Was ist die Heiligtumsfahrt?

Bei der Heiligtumsfahrt werden vier Reliquien mit besonderer Bedeutung der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um

  •  das Kleid, das Maria bei der Geburt Jesu getragen haben soll
  •  die Windel, in die Jesu nach der Geburt gekleidet gewesen sein soll
  •  das Tuch, in dem man den Kopf Johannes des Täufers nach seiner Enthauptung aufbewahrt hat
  •  das Lendentuch Jesu, das er bei der Kreuzigung getragen haben soll

Diese Tuch-Reliquien sollen um das Jahr 800 als Geschenk des Patriarchen von Jerusalem an Karl den Großen nach Aachen gekommen sein. Sie werden normalerweise, für die Gläubigen nicht sichtbar, im Marienschrein verwahrt. Dieser 1239 fertig gestellte Silberschrein ist mit Gold überzogen und mit zahlreichen Edelsteinen verziert. Eines der vielen sakralen Kunstwerke im Aachener Dom. Alle sieben Jahre wird dieser Schrein geöffnet, die Reliquien entnommen und der Öffentlichkeit präsentiert. Diese feierliche Entnahme der Reliquien findet in diesem Jahr am 20. Juni um 19:00 Uhr im Aachener Dom statt.

Der Marienschrein

Aachen

Aachen liegt im äußersten Westen Deutschlands, an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Erste Bedeutung erlangte Aachen als Residenzstadt Karls des Großen. Für die nächsten 600 Jahre war Aachen der Krönungsort der deutschen Könige. 1865 legte Wilhelm I. den Grundstein zur Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH), einer noch heute weltweit anerkannte Universität. Im 2. Weltkrieg wird Aachen stark umkämpft und zerstört. 1944 wurde die Stadt von den Amerikanern befreit, 1945 übernahmen die Briten die Verwaltung und wurden 1946 von den Belgiern abgelöst.

Heute ist Aachen eine Universitätsstadt mit über 260.000 Einwohnern, bekannt durch die heißen Quellen, das einmal jährlich stattfindende internationale Reitturnier CHIO, den Orden "Wider den Tierischen Ernst", den "Internationalen Karlspreis", den Aachener Dom und das.Aachener Rathaus bekannt ist. Die Lage im Dreiländereck und die Nähe zur Eifel sind ein weiterer Pluspunkt der Stadt. 2014 ist das 1.200. Todesjahr Karls des Großen. In diesem Zusammenhang finden zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

Bilder:

Dom: Klaus Glund/pixelio.de

Kreuz: Thomas Max Müller/pixelio.de

Während der Heiligtumsfahrt

Während der Heiligtumsfahrt gibt es täglich Gottesdienste sowohl im Aachener Dom als auch auf dem Katschhof. Bei den Pilgergottesdiensten im Dom werden die Reliquien den Pilgern gezeigt. Das gesamte Programm der Heiligtumsfahrt findet man hier. Wer die Gelegenheit nutzen möchte, in Aachen und Umgebung zu pilgern, kann an einer der geführten Pilgerwanderungen teilnehmen. In diesen Tagen finden auch Ausstellungen in der Domschatzkammer, im Centre Charlemagne und im Rathaus statt. Lohnenswert ist auf jeden Fall auch ein Rundgang durch den Dom. Dort befinden sich nicht nur weitere Heiligtümer, er ist auch als sakrales Bauwerk an sich sehenswert. Zusätzlich gibt es ein Rahmenprogramm an verschiedenen Orten der Innenstadt. Der Aachener Dom Der Aachener Dom ist seit 1978 UNESCO Weltkulturerbe. Er ist aus der, zwischen 786 und 800 von Karl dem Großen erbauten, Marienkirche hervorgegangen. Diese Marienkirche bildet das heutige Oktagon. Diese Ursprungskirche wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder durch Anbauten erweitert. Heute ist sie ein Ensemble aus karolingischer, gotischer und barocker Architektur. Weitere Informationen zum Aachener Dom findet man auf dieser Seite. Übrigens feiert die Chorhalle des Doms dieses Jahr ihr 600. Jubiläum. Neben dem Dom selber, sollte man auf jeden Fall auch die Domschatzkammer besuchen. Hier findet man mehr als 100, meist sakrale, spätantike, karolingische, ottonische, staufische und gotische Kunstwerke z. B. die ca. 1350 vollendete silberne, zum Teil vergoldete Karlsbüste das um das Jahr 1.000 entstandene, mit Edelsteinen verzierte, Lotharkreuz die ebenfalls um das Jahr 1.000 entstandene Elfenbeinsitula der, aus dem Jahr 1520 oder früher stammende, Krönungsmantel, die Cappa Leonis Die Domschatzkammer ist täglich geöffnet und bietet auch Führungen an.

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