Eine Kommode schafft richtig viel Platz

… ob Antiquität, im used Look oder Top modern

Die einfachste Lösung seiner Wohnung zu mehr Stauraum zu verhelfen ist zweifelsohne das Billigregal aus dem Baumarkt, schnell zusammengesteckt und an die Wand gestellt. Aber billig ist eben billig und wirkt auch billig. Und Hand aufs Herz, wer möchte schon gerne in einer Lagerhalle wohnen? Das es ganz anders geht und dabei in der Tat aufgrund der großen Auswahl auch nicht unbedingt wesentlich teurer als die Bretterlösung sein muss, wussten schon die Großeltern. Noch vor 50 Jahren gehörte in jede gute Stube eine Kommode. Sie beinhaltete häufig einen Großteil des Haushaltes und diente zugleich als Aufbewahrungsort für den wertvollen Vorrat oder die Mitgift wie etwa edle Tischdecken etc.

Entwickelt hat sich die Kommode im 18. Jahrhundert aus der einfachen Holztruhe in der man den Vorrat aufbewahrte. So wurden im Laufe der Zeit aus den Holztruhen schmucke Möbelstücke, die nicht nur in jeden Haushalt gehörten, sondern zudem Stolz einer jeden Hausfrau war. Dabei war es gänzlich egal, ob der Hausstand eher klein und der Lebensstandard bescheiden war, etwa auf dem Land, oder ob es sich um eine Stadtwohnung mit repräsentativem Charakter handelte, in der man als Angehöriger des Großbürgertums Gäste stets beeindrucken musste.

Kommoden waren Kunstwerke

Funktionalität schließt liebevolles Design nicht aus

Einst waren Kommoden weit mehr als reiner Stauraum. Als Blickfang in der guten Stube waren sie geradezu Kunstwerke auf deren Gestaltung man viel Wert und Sorgfalt legte. Die frühen Exemplare standen meist auf geschwungenen Beinen und wurden mit bronzefarbenem oder goldenem Dekor verziert und erhielten kunstvoll gefertigte Beschläge. Eine, oft aus Marmor bestehende, Platte bildete die Oberfläche, die optisch möglichst noch mit dem Kamin abgestimmt sein musste.

Rein optisch hat die Kommode auch dann, wenn sie relativ tief ist, gegenüber einem raumhohen Schrank einen großen Vorteil. Während der Schrank den Raum scheinbar deutlich verkleinert, lockert eine Kommode das Wohnambiente stark auf und gibt dem Raum durch die Abstufung sogar noch mehr Tiefe.

Ein wesentliches Merkmal einer Kommode sind die Schubladen, wobei es heute zahlreiche Exemplare gibt, die nur diese aufweisen und meist als Apotheker-Kommoden bezeichnet werden, während die traditionelle Kommode eine Kombination ist, bei der sowohl Schubladen als auch Schubladen hinter Schranktüren zu finden sind. Nicht nur in der guten Stube waren Kommoden zu finden. Auch die Schlafzimmer (»Kammern«) waren mit einer Kommode ausgestattet, erweitert durch ein Becken, einen Wasserkrug und den obligatorischen Nachttopf. Diese Form eines Nachtschranks ist aus wohl nachvollziehbaren Gründen gänzlich aus der Mode gekommen, wenngleich die einzelnen Accessoires heute gerne zur Dekoration in Wohnzimmer und Diele dienen.

Die Kommoden heute

Ein moderner Rückgriff auf Bewährtes

Auch heute werden Kommoden meist aus Holz gefertigt und sind daher besonders gut geeignet, dass sie mit anderen Möbeln kombiniert werden. Während Kommoden mit lackierten Oberflächen oder Holzfurnier-Immitat zu einer bestimmten Einrichtung passen müssen, sind antike oder antikisierende Komoden oder solche im Used-Look bzw. natur mit jedem Design kombinierbar und werden damit zum echten Hingucker.

Insbesondere wer gerne selbst Hand anlegt, findet heute eine große Auswahl an unbehandelten Möbeln, die durch Beizen oder Lackieren dem eigenen Geschmack und dem bestehende Interieur angepasst werden können. Besonders gefragt sind Kommoden aus Kiefernholz, die sich leicht selbst aufwerten lassen aber auch Eiche, Erle, Buche sowie andere Holzarten sind überall zu finden.

Ganz egal aber, ob es sich um eine Kommode im Landhausstil, eine klassisch moderne oder eine antike Kommode handelt, zum echten Blickfang wird sie in jedem Fall durch die entsprechende Dekoration. Hierbei sind der Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Familienfotos, Ahnengalerie, Pflanzen, Figuren, Erinnerungsstücke, Antiquitäten – um nur einige Beispiele zu nennen – verleihen einer Kommode einen ganz besonderen Charme.

Stellt sich nur noch die Frage, warum heißt eine Kommode eigentlich Kommode? Ganz einfach: das französische Wort »commod« drückt es aus. Es handelt sich schlicht um ein »bequemes« Holzmöbel und ganz genau das ist es auch. Die Kommode – einfach komod!

Vorschaubild: © Pixabay/Picdream

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