Orkan Kyrill erreicht Deutschland - Erfahrungsbericht

Es war Donnerstag, der 18.Januar 2007 als Orkan Kyrill die Bunderepublik Deutschland und das Sauerland erreichte. In den Stunden vorher kündigte sich das Orkantief durch starke Winböen bereits an. Kyrill hatte Elspe erreicht. Ich konnte in der Nacht kaum schlafen und spürte wie der Orkan draussen fegte und die Chalousien bewegte. Die Nachrichten verfolgte ich im Fernsehen und dabei interessierte mich besonders der Bahnverkehr. 

Damals hatte ich eine Fernbeziehung und fuhr jedes Wochenende nach Detmold zu meiner Freundin, mit der ich allerdings seit Herbst 2009 nicht mehr zusammen und nun Single bin. Der Nachrichtensender N-TV meldete, dass der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen eingestellt wurde und die Züge nicht fahren. Nach wenigen Stunden Schlaf stand ich gegen 7 Uhr auf und begann mit der Arbeit. Je später es wurde desto ungeduldiger wurde ich, denn um 13:42 Uhr würde mein Zug fahren. Mein Bruder fuhr mich nach Grevenbrück zum Bahnhof und ich wartete dass mein Zug kam aber Fehlanzeige. Der Freitag war gelaufen und blieb im Sauerland. Ich rief meine Freundin an, dass ich nicht kommen kann und Sie zeigte Verständnis. 

Am Samstag wartete ich erneut auf dem Bahnsteig und hörte immer wieder, dass die Züge nicht kommen würden und rief meine Freundin an. Sie schlug vor, dass ihr Vater mich abholen würde und zwei Stunden später saß ich im VW Bulli. Auf dem Weg nach Detmold fuhren wir durch das Hochsauerland und sahen die Zerstörungen. Die Bäume waren wie Streichhölzer umgeknickt und der Strassendienst befreite die Strassen bei Cobbenrode von Ästen und Baumstämmen. Es war erschreckend, wie sich die Landschaft verändert hatte.  Das Wochenende war schön und am Montagmorgen fuhren die Züge wieder. Auf der gesamten Zugstrecke konnte ich Zerstörungen und es war ab Plettenberg nur ein Gleis befahrbar wodurch sich die Fahrzeit um eine halbe Stunde verlängerte. Die Zeit verging und es wurde Februar.

Wälder rund um Elspe zerstört

Im Februar hatte fuhr ein Wochenende mal nicht nach Detmold und konnte mir so die Zerstörungen, die der Orkan Kyrill in den Wäldern rund um Elspe angerichtet hatte aus der Nähe anschauen. Ich hatte meine Samsung Digimax S600 Digitalkamera dabei und nahm einige Fotos auf, welche einen Eindruck vermitteln wie Kyrill gewütet hatte. Die Wege die einst waren, gibt es nicht mehr und es entstanden neue.

Die SGV-Hütte Elspe bot einst keinen Panoramablick auf das Dorf aber durch Kyrill wurde das gesamte Waldstück vor und über der Hütte zerstört. Neue Bäume wurden angepflanzt und im Dezember 2008 am ersten Weihnachtstag übernahm ich mit meiner Freundin eine Patenschaft für zwei Bäume. Der wirtschaftliche Schaden für das Sauerland wurde auf über 100 Millionen Euro geschätzt. In der Zeit nach Kyrill brachen die Holzpreis ein, da der Markt mit "Kyrill-Holz" überschwemmt wurde. Das Sauerland hat sich mittlerweile von den Folgen des Orkans erholt.
 

Zerstörte Bäume - Copyright der Bilder liegt bei mir

Umgeknickte Bäume

Infoblogger, am 05.04.2011
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