Jedes Jahr freue ich mich auf fleißige Besucher in meinem Garten. Wenn das lang vermisste Brummen, Krabbeln und Schwärmen an den ersten Blüten wieder beginnt, dann weiß ich, es ist Frühling. Zu meinen liebsten Gästen zählen Bienen, Schmetterlinge, Marienkäfer und Hummeln. Unermüdlich fliegen sie von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar.

Aber auch Gäste wie Blindschleichen oder kleine Kröten sind bei mir gern willkommen. Schöne Motive versuche ich gern mit dem Fotoapparat festzuhalten. Hummeln eignen sich hervorragend als Fotomodell. Wohl nur wenige Insekten bleiben so geduldig sitzen. Fliegen nur hin und wieder, von meiner Knipserei etwas genervt auf, um sich dann gemütlich brummend, wieder der nächsten Blüte zu widmen. Ich mag diese kleinen flauschigen Wesen. Ein Grund um mich einmal etwas näher mit ihnen zu beschäftigen.

Hummeln

Hummeln gehören zur Familie der Bienen. Sie leben in Völkern zusammen und haben leider nur ein sehr kurzes Leben. Ein Hummelstaat kann aus ca. 50 bis 600 Tieren und einer Königin bestehen. Einige fleißige Nektarsammlerinnen werden nur ein paar Wochen alt. Im Spätherbst sterben die Hummelvölker ab, nur einige Königinnen überwintern in ihren Verstecken an geschützten Stellen. Aber schon an kalten Frühlingstagen ab 3 °C, wenn Bienen und andere Insekten noch lange nicht ihren Unterschlupf verlassen, sieht man die Hummelköniginnen in ihrem braunen oder gelb-schwarzen Pelz emsig fliegen, um sich eine Nisthöhle z.B. in Mäuselöchern zu suchen. Darin bauen sie so etwas ähnliches wie Waben, in die sie Ihre Eier legen. Später schlüpfen daraus die Arbeiterinnen. Sie übernehmen dann die weitere Pflege der Brut und die Fütterung der Königin, die immer weiter mit Eier legen beschäftigt ist.

Goldlauch

roter Sonnenhut

 

Ohne die Hummeln würde unsere Obsternte manchmal sehr dürftig ausfallen. Besonders Obstbäume und Beerensträucher würden in sehr kalten Frühjahren, in manchen Gegenden, ohne diese fleißigen Helferinnen kaum Früchte tragen. Man sagt, dass eine Hummel am Tag bis zu 1000 Blüten besuchen kann. Zu beliebten Pflanzen gehören im Frühling Krokusse, Schlüsselblumen, Schneeglöckchen, Weidenkätzchen und Akelei. Im Sommer Lupinen, Klee, Fingerhut, Löwenmaul, Rittersporn und der Schmetterlingsstrauch. Hummeln brauchen ein großes Nahrungsangebot an Blüten, um bis in den Herbst zu überleben. Es gibt kurz- und langrüsselige Hummeln, wobei besonders die letztere Art hier bei uns leider vom Aussterben bedroht ist. Ohne die langrüsseligen Hummeln wäre für viele Pflanzen eine Vermehrung gar nicht möglich.

 

Nelke

Mandelbäumchen

Hummel

Hummel

Hummeln sind im Gegensatz zu den Wespen sehr gutmütige Insekten und stechen in der Regel nur, wenn sie sich bedroht fühlen, z.B. wenn man aus Versehen auf sie tritt oder zu nah an ihre Nisthöhlen kommt. Helfen kann man diesen fleißigen Insekten, in dem man ihnen im eigenen Garten viele hummelfreundliche Pflanzen anbietet, die weit bis in den Herbst blühen und man auf Gifte im Garten generell verzichtet.

Lupine

Akelei

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