung der Nieren. Dies kann etwa durch die langjährige Einnahme von Schmerzmitteln begünstigt werden.

Symptome einer akuten Nierenbeckenentzündung

Die Beschwerden treten sehr plötzlich auf. Zusätzlich zu den Symptomen einer Blasenentzündung – Schmerzen beim Wasserlassen und ein häufiger Harndrang – kommt es zu einem starken Krankheitsgefühl mit starker Abgeschlagenheit. Erkrankte entwickeln hohes Fieber, welches von Schüttelfrost begleitet sein kann. Weitere Symptome können Appetitlosigkeit und große Schmerzen in der Flankenregion (seitliche Bauchregion) sein. In einigen Fällen kündigt sich eine Nierenbeckenentzündung auch mit eher untypischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Gewichtsverlust oder auch mit Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen an.

Symptome einer chronischen Nierenbeckenentzündung

Eine chronische Nierenbeckenentzündung kann lange Zeit unbemerkt verlaufen. Die typischen Anzeichen einer akuten Infektion wie Fieber, Schüttelfrost und Schmerzen fehlen. Auf Dauer wird jedoch die Nierenfunktion angegriffen und im schlimmsten Fall kann die Niere ihre Arbeit überhaupt nicht mehr erledigen.

Betroffene fühlen sich müde, schlapp, verlieren an Gewicht, leiden unter Magen-Darm-Beschwerden und Rückenschmerzen. Die Symptome treten nur schubweise auf. Da die Niere an der Blutbildung beteiligt ist, kann sich bei fortschreitender Funktionsstörung eine Blutarmut (Anämie) entwickeln.

Untersuchungsmethoden zur Diagnosefeststellung

Zunächst erfragt der Arzt im Gespräch die Symptome, die auf eine akute oder eine chronische Entzündung hinweisen.

Bei einer akuten Nierenbeckenentzündung sind die Nierenlager klopfempfindlich. Bei der Untersuchung klopft der Arzt mit der Faust auf die beiden Nierenlager rechts und links. Ist das Nierenbecken entzündet, ist ein Schmerz spürbar.

Laboruntersuchungen von Urin und Blut, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen kommen ebenfalls zum Einsatz.

Behandlung der Nierenbeckenentzündung

Da die Erreger gewöhnlich Bakterien sind, wird in der Regel ein Antibiotikum verordnet. Zusätzlich wird Bettruhe angeraten und es sollte viel getrunken werden.

Der Verlauf einer akuten Nierenbeckenentzündung ist in der Regel unkompliziert und heilt – bei konsequenter Antibiotika-Therapie - ohne weitere Folgen aus.

Anders sieht es bei einer chronischen Entzündung aus. Diese heilt nicht immer vollständig aus und erfordert regelmäßige Kontrolle sowie eine konsequente Antibiotika-Behandlung während der Schübe.

 

Autor seit 4 Jahren
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