Ein Museum gegen das Vergessen

Nach dem Krieg war Peenemüde lange von der Sowjetischen Armee besetzt. Die Anlagen der Heeresversuchsanstalt wurden demontiert und in die Sowjetunion verbracht. Danach wurde das Gelände rings um den Hafen von der Marine und Luftwaffe genutzt. Erst 1956 wurde alles an die Nationale Volksarmee der ehemaligen DDR übergeben. Der Ort war damit vom normalen Alltagsleben der DDR abgeschottet. Nur mit Besuchserlaubnis durfte man nach Peenemünde. Bis 1990 gehörte Peenemünde zum Sperrgebiet und damit zur verbotenen Zone. Danach zogen die dort stationierten Truppen ab und der dazugehörige Flughafen wird heute für Rundflüge mit Kleinflugzeugen genutzt.

Die Heeresversuchsanstalt wurde zum Museum umgestaltet, damit das Grauen des dritten Reiches nicht vergessen wird. Das Außengelände wandelt sich immer wieder. Konnte man vor einigen Jahren noch Flugzeuge, welche erst als Kriegsgerät dienten und später in der Landwirtschaft genutzt wurden, anschauen, so findet man dort heute nur eine weiter Fläche. Dagegen wurde an anderer Stelle ein alter S-Bahn-Waggon aufgestellt, welcher mit Bildern zeigt, wie Häftlinge täglich in die Heeresversuchsanstalt verbracht wurden um ihre Zwangsarbeit zu verrichten.

Darüber hinaus hat man im ehemaligen Kraftwerk Ausstellungen und kann viel über die Geschichte des scheinbar düsteren Ortes erfahren. Führungen werden nicht nur Gruppen oder Schulklassen angeboten. Auch privat kann man sich durch das Gelände führen lassen. Dazu gibt es auch den Audioguide in verschiedenen Sprachen, der den Rundgang begleiten kann.

Experimente zum Mitmachen und ein Spielzeug-Museum

Gleich in der Nähe des historisch technischen Museums befindet sich das Phänomenta. Dort kann Klein und Groß nicht nur Exponate anschauen, sondern selbst aktiv werden. Jede Menge interessante Experimente aus dem Bereich der Physik und den menschlichen Sinnen laden ein entdeckt zu werden. Bringen Sie für diesen Ausflug viel Zeit mit, denn das Testen und Probieren lässt den Tag schnell vergessen.

Wer seinen kindlichen Entdeckungsgeist bei den Experimenten wieder entdeckt hat, kann auch gleich noch dem Spielzeug-Museum einen Besuch abstatten. Hier bekommt man Spielzeug aus über 100 Jahren gezeigt. Dabei auch die Spielmöglichkeiten der Kinder in der DDR. Egal ob Teddy, Puppen oder Kaufmannsladen. Dem Besucher wird eine sehr umfangreiche Sammlung präsentiert, die auch teilweise zeigt, wie sich ein Spielzeug im Laufe der Zeit verändert hat. Ein kleines Kino bietet Trickfilme und damit auch Zeit ein wenig auszuruhen, bevor man Peenemünde weiter erkundet.

Der Hafen von Peenemünde

Der größte Anziehungspunkt im Hafenbecken ist mit Sicherheit U-461, ein russisches U-Boot. 100 Meter lang und 4000 Tonnen schwer, liegt es als Museum vor Anker. Innen wurde mit Schaufensterpuppen und entsprechender Geräusche das Leben in einem solchen U-Boot nachgestellt. Das U-461 ist das größte U-Boot der Welt, welches als Museum dem Besucher zu Verfügung steht.

Nachdem man die Museen in Peenmünde erkundet hat, der Magen vielleicht knurrt oder man einfach nur den Tag ausklingen lassen will, kann direkt im Hafen in verschiedenen Lokalen einkehren. Egal ob direkt an Bord vom "Kragenhai" oder einem anderen Lokal. Hier wird man überall leckere Fischgerichte finden.

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