Indianer beim Fischen

Indianer beim Fischen (Bild: WikiImages auf Pixabay)

Der Pfad der Tränen - Indianer-Umsiedlung im 19. Jahrhundert

Im frühen 19. Jahrhundert wurden die stolzen Indianerstämme der Cherokee, der Seminolen, der Choctaw, der Muskogee und der Chickasaw von der US-Regierung unter dem als Indianerhasser bekannten Präsidenten Andrew Jackson in ein weitgehend unfruchtbares Prärieland umgesiedelt. Es waren jene fünf am meisten angepassten Indianervölker, damals als "Fünf zivilisierte Nationen" bezeichnet, die ihre Stammesgebiete in den Waldgebieten der südöstlichen USA für weiße Siedler räumen mussten. Unter Aufsicht der US-Militärs machten sich etwa 100.000 Indianer, zusammen mit ihren afroamerikanischen Sklaven, auf den Weg in das fremde Territorium in der Prärie. Präsident Jackson war besonders feindselig gegen die Indianervölker, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf britischer Seite gegen die nach Eigenstaatlichkeit strebenden Amerikaner kämpften.

Der etwa 2.000 Kilometer lange Weg dorthin sollte als Pfad der Tränen ein unrühmliches Kapitel der amerikanischen Geschichte werden. Auf der langen Reise starben tausende Menschen an Krankheiten, Erschöpfung, Kälte und Hunger. Dennoch richteten sich die entwurzelten Ureinwohner in den zugewiesenen Gebieten notgedrungen ein. Neben den zugewanderten Völkern lebten hier auch einige bereits ansässige Stämme der Prärie-Indianer, mit denen es zum Teil auch zu Konflikten kam. In den weiteren Jahren wurde das Gebiet im 19. Jahrhundert offiziell Indianerterritorium genannt und umfasste neben dem heutigen Bundesstaat Oklahoma auch Teile von Kansas und Nebraska. 

Zwangsumsiedelung für über 30 Indianerstämme bis 1890 in das Indianerterritorium

Nicht nur die sogenannten "Fünf zivilisierten Nationen, sondern Ureinwohner aus den gesamten USA wurden im Lauf des 19. Jahrhunderts in das Indianerterritorium umgesiedelt. 1830 wurde ein Gesetz namens Indian Removal Act erlassen, das die gesetzliche Grundlage für die Umsiedelung aller Indianerstämme östlich des Mississippi schuf. Gegen die schlechten Lebensbedingungen gab es seitens der Indianer auch Aufstände, die von der US-Armee stets niedergeschlagen wurden.

Große Gruppen der Cherokee wurden umgesiedelt, da in ihrem Stammesgebiet Gold gefunden wurde. Obwohl sich der Stamm 1832 vor dem Obersten Gerichtshof erfolgreich zur Wehr setzte, konnte Präsident Jackson dennoch eine Zwangsumsiedelung von Teilen des Volkes erreichen.

Heute ist Tahlequah die Hauptstadt der Cherokee. Hier wurde mit dem Cherokee Heritage Center ein interessantes Museen gegründet, in dem Besuchern ein nachgebautes indianisches Dorf, Kunstgegenstände und viel Informationen über die Geschichte des mit 700.000 Stammeszugehörigen größten Indianer-Volkes der USA geboten wird.

Etwa 98.000 Cherokee leben in Oklahoma. Sie haben nach wie vor ihre eigene Sprache bewahrt und verwenden ihre eine eigene Schrift.

1830 wurde die Deportation von vielen Chickasaw aus den heutigen Staaten Mississippi und Tennessee nach Oklahoma zwangsweise durchgeführt. In der Stadt Ada befindet sich heute das Zentrum dieses Volkes. Auch das Chickasaw Nation Visitor Center befindet sich hier. Sie kämpften bereits gegen die Spanier im 16. Jahrhundert. Mit der britischen Kolonialmacht trieben sie Handel und gelangten so an Feuerwaffen.

Die heutigen Staaten Mississippi, Louisiana und Alabama waren die Heimat der Chahta oder Choctaw. Das weisse Amerika zählte sie zu den "Fünf zivilisierten Nationen", weil sie einige kulturelle Errungenschaften von den Europäern übernommen hatten. Im Jahr 1847, nachdem dieses Volk ins Indianerterritorium umgesiedelt wurde, halfen sie der hungernden irischen Bevölkerung, in dem sie 710 Dollar (damals sehr viel Geld!) für die von britischen Landeignern ausgebeuteten Menschen in Irland spendeten. Das Zentrum der Chahta befindet sich heute in Durant. Kleinere Gruppen leben auch in den Staaten Mississippi und Louisiana. Es gibt über 250.000 Chahta in den USA.

Okmulgee ist die Hauptstadt der Muscogee, die auch Creek genannt werden. Ihre Heimat lag im Südosten der USA, vor allem in Alabama und Georgia. Auch dieses Volk wurde zu den "Fünf zivilisierten Nationen" gerechnet. Sie trieben schon sehr früh Handel mit den Briten.

Die Seminolen lebten im nördlichen Florida. Das Volk entstand in etwa zwischen 1750 und 1800 aus zugewanderten Indianergruppen und auch aus entflohenen afro-amerikanischen Sklaven. Sie leisteten Anfang des 19. Jahrhunderts Widerstand gegen die US-Armee unter General A. Jackson, der einige Jahre später als US-Präsident den Indian Removal Act erließ. Die Mehrzahl der Seminolen, etwa 6.000, lebt heute in Oklahoma, einige auch im Süden des Staates Florida.

Bereits 1826 beschloss die US-Regierung, die Miami aus dem heutigen Indiana in das Indianerterritorium umzusiedeln. Etwa 2.000 Mitglieder dieses Volkes leben heute in Oklahoma. Der Kanadakranich ist ihr heiliges Tier. Der Name "Miami" bedeutete soviel wie "Volk, das flussabwärts lebt". Ihre Sprache wird heute praktisch nicht mehr gesprochen.

Vor der europäischen Besiedlung lebten die Delaware, die sich selbst Lenni Lenape nennen, in den heutigen Bundesstaaten New York, Delaware und New Jersey. Durch das Eindringen der Weißen in ihre Gebiete wurden die Lenape (bedeutet wahre Menschen) über den gesamten Osten der USA verstreut. Heute leben etwa 14.000 Angehörige in Oklahoma und einigen anderen US-Bundesstaaten sowie in Kanada. Ihre Sprache wird kaum noch gesprochen, die meisten Lenape sprechen nur Englisch.

Der Nordosten der USA war auch die ursprüngliche Heimat der Shawnee. Sie lebten an weit auseinanderliegenden Orten, die sie von Zeit zu Zeit auch wechselten. Sie gingen auch häufig Verbindungen mit anderen indianischen Völkern ein. Aus diesem Volk kamen große indianische Führer wie Tecumseh. Er wollte möglichst viele indianische Völker vereinen, um so die Weißen zum Frieden zu zwingen und Land für die Ureinwohner zu sichern. Doch damals hatten die Indianer kaum ein Gefühl der Gemeinsamkeit, sondern fühlten sich vor allem ihren Stämmen oder Clans verbunden.

Der Südwesten der USA, vor allem das Gebiet der heutigen Staaten Arizona und New Mexico, ist die Heimat der Apachen. Sie lebten als Sammler und Jäger in kleinen Gruppen, nicht in Stämmen, wie viele andere Völker. Sie wurden meist nicht von einem Häuptling geführt (wie die Karl-May-Romanfigur Winnetou). Anführer waren vielmehr einflussreiche Männer, oder auch Frauen, die sich durch besondere Fähigkeiten auszeichneten. Oft waren Schamanen in dieser Position. In Oklahoma lebt heute eine Gruppe von etwa 1.500 Menschen, die als Fort-Sill-Apachen bezeichnet wurden. Bei Fort Sill befindet sich das Grab des Apachenkriegers Gokhlayeh, der unter dem Namen Geronimo durch seinen lange erfolgreichen Widerstand gegen US-amerikanische und mexikanische Armeen zu einem der berühmtesten Indianer Nordamerikas wurde.

Apachenkrieger (Bild: WikiImages auf Pixabay)

Nach dem Stamm der Caddo ist ein County in Oklahoma benannt. Dieser Stamm entstand erst im 19. Jahrhundert aus Zusammenschlüssen verschiedener indigener Völker wie den Anadarkos und Hasinai. Heute leben etwa 3.500 Angehörige dieses Stammens in Oklahoma und verschiedenen anderen US-Bundesstaaten.

1869, fünf Jahre nach dem Sand Creek Massaker, wurden die befreundeten Stämme der Südlichen Cheyenne und der Südlichen Arapaho in einem gemeinsamen Reservat im westlichen Teil des Indianerterritoriums untergebracht. Beide Völker werden zu den Prärie-Indianern gerechnet. Die Nördlichen Cheyenne leben heute überwiegend in Montana. Von den insgesamt etwa 6.700 Cheyenne und etwa 5.500 Arapaho beherrschen noch einige ihre indianischen Muttersprachen. Beide Völker lebten früher in den nördlichen Präriestaaten östlich der Rocky Mountains.

Aus den Rocky Mountains von Wyoming und Montana stammten die Comanchen. Sie konnten sich lange Zeit gut sowohl gegen andere Indianervölker als auch gegen weiße Siedler und gegen die US-Armee verteidigen. Für dieses Volk war die erfolgreiche Büffeljagd lebenswichtig. Als weiße Jäger die großen Bisonherden weitgehend vernichtet hatten und Krankheiten die Comanchen schwer getroffen hatten, wurden auch sie in das Indianerterritorium umgesiedelt. Heute leben etwa 10.000 Comanchen in Oklahoma. Ein erfreulicher Vorfall aus dem Jahr 1847: In Texas schlossen deutsche Siedler einen Friedensvertrag mit den Comanchen, der bis heute gilt. Die Indianer und die Nachfahren der deutschen Siedler feiern diesen Tag bis heute gemeinsam.

 

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Die Kiowa führten eine nomadische Lebensweise in den großen Prärien des Mittleren Westens bis ins südliche Kanada. Sie lebten auch besonders von der Jagd auf Bisons. Nach heftigen Kämpfen mit der US-Armee ergaben sie sich schließlich und siedelten im Reservat bei Fort Sill im Indianerterritorium. Das heutige Zentrum der Kiowa ist die kleine Stadt Carnegie.

Die Iowa waren zeitweise auf dem Gebiet des später nach ihnen benannten Bundesstaates Iowa im Mittleren Westen der USA ansässig. Der Stamm trennte sich in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs Ende des 18. Jahrhunderts. Einige Iowa kämpften auf Seiten der Briten, andere für die Amerikaner. Etwa um das Jahr 1880 kamen Hunderte Iowa in das Indianerterritorium. Das Land, das ihnen zuerkannt wurde, verloren sie zum Teil beim Oklahoma Land Run. Durch das erfolgreiche Betreiben eines Casinos kauften sie große Teile des verlorenen Landes wieder zurück.

Die Kansa oder Kaw siedelten ursprünglich im heutigen US-Bundesstaat Kansas. Obwohl dem Stamm bereits 1846 nach Auseinandersetzungen mit den Weißen ein Reservat zugewiesen wurde, wurden sie 1872 auch nach Oklahoma umgesiedelt. Viele Kansa starben dort an ansteckenden Krankheiten. Im Jahr 1888 lebten nur noch 188 Kansa. Ihre Zahl nahm in der Folgezeit durch "Mischehen" wieder zu. Dem Politiker Charles Curtis (1860 - 1936), dessen Mutter eine Kansa war, gelang es, dem Volk wieder etwas mehr Land zu verschaffen. Er war der Auffassung, das Indianer sich an die Weißen assimilieren sollten. Von 1929 bis 1933 war er sogar Vizepräsident der USA als bisher einziger indianischstämmiger Politiker. Das Regierungszentrum der Kansa befindet sich heute in Kaw City, Oklahoma. Ihre Sprache verstehen nur noch wenige Kansa.

Im Grenzgebiet von Kalifornien und Oregon hatten die Modoc ihr Stammesgebiet. Sie konnten relativ lange erfolgreich Widerstand gegen die weißen Siedler und gegen die US-Armee leisten. Nach Ihrer Niederlage gegen die Übermacht von Armee und mit der Armee verbündeter Indianer erhielten sie kein eigenes Gebiet in Oklahoma, sondern wurden im Reservat der Quapaw angesiedelt. Heute haben sie ihre Interessenvertretung in Miami, Oklahoma organisiert. Auch in ihrer Heimat Oregon gibt es ein Reservat für die letzten Überlebenden dieses Volkes.

Als "Volk des Wassers" bezeichneten sich die Osage, die durch weite Gebiete der östlichen USA streiften. Sie hatten ein riesiges Revier, da etwa 200.000 km² umfasste. Zuletzt siedelten sie in Missouri, dann auf Druck der US-Regierung in Kansas. Sie lehnten sowohl Alkohohl als auch die Lebensweise der Weißen ab. Als ihr Gebiet in Kansas für weiße Besiedlung freigegeben wurde, wurden auch die Osage nach Oklahoma umgesiedelt. Als auf ihrem Land Öl gefunden wurde, konnten sie durch einen Vertrag mit der US-Regierung die Schürfrechte sichern und wurden eines der wenigen wohlhabenden Indianervölker der USA. Heute leben etwa 10.000 Osage im nördlichen Oklahoma im Osage County.

Die Oto und Missouria waren zwei verschiedene, aber miteinander verbündete Stämme. Auch diese Völker wurden 1882 in das Indianerterritorium umgesiedelt, obwohl sie bereits im Grenzgebiet der Staaten Kansas und Nebraska ein Reservat zugewiesen bekamen.

Heute werden die Oto und Missouria als ein Volk angesehen, mit etwa 1.600 Stammesangehörigen. Ihr Zentrum liegt in Red Rock, Oklahoma.

Das Stammesgebiet der Ottawa (oder Odawa) liegt im Gebiet der Großen Seen in Michigan und Kanada. Eine Gruppe der Ottawa wanderte unter dem Siedlungsdruck der Weißen nach Oklahoma.

In mehrere Gruppen aufgeteilt waren die Pawnee in ihren Stammesgebieten der nördlichen Prärien. Sie wohnten in Erdhäusern, betrieben Ackerbau und gingen auch auf Büffeljagd. Ihr Stammesgebiet mussten sie 1859 an die USA abtreten, und wurden in ein Reservat nach Nebraska umgesiedelt. 1876 wurden sie erneut umgesiedelt, diesmal in das Indianerterritorium. Heute leben etwa 2.500 Pawnee östlich von Tulsa.

Auch die Ponca lebten von Ackerbau und Jagd. Ursprünglich kamen sie, zusammen mit verwandten Stämmen, aus dem Osten der USA. Nach ihrer zwangsweisen Umsiedelung in das Indianerterritorium starb etwa ein Viertel dieses Volkes. Daraufhin verließen sie unter ihrem Häuptling Standing Bear das Territorium nordwärts nach Nebraska. Die Omaha baten ihnen Asyl an. Häuptling Standing Bear gelang es, vor Gericht die Rechte seines Volkes einzuklagen. Sie erhielten daraufhin ihr Land in Nebraska zurück. Einige Ponca blieben weiterhin in Oklahoma.

Die Quapaw stammten eigentlich aus Arkansas. Von fürchterlichen Pockenepidemien im 19. Jahrhundert schwer betroffen, überlebten nur etwa 700 Menschen dieses Stammes. Auch sie hatten nach ihrer Umsiedelung in das Indianerterritorium ganz andere Indianervölker als Nachbarn wie zum Beispiel die Shawnee. Auf dem Land der Quapaw wurden bedeutende Blei- und Zinkvorkommen gefunden. Einerseits bedeutete dies Wohlstand für viele, doch durch den Abbau der Schwermetalle entstand ein großes ökologisches Problem. Sogar eine Stadt musste aufgegeben und die etwa 1.000 Bewohner umgesiedelt werden. Heute leben etwa 2.200 Stammeszugehörige nahe dem Hauptort Quapaw in Oklahoma.

Die Potawatomi lebten südlich der Großen Seen im Nordosten der USA. Sie schlossen sich zeitweise der Konföderation unter Tecumseh an. Sie leben heute in Oklahoma und in mehreren US-Bundesstaaten sowie in Kanada.

Die Sauk- und Fox-Stämme hatten ihr Siedlungsgebiet bei den Großen Seen, auch in der kanadischen Provinz Ontario, wo auch heute einige Nachfahren leben. Sie schlossen sich im 18. Jahrhundert zusammen. Außer in Oklahoma leben auch noch Stammesmitglieder in Kansas, Nebraska und Iowa.

Die Wyandot oder Wendat wurden früher Huronen genannt. In ihrer Heimat, den nordöstlichen USA und Südwest-Kanada, lebten sie nicht in Zelten, sondern in Langhäusern. Sie betrieben auch Landwirtschaft. Der Schriftsteller James Fenimore Cooper hat in seinen weltberühmten Lederstrumpf-Erzählungen dieses Volk als furchteinflössende Kämpfer beschrieben. Tatsache ist, das die Wyandot sicher auch gute Kämpfer waren, aber sie waren auch für ihre Gastfreundschaft bekannt. Pocken- und Masernepidemien sowie Kämpfe mit feindseligen Indianern und Weißen bewirkten, dass das Volk der Wyandot im 19. Jahrhundert fast ausgestorben war. Insgesamt leben heute etwa 8.000 Wyandot in den USA, vor allem in Oklahoma, sowie in Kanada.

Die Seneca und die Cayuga kamen aus dem heutigen Staat New York, wo sie eine Konföderation mit den Irokesen bildeten. Heute leben etwa 2.500 Stammesangehörige in Oklahoma, wo sie sich zum Seneca-Cayuga Tribe of Oklahoma vereinigt haben.

Auf etwa 200 Stammesangehörige ist die Zahl der Tonkawa in Oklahoma angestiegen, nachdem dieses Volk schon fast ausgestorben war. Sie stammten ursprünglich aus Texas.

Nach dem Volk der Wichita ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Kansas benannt. Kansas war auch die Heimat dieses Volkes, das in der Prärie in Grashütten wohnte und von Jagd und Ackerbau lebte. In das nördliche Texas verdrängt, trieben sie Handel mit den Kiowa, von denen sie auch unter Schutz genommen wurden. Die Texaner verdrängten sie in das Indianerterritorium. Heute leben etwa 500 Wichita in Oklahoma.

Der Oklahoma Land Run

Obwohl das Indianerterritorium eigentlich nur den Ureinwohnern gehören sollte, machte der große Zustrom von Zuwanderern aus dem Osten auch vor dieser Region nicht halt. Nachdem bereits einige weiße Siedler illegal und zu früh (too "soon") mit der Besiedlung der indianischen Gebiete begonnen hatten, wurde der Westteil 1889 für nicht-indianische Zuwanderer offiziell freigegeben. Die illegalen Siedler wurden "Sooners" genannt, nach ihnen erhielt der Bundesstaat später den Beinamen The Sooner State. Am 22. März des Jahres hatten sich zahlreiche Siedler an der Grenze zum bisher verbotenen Gebiet versammelt. Der Ansturm von Siedlern nach dem Startschuß um 12 Uhr Mittags sollte als Oklahoma Land Run in die Geschichte eingehen. Die heutige Hauptstadt Oklahoma City entstand durch schnelle Landnahme der Siedler, und das Gebiet wurde zunächst Oklahoma-Territorium genannt. Somit war auch dieses Gebiet, das eigentlich für alle Zeiten den Indianern überlassen werden sollte, auch nicht mehr für die Ureinwohner gesichert.

Pläne für einen Indianer-Bundesstaat Sequoia

Anfang des 20. Jahrhunderts machten verschiedene indianische Führer Pläne für einen eigenen Indianer-Bundesstaat Sequoyah im Osten des Indianerterritoriums. Da weisse Politiker in Washington um ihren Einfluss fürchteten, wenn ein weiterer, dazu noch indianischer Bundesstaat, geschaffen würde, konnten die Pläne der Ureinwohner nicht verwirklicht werden. 1907 wurde aus dem Oklahoma- und dem Indianerterritorium schließlich der US-Bundesstaat Oklahoma.

Indianische Kultur im heutigen Oklahoma - Etwa 8 % der Einwohner des Bundesstaates sind indianischer Abstammung

Offiziell sind 67 indigene Völker in Oklahoma mit ihrem Stammeszentrum registriert. Einige Indianervölker haben Ausstellungen und Museen eröffnet. Im Freilichtmuseum "American Indian Village Exhibit" in der kleinen Stadt Ardmore im Süden des Staates wurde ein Dorf der Chickasaw-Indianer nachgebaut. Über die Geschichte der Lenni Lenape informiert das Delaware Tribal Museum in Anadarko. Die etwa 7.000 Einwohner zählende Kleinstadt ist auch die Hauptstadt des Stammes. Anadarko ist die einzige Stadt der USA, wo Indianer mit etwa 42 % der Einwohner sogar die Bevölkerungsmehrheit stellen. Hier findet jedes Jahr eine jährliche Amerikanisch-Indianische Ausstellung statt. Die kleine Stadt liegt zwischen einigen Indianerreservaten und nennt sich "Indianische Hauptstadt der Nation". 

Eine besondere Gelegenheit, die indianische Kultur kennenzulernen sind die zahlreichen Festivals, besonders die berühmten Powwows. Hier zelebrieren die verschiedenen Indianervölker ihre faszinierenden Kulturen. Die Feierlichkeiten können mehrere Tage lang andauern. Auch eine Internetseite über Powwows gibt es.

 

Erdöl- und Erdgasfunde, aber auch verheerende Dürreperioden in Oklahoma

Oklahomas wirtschaftlicher Aufstieg wurde in erster Linie durch das Auffinden von Bodenschätzen ausgelöst. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Prärie Erdöl und Erdgas gefunden und bis heute intensiv gefördert. Städte wie Tulsa, die später "Erölhauptstadt der Welt" genannt wurde, und Oklahoma City wuchsen weiter. Sogar im Garten des State Capitol in der Hauptstadt Oklahoma City steht ein Ölförderturm. Es ist das einzige Regierungsgebäude eines US-Bundesstaates mit eigener Ölquelle.

Die weißen Siedler begannen intensiv mit Landwirtschaft, vor allem mit dem extensiven Getreideanbau und der Zucht von Rindern. Doch dies hatte, wie jede unüberlegte ökologische Ausbeutung, äußerst negative Folgen für Mensch, Tier und Natur. Durch das Abbrennen des Präriegrases und das Umfunktionieren in eine rein landwirtschaftliche Fläche verödete der Boden. Die Folgen waren Bodenerosion und verheerende Staubstürme, nicht nur in Oklahoma, sondern auch in anderen Teilen des Mittleren Westens. Bald gehörte auch der "Sooner State" zu jener Region, der in den USA als "Dust Bowl", als Staubschüssel, bezeichnet wurde. Die Folgen waren Abwanderung vieler Einwohner in andere Landesteile, besonders nach Kalifornien. Hier versuchten die "Okies" ihr Glück vor allem als Wanderarbeiter. Folksänger Woody Guthrie, selbst aus Oklahoma, verfasste zahlreiche Balladen über das beschwerliche Leben und die Verarmung der Menschen in den 1920er und 30er Jahren.

Sehenswürdigkeiten im Sooner State - Prärie, Wälder, Tafelberge, artenreiche Pflanzen- und Tierwelt

Die Landschaft Oklahomas wird im Westen von der Prärie geprägt. Hier erheben sich malerische Tafelberge und Sanddünen, und es fällt weniger Regen als im Osten des Staates. Besonders im Südosten gibt es auch größere Wälder mit Kiefern, Walnuss- und Pekannussbäumen sowie Hickorybäumen, aber auch Ulmen, Eschen, Eichen, Wacholder, Amerikanische Judasbäume und Pappeln.

Typische Vertreter der artenreichen Tierwelt sind die amerikanischen Grauhörnchen, Präriehunde (Erdhörnchen, die hundeartige Laute von sich geben), Koyoten, Skunks und Präriehasen. Der nordamerikanische Bison ist gerade noch vor seiner Ausrottung unter Schutz gestellt worden. Heute leben in Nordamerika wieder etwa 500.000 Tiere. Das Neunbinden-Gürteltier kann sich Erdhöhlen bis zu 7 Metern Länge graben. Auch viele Vogelarten wie Blauhäher, Spottdrossel, Präriehühner und zahlreiche Entenarten bevölkern den Bundesstaat.

State Parks, National Grasslands und Wildlife Refuges

In Oklahoma gibt es zwar keine Nationalparks, aber etwa 50 sehr interessante State Parks. Hier werden Regionen von den einzelnen Bundesstaaten wegen ihrer Natur oder wegen historischer Denkmäler unter Schutz gestellt. Zu den bekanntesten gehört der Red Rock Canyon State Park etwa 70 km westlich von Oklahoma City. Hier können Besucher in einer imposanten Felslandschaft wandern und Klettern.

Auch der Robbers Cave State Park in den waldreichen San Bois Mountains im südöstlichen Oklahoma bietet Besuchern faszinierende Kletter- und Wandergebiete. In den Höhlen fanden einst Outlaws wie Jesse James und Belle Starr sichere Verstecke. Etwas westlich befindet sich der Eufaula Lake. An die großen Dünen der Wüste Sahara wird man im Little Sahara State Park im Norden Oklahomas erinnert.

Im Black Mesa State Park befindet sich die höchste Erhebung des Bundesstaates am Dreiländereck Oklahoma, New Mexico und Colorado. Hier erreicht der Tafelberg Black Mesa eine Höhe von 1516 Metern im Bereich des Staates Oklahoma. Im Gebiet des Nachbarstaates Colorado wird er 1737 Meter hoch.

Oklahoma Sunset

Oklahoma Sunset (Bild: tpsdave / Pixabay)

Im Alabaster Caverns State Park bei Freedom können Besucher eine 1.200 Meter lange Gipshöhle mit Selenitkristallen und Alabaster besichtigen, in der auch zahlreiche seltene Fledermausarten leben.

Es gibt auch unter Schutz gestellte Grünlandgebiete in Oklahoma wie das Black Kettle National Grassland. Hier wurden erhaltene Flächen der Prärie unter Schutz gestellt, auch Tiere wie Truthühner, Präriehühner und Bisons finden ihren Lebensraum.

Auch neun Naturschutzgebiete, die in den USA National Wildlife Refuges genannt werden, gibt es in Oklahoma wie das Sequoyah National Wildlife Refuge am Robert S. Kerr-Reservoir. An diesem Stausee leben viele Enten und andere Wasservögel. Mit etwas Glück kann man hier den herrlichen Weißkopfseeadler beobachten.

Im Norden des Staates nahe der Grenze zu Kansas liegt das Salt Plains National Wildlife Refuge. Neben vielen Arten von Enten und Reihern kommt hier der Nashornpelikan vor. Er ist einer der größten Wasservögel der Welt.

 

Autor seit 4 Jahren
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